25.07.2021 - 14:20 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Dauerhaft frischer Wind für Museumslandschaft im Landkreis Tirschenreuth

Die Museumslandschaft im Landkreis wächst und gedeiht. Zur Pflege der bald 15 Einrichtungen gibt es jetzt ein wichtiges Signal.

Als gar nicht verstaubte Einrichtungen verkaufen sich die Museen im Zusammenschluss "Das Zwoelfer". Lebendige Eindrücke von der Kultur der Vorfahren vermittelt beispielsweise die Abteilung Plan-Weseritz im Tirschenreuther Museumsquartier.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Seit 2018 gibt es eine Museumsfachstelle im Landkreis Tirschenreuth, deren Arbeit im Kreisausschuss durchweg positiv beurteilt wurde. Deshalb fiel der Beschluss, diese Fachstelle auf Dauer zu etablieren, auch einstimmig. Der Landkreis ist bereit, sein finanzielles Engagement dafür fast zu verdoppeln.

"Leider ist der Freistaat nicht weiter bereit, die Stelle zu fördern", kommentierte Landrat Roland Grillmeier das Auslaufen der Anschubfinanzierung für drei Jahre. Der Landkreis stelle sich der Verantwortung und erhöhe seine Beteiligung von bisher maximal 35.000 Euro auf eine Pauschale von 60.000 Euro im Jahr.

Damit bewilligte der Kreisausschuss einen Antrag der beiden kommunalen Zweckverbände Ikom Stiftland und Steinwald-Allianz zur Fortführung der Museumsfachstelle als Dauereinrichtung. Barbara Habel kümmert sich als Fachkraft in Vollzeit mit Unterstützung von Stefanie Schreiner und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern vor Ort um ein attraktives Angebot.

Virtuelle Rundgänge

Habel gab einen Überblick, was bisher schon geschehen ist. "Wir sind auf dem Weg zu einer gemeinsamen Museumslandschaft", sagte sie im Ausschuss. Man habe durch viele Treffen einen besseren Austausch geschaffen. Besonders hob sie die Präsentation in einem auffälligen Flyer, im Internet und auf sozialen Kanälen mit professionellen Fotos hervor. Virtuelle Rundgänge durch einzelne Museumszimmer sollten die Neugierde auf einen realen Besuch wecken.

"Die Leute sollen Lust bekommen, mit der Familie ins Museum zu gehen. Hier ist wirklich was geboten", sagte Barbara Habel. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Tourismus-Stellen vor Ort habe sich bewährt. Ein monatlicher Newsletter bündele alle Aktionen im Landkreis.

Museumpädagogik an Schulen

"Es gibt noch viel zu tun", gab die Fachkraft einen Ausblick auf die nächsten Jahre. So solle die Museumpädagogik mit Schulen nach der Corona-Pause wieder Fahrt aufnehmen. Die Mitarbeiter vor Ort erhielten Unterstützung bei der Archivierung, Digitalisierung und Präsentation. Auch Sonderaktionen wie vergangenes Jahr die Doppelausstellung zum 50. Todestag des Malers Herbert Molwitz in Tirschenreuth und Mitterteich sollten wiederholt werden: "Das war eine tolle Erfahrung mit viel Zuspruch."

Auf Nachfrage gab Barbara Habel die Besucherzahlen in allen Museen des Landkreises mit knapp 60.000 im Jahr an. Durch die Schließungen wegen Corona habe sich das auf ein Drittel reduziert, doch nun sollten die Zahlen wieder nach oben gehen. "Durch digitale Angebote haben wir zusätzlich rund 60.000 Besucher erreicht", erläuterte die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Sie machte auch auf den baldigen Zuwachs durch drei Museen aufmerksam, die noch im Aufbau sind. "Wir sind dann trotzdem noch ,Das Zwoelfer'", versicherte sie. Schließlich beziehe sich der Name auf die Anzahl der beteiligten Gemeinden, und die bleibe gleich.

Die Doppelausstellung im Molwitz-Jahr war 2020 ein Highlight

Tirschenreuth
Hintergrund:

Bald 15 Museen im Landkreis

  • Im Landkreis gibt es nur Museen unter kommunaler Regie. Deren Arbeit wird seit 2019 von zwei Fachkräften (1,5 Stellen) unterstützt, die bei der Ikom Stiftland für drei Jahre angestellt wurden.
  • Die Museumsfachstelle soll eine Dauereinrichtung werden, die in den nächsten drei Jahren Kosten zwischen 124.300 und 128.100 Euro verursacht.
  • 50 Prozent der Kosten trägt der Landkreis Tirschenreuth.
  • 50 Prozent der Kosten teilen sich die zwölf Kommunen mit Museumsstandort sowie der Geschichtspark Bärnau als privater Verein.
  • Im Zusammenschluss "Das Zwoelfer" sind bisher vertreten: Sengerhof und Grenzlandheimatstuben Bad Neualbenreuth, Knopfmuseum Bärnau, Geschichtspark Bärnau, Museum Burg Falkenberg, Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum Kemnath, Gelebtes Museum Mähring, Porzellan-, Glas- und Handwerkmuseum Mitterteich, Glasmuseum und Krippenkunst Plößberg, Museumsquartier Tirschenreuth, Stiftlandmuseum Waldsassen, Heimat- und Bergbaumuseum Erbendorf.
  • Neu hinzu kommen das Dokumentationszentrum Flucht und Vertreibung Erbendorf, das Theres-Neumann-Museum Konnersreuth und der Kulturbahnhof Wiesau.

"Die Leute sollen Lust bekommen, mit der Familie ins Museum zu gehen. Hier ist wirklich was geboten."

Museumsfachkraft Barbara Habel

 

 

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