07.08.2020 - 13:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Leben und Werk des Herbert Molwitz

Ein Novum: Zwei Museen im Landkreis präsentieren gemeinsam eine Ausstellung. Deshalb eröffneten die Bürgermeister Franz Stahl (Tirschenreuth) und Stefan Grillmeier (Mitterteich) miteinander beide Präsentationen an beiden Orten.

Coronabedingt fand die Vernissage zur Präsentation "Herbert Molwitz - ein Künstler, zwei Standorte" auf dem Vorplatz der Fronfeste im Freien statt.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Hintergrund dieser Außergewöhnlichkeit: Vor 50 Jahren verstarb der Künstler Herbert Molwitz, der in beiden Städten wirkte. Am 11. Januar 1901 erblickte er im thüringischen Blankenhain das Licht der Welt und kam dann mit der Familie nach Mitterteich, wo sein Vater den Direktorposten in einer Porzellanfabrik übernahm.

Hier verbrachte Herbert Molwitz viele Jahre bis er 1958 in Tirschenreuth das Haus "Und dennoch" baute. In der Kreisstadt lebte er mit seiner Familie bis zu seinem Tod am 30. April 1970. Das Museumsquartier (MQ) beleuchtet in der Hauptsache Leben und Arbeit des Künstlers. Leihgaben, welche die Familien aus dem Nachlass des Künstlers für die Ausstellung zur Verfügung stellt, haben das ermöglicht.

"Meister Mol"

Das Lebenswerk von "Meister Mol" umfasse eine große Sammlung an Lithographien, Aquarellen, Radierungen, Skizzen und Studien, sagte Bürgermeister Franz Stahl bei der Eröffnung. Auch sein ehemaliger Ateliertisch aus dem Haus "Und dennoch" und sein Fischereischein von 1943 sind im MQ zu sehen.

Eröffnung der Ausstellung in Mitterteich

Mitterteich

"Molwitz war eine Marke", sagte Manfred Knedlik, der in die Ausstellung zum 50. Todestag von Herbert Molwitz einführte. Als der Mann mit dem breitkrempigen Hut, mit wallendem Haar charakterisierte der Sprecher den Künstler. Als Original sei er in der ganzen Oberpfalz bekannt gewesen. Mit seinem tragbaren Kaufladen, dem sogenannten "Notizbüchl", das eine Auswahl seiner grafischen Blätter bargt, sei er als Selbstvermarkter stets auf der Suche nach "geldbegabten" Persönlichkeiten unterwegs gewesen.

Oberpfalz war immer Zentrum

Die Oberpfalz sei immer Zentrum seiner Inspiration gewesen. Seine Lebensgeschichte habe ihn auch in andere Orte geführt. Etwa nach Bayreuth, wo er die Oberrealschule absolvierte oder nach Weimar an die Hochschule für Bildende Kunst. Bäume, Pflanzen, typische Landschaften, markante Bauwerke und Ortschaften, seien seine Motive gewesen, sein frühes Ausdrucksmittel die Zeichnung in Bleistift, Tusche und Kohle. Ständig habe er experimentiert, um sein Ausdrucksspektrum zu erweitern. Lithographien, Linolschnitte, Kupferstiche und Radierungen gehörten dazu. Als seine Arbeitsplätze habe er die heimatliche Landschaft bezeichnet.

Die Präsentation im MQ ist bis zum 27. September, Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Es gelten die üblichen Hygienevorschriften.

Beate Mundhenk (Nichte von Herbert Molwitz), Anja Mundhenk (Tochter von Beate Mundhenk) und Sabine Meister (Enkelin der Schwester von Herbert Molwitz) sind die Leihgeber der ausgestellten Unikate im MQ. Zur Vernissage waren sie aus Berlin angereist.
Manfred Knedlik führte in das Werk des Herbert Molwitz ein.
Viel Persönliches des Künstlers Herbert Molwitz ist im MQ zu sehen.
Tagebücher, Werkzeuge und Notizbücher.
Bei der Ausstellungseröffnung im Museumsquartier: Beate Mundhenk (Nichte von Herbert Molwitz), Anja Mundhenk (Tochter von Beate Mundhenk), Bürgermeister Franz Stahl, Sabine Meister (Enkelin der Schwester von Herbert Molwitz) und Bürgermeister Stefan Grillmeier (von links).
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