03.06.2020 - 17:58 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Corona hinterlässt auf Arbeitsmarkt in Tirschenreuth Spuren

Die Arbeitslosenquote liegt im Landkreis Tirschenreuth im Mai bei 3,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sind deutlich mehr Einwohner ohne Job.

Die Arbeitsmarktdaten für den Landkreis für den Monat Mai 2020.
von Externer BeitragProfil

Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Tirschenreuth blieb im Mai 2020 trotz der Coronakrise annähernd konstant. Das teilte die Agentur für Arbeit am Mittwoch mit. Im Landkreis Tirschenreuth waren 1 406 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, und die Arbeitslosenquote lag damit bei 3,4 Prozent. Die Coronakrise hat allerdings eine Belebung des Arbeitsmarkts verhindert. Im Vergleich mit den Vorjahreswerten bedeuten die aktuellen Zahlen einen Zuwachs um 20,7 Prozent oder 241 arbeitslos gemeldete Menschen. Im Landkreis waren im Berichtsmonat 777 Männer und 629 Frauen ohne Job, darunter 605 ältere Personen, 5,2 Prozent weniger als im Vormonat. Dagegen stieg die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen um 60,4 Prozent auf 146. Auch Frauen waren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 19,4 Prozent oder 102 Personen stärker betroffen. Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. In der Arbeitslosenversicherung waren 746 Personen arbeitslos gemeldet, 229 mehr als vor einem Jahr. Das Jobcenter war für 660 arbeitslose Menschen erster Ansprechpartner.

Hier geht es zum Bericht für den Monat April 2020:

Tirschenreuth

Ausbildungsstellen im Fokus

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich 416 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 572 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 6,9 Prozent. Laut Thomas Franz, Leiter der Agentur für Arbeit Tirschenreuth, sind noch 130 Bewerber unversorgt und 335 Ausbildungsstellen unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es mehr unversorgte Bewerber für Ausbildungsstellen (+36,8 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze war ebenfalls größer (+18,4 Prozent).

Gewinnung von Fachkräften

691 Stellenangebote bedeuten gegenüber April einen Rückgang von 59 Stellen oder 8 Prozent. Arbeitgeber meldeten im Mai 81 neue Arbeitsstellen, 62 weniger als ein Jahr zuvor (-43 Prozent). Seit Jahresbeginn sind damit 642 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 155 Stellen (-19 Prozent). Laut Franz setzen die Arbeitsagentur gemeinsam mit den Arbeitgebern auf Qualifizierung und die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen. Auch die Möglichkeit, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, sogenannte Minijobs, in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen umzuwandeln, sowie die Weiterbildung beschäftigter Arbeitnehmer gewinnen für Personalentscheider an Bedeutung.

Insgesamt bieten Arbeitgeber in Produktions- und Fertigungsberufen (246 Stellen), im Bereich Verkehr und Logistik (122), im Baubereich (112) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (91) neue Jobmöglichkeiten.

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