20.01.2020 - 17:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bürgermeister-Kandidat in Tirschenreuth sucht noch Partei

Der Ex-Grüne Jürgen Merzinger sucht eine Partei, die ihn nominiert. Er bietet sich per Zeitungsanzeige als Rathauschef für Mähring oder Tirschenreuth an.

Jürgen Merzinger bietet sich per Anzeige als Bürgermeisterkandidat für Tirschenreuth und Mähring an.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Auch das gibt es: Ein Kandidat sucht noch eine Partei, die ihn als Bürgermeisterkandidat auf den Schild hebt. Bei dem Kommunalpolitiker handelt es sich um den Tirschenreuther Jürgen Merzinger. Er sucht derzeit per Zeitungsinserat eine Gruppierung, die ihn für das Bürgermeisteramt aufstellt.

Am Donnerstag, 23. Januar, ist das reguläre Ende Fristende für die Einreichung sowie Zurücknahme von Wahlvorschlägen. Die Zeit drängt also. "Welche Partei nominiert mich als Bürgermeisterkandidat in Mähring oder Tirschenreuth?", fragt Jürgen Merzinger in einer Anzeige der Wochenendausgabe unserer Stiftland-Ausgabe.

Politisch ist Merzinger kein unbeschriebenes Blatt. Schon 2008 kandierte er als Bürgermeister für Tirschenreuth. Er holte 18,74 Prozent der Stimmen. Sechs Jahre lang - von 2008 bis 2014 saß er im Stadtrat von Tirschenreuth, zuerst für die Wählergemeinschaft Umwelt. 2011 wechselte er zu den Grünen. Bei der Kommunalwahl 2014 war er dann der erste Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Tirschenreuth für das Amt des Landrats. Er kam auf einen Stimmenanteil von 1,89 Prozent (rund 800 Stimmen) und zog für die Bündnisgrünen in den Kreistag ein. Nach internen Unstimmigkeiten verließ er die 2018 Partei und Fraktion und sitzt seitdem als Parteiloser im Tirschenreuther Kreistag.

Als Beweggrund für seine Initiative nennt der 59-Jährige: "Wegen der demokratischen Sache." Für ihn ist es ein Armutszeugnis, dass es in der Kreisstadt Tirschenreuth keinen Gegenkandidaten für Bürgermeister Franz Stahl (CSU) gibt. "Mit der Anzeige wollte ich zeigen, dass es noch Kapazitäten gibt. Aber die politische Landschaft schafft es nicht, Eigengewächse einzubinden." Mähring hatte Merzinger deshalb auf dem Schirm, weil dort nach dem Abtritt des langjährigen Bürgermeisters Josef Schmidkonz (UWG) lange kein Bewerber nominiert worden war. "Lange dachte man, da käme niemand", so Merzinger. "Das hätte die Gemeinde nicht verdient," findet Merzinger. Mit Franz Schön (CWU) wurde inzwischen ein Kandidat aus der Gemeinde gefunden.

Jürgen Merzinger vermutet, dass die Kommunalwahl auch in Tirschenreuth eine größere Parteienvielfalt im Stadtrat bringen wird. Er wäre nach eigener Meinung einer, der diese Aufgabe gut meistern könnte. Merzinger: "Da braucht es jemanden, der das moderieren kann und das Beste aus allen Parteien rausholt." Eine Wahl müsse Raum für neue Impulse bringen. Ideen hätte er für Mähring und Tirschenreuth genug. Konkret will er sie nicht verraten: "Dafür müsste ich schon im Amt sein." Die Hoffnung, dass sich noch was tut, hat Merzinger nicht aufgegeben. "Am 21. und am 22. Januar ist es noch möglich, aufgestellt zu werden." Merzinger würde für jede Partei antreten, "die in unser demokratisches Spektrum passt. Jede Partei hat etwas Positives."

Für den Tirschenreuther Stadtrat und den Kreistag hat sich Merzinger nicht mehr aufstellen lassen. "Ich habe bewusst keinen Listenplatz angestrebt." Beides sieht er als wichtig an, jedoch reize es ihn mehr, mal etwas richtig zu machen. Auch könne er eine Doppelbelastung mit seinem 60-Stunden-Wirtschaftsjob nicht mehr schultern. Als Bürgermeister könnte er noch zwei Wahlperioden machen: "Ich bin gesund, munter und frech", sagt er .

Zwei Parteien haben nach eigener Auskunft bei ihm nach der Anzeige nachgefragt. Welche dies waren, verrät er nicht. Die Gespräche laufen noch. Wenn er nicht aufgestellt werden sollte, ärgert er sich nach eigenen Angaben auch nicht. "Es war einfach eine Idee und die wollte ich umsetzen."

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