16.03.2020 - 21:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

CSU bei Kreistagswahl in Tirschenreuth überall beste Partei

Die Geduld der Kandidaten für den Kreistag wird am Montag lange auf die Folter gespannt. Erst kurz nach 19 Uhr liegt das vorläufige Endergebnis für den Kreistag vor. Der Grund war nicht nur die Zahl der vielen Briefwähler.

Kommunalwahl 2020
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Thomas Schraml vom Sachgebiet für Kommunale Angelegenheiten im Landratsamt war am Montag mehrfach am Verzweifeln. Immer wieder musste er die Medienvertreter vertrösten und die Bekanntgabe des Ergebnisses für den Kreistag nach hinten verschieben. Der Grund waren vor allem Wahlbezirke in Mitterteich. Die Wahlhelfer dort zählten viel länger als alle anderen aus.

Ausschlaggebend für das lange "Nachsitzen" der Wahlhelfer waren vor allem zwei Dinge: der Berg von Briefwahlunterlagen und die dezimierte und teils unerfahrene Mannschaft in Mitterteich. Wegen der grassierenden Coronavirus-Erkrankung und -Quarantäne waren dort etliche Wahlhelfer ausgefallen und mussten kurzfristig ersetzt werden. Das wirkte sich bei der Auszählung aus. Kurz nach 19 Uhr atmete dann Thomas Schraml in der Wahlzentrale im Landratsamt auf: "Wir haben das Ergebnis."

CSU überall vorn

Klarer Wahlsieger ist auch bei der Kreistagswahl die CSU, die mit der CSU-nahen Liste Zukunft die Mehrheit der Sitze verteidigt. Allerdings schneidet die CSU mit insgesamt 42 Prozent nicht annähernd so gut ab wie ihr Spitzenkandidat und künftiger Landrat Roland Grillmeier (55,78). Ihr bestes Ergebnis fährt die CSU bei der Kreistagswahl in Bad Neualbenreuth ein. 53,04 Prozent der gültigen Stimmen vereinigen dort die Kandidaten der CSU auf sich. Die 50-Prozent-Marke nimmt die Partei auch noch in Ebnath (52,48), Pechbrunn (51,91) und Mähring (50,54). Nirgends bekommen die CSU-Kandidaten weniger als 31 Prozent der Stimmen.

FW-Liste schlechter als Eibisch

Auch die Freien Wähler schneiden mit 21,0 Prozent der Stimmen mit ihren Listenkandidaten deutlich schlechter ab als Landratskandidat Ely Eibisch (31,34). In Pechbrunn (8,93) und Ebnath (9,07) schafften sie nicht einmal ein zweistelliges Ergebnis. Hochburgen der Freien sind Leonberg (33,43), Kastl (29,65) und Reuth bei Erbendorf (29,46).

Liste Zukunft punktet in Kulmain

Die Liste Zukunft kommt auf 10,2 Prozent der gültigen Stimmen. Sie fährt ihre Spitzenergebnisse in Kulmain, dem Heimatort von Kreisrat Gerd Schönfelder (18,54 Prozent), und Falkenberg, dem Wohnort von Kreisrat Matthias Grundler (17,62 Prozent) ein. Am wenigsten Stimmen bekam die Zukunftsliste in Pechbrunn (3,44 Prozent). SPD besser als Döhler

Bei der SPD ist es genau umgekehrt wie bei der CSU. Dort fährt die Liste (13,34) deutlich mehr Stimmen ein als Landratskandidat Thomas Döhler (5,22). Rote Hochburgen sind Krummennaab (24,70), Neusorg (24,35), Pechbrunn (23,21) und Reuth bei Erbendorf (23,08).

Grüne acht Mal zweistellig

Die Grünen kommen bei der Kreistagswahl auf 8,96 Prozent und sind ebenfalls besser als Kandidatin Anna Toman (7,66). In acht Kommunen reicht es zu zweistelligen Resultaten. Ihre besten Ergebnisse fahren sie in Friedenfels (14,60), Kemnath, dem Wohnort der Kreisvorsitzenden Heidrun Schelzke-Deubzer (18,94), Falkenberg (12,23) und Bärnau, dem Wohnort von Toman (11,73) ein. Das schlechteste Ergebnis der Öko-Partei sind 4,12 Prozent in Konnersreuth.

FDP in Friedenfels ganz schlecht

Die FDP schafft es, ganz ohne Wahlkampf, ihr Mandat zu verteidigen. Die meisten Stimmen bekommen die Liberalen in Bärnau (5,56) und in Neusorg, dem Wohnort von FDP-Kreisrat Werner Ott (5,27). Nur zu 1,2 Prozent der Stimmen reicht es in Friedenfels.

ÖDP punktet in Plößberg

Neu im Kreistag vertreten ist die ÖDP, die nun ebenfalls einen Kreisrat stellt. Sie fährt ihr bestes Ergebnis in Plößberg ein, dem Wohnort des künftigen Kreisrats (5,35) Markus Remold. In Bad Neualbenreuth reicht es immerhin noch zu 4,4o Prozent, dem zweitbesten Resultat der ÖDP. In Kastl gibt es den Tiefpunkt für die Liste, die zum ersten Mal bei den Tirschenreuther Kreistagswahlen angetreten ist. Dort holt die Partei gerade einmal 0,44 Prozent der gültigen Stimmen.

Beteiligung besser als 2014

Die Wahlbeteiligung liegt diesmal bei der Kreistagswahl mit 71,2 Prozent etwas über der Marke von 2014. Damals gaben 70,05 Prozent bei den Wahlen ihre Stimme ab. Spitze waren hier die Bürger von Leonberg. 696 der 830 Wahlberechtigten füllten den Stimmzettel für den Kreistag dort aus. Dahinter folgten Ebnath (82,54) und Konnersreuth (81,21).

Die geringste Wahlbeteiligung wurde aus der Kreisstadt Tirschenreuth gemeldet. Aber auch dort gingen immerhin noch 65,92 Prozent zur Wahl. Das sind 4774 von insgesamt 7242 Wahlberechtigten.

Kommunalwahl 2020. Berg von Briefwahlunterlagen.

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