21.01.2021 - 15:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Von der Couch den Blick ins virtuelle Weltall

Die Sternwarte in Tirschenreuth bietet aktuell ihre Veranstaltungen online an. Interessierte können sich über die Volkshochschule anmelden und über den Computerbildschirm oder Fernseher mehr über das Universum erfahren.

Von der Couch oder dem Bürostuhl aus können Interessierte virtuell an der Veranstaltung der Sternwarte teilnehmen.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

"Bitte dunkeln Sie zu Hause alles ab", sagt Peter Postler, Leiter der Gerhard-Franz-Volkssternwarte in Tirschenreuth. Über die Lernplattform "BigBlueButton" teilt er seinen Bildschirm mit 25 Teilnehmern der Online-Führung zum aktuellen Sternenhimmel. Bequem über den Computer oder Fernseher können die Leute für eine Kursgebühr von vier Euro von zu Hause aus den Ausführungen des Experten folgen und wandern mit ihm durch die Milchstraße hin zum Andromedanebel und erkundeten die Sternbilder, die vor allem im Winter bei klarem Himmel über dem Horizont von Tirschenreuth aus zu sehen sind.

Mit schnellen Klicks durchs All

Bei technischen Hürden unterstützen die Veranstalter die Teilnehmer. Den Rundgang durch das Weltall macht das Open-Source-Programm "Stellarium" möglich. Mit schnellen Klicks stellt Postler den Sternenhimmel an verschiedenen Tagen und Uhrzeiten dar. Durch die Zoomfunktion kann der Experte die Bilder von Himmelsobjekten vergrößern, die von der Erde aus kaum oder gar nicht mehr mit bloßem Auge erkennbar sind.

Aber auch das eigene Sonnensystem steht im Fokus der Veranstaltung. Der Mauszeiger wandert auf den Mars. Postler erläutert die Eigenschaften des roten Planeten. Ist dort ein Leben für Menschen möglich? "Dort ist es deutlich kälter, aber es gibt eine feste Oberfläche aus Gestein- und Sandflächen." Zudem wurde dort Wasser gefunden. "Das kann durch Elektrolyse in Wasser- und Sauerstoff - also Energie - umgewandelt werden", erklärt der Leiter der Sternwarte. Weniger von Vorteil ist die dünne Atmosphäre. Sie lässt die Sonneneinstrahlung ungebremst durch und schützt weniger vor Meteoriten. Untermalt werden die Ausführungen noch mit Videoaufnahmen, die gemacht wurden, als der Mars 60 Millionen Kilometer von der Erde entfernt war.

Planetentreffen am Bildschirm

Postler geht in der Zeit einige Tage zurück. So war um den 21. Dezember eine Konjunktur - eine Begegnung zweier Planeten - zu beobachten. Über den Bildschirm wandern Jupiter und Saturn, die sich am Nachthimmel treffen. Am 8. Januar ist dann auch Merkur, der innerste Planet des Sonnensystems, sichtbar. Mithilfe von "Stellarium" werden im Handumdrehen Sternenbilder mit Verbindungslinien oder Bildern visualisiert.

Unter anderem zeigt Postler "Orion". "An der Schwertspitze befindet sich der Orion-Nebel. Darin befinden sich Protosterne", erklärt er. Dabei handelt es sich um Sterne, die gerade erst entstehen. Unter dem Gürtel des "Orion" gibt es noch den Pferdekopfnebel zu entdecken. Dieser ist ein großer Teil einer Dunkelwolke im Sternbild, die sich vor rot leuchtenden Emissionsnebel mit einer Silhouette ähnlich einem Pferdekopf abhebt. Von der Erde ist der Nebel ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt.

"Sahen die Sternbilder schon vor 5000 Jahren so aus?", fragt ein Teilnehmer. "Ja, es gibt auch Veränderungen, aber nicht wesentlich", antwortet Postler. Möchte man sich anhand der Sterne orientieren, sei immer zu beachten, dass wenn man sich bewegt auch der Himmel bewegt. Solche Bewegungen oder Veränderungen seien besonders bei Sternen zu beobachten, die sich näher an der Erde befinden. Am Ende der Veranstaltung möchte Postler noch Live-Bilder des Teleskops der Sternwarte präsentieren. Eine schlechte Sicht und eine Verbindungsunterbrechung der Kamera lassen das Vorhaben scheitern. Stattdessen erklärt Kollege Hermann Schwarzer von der Astro-AG, den Aufbau und die Funktionen des Geräts. Ein Tipp: Viele astronomische Beobachtungen lassen sich auch mit einem Fernglas oder Mini-Teleskop machen. "Wir hoffen, wenn Corona irgendwann vorbei ist, das wir das in der Sternwarte wieder alles livesehen können."

Anmeldung für die Online-Führungen sind über die Homepage der Volkshochschule Tirschenreuth möglich. Bis Ende Februar gibt es immer Freitagabends Vorführungen.

In Zusammenarbeit mit der VHS-Tirschenreuth bietet die Sternwarte ihre Veranstaltungen online an

Tirschenreuth

Hier geht es zum aktuellen Kursprogramm der Sternwarte

Über das Open-Source-Programm "Stellarium" werden auch Sternbilder sichtbar.
Über das Open-Source-Programm "Stellarium" wird auch der Pferdekopfnebel im Sternbild des "Orion" sichtbar.

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