01.07.2020 - 15:29 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Digital den Traumjob finden

Kreative Ideen sind während der Corona-Pandemie gefragt. Daher verlagert der Landkreis Tirschenreuth seine Ausbildungsmesse ins Internet.

Bildungsmanager Hilmar Fütterer, Wirtschaftsförderer Volker Höcht und Schulamtsdirektor Rudolf Kunz (von links) hoffen, dass die digitale Ausbildungsmesse bei Schülern und Unternehmen Anklang findet.
von Martin Maier Kontakt Profil

Normal wäre im März die Ausbildungsmesse in Waldsassen über die Bühne gegangen. Das Coronavirus verhinderte dies aber. Um für Schüler und Unternehmen trotzdem eine Plattform zu schaffen, hat Bildungsmanager Hilmar Fütterer nun die erste digitale Ausbildungsmesse auf die Beine gestellt. "Die Idee ist mir beim Duschen gekommen", sagt er mit einem Lachen.

Die Internetseite www.dasAusbildungsportal.de dient als Plattform für die Online-Messe. "Hier lief schon die letzten drei Jahre die Anmeldung der Unternehmen für die Messen. Das haben wir nun alles nur ein wenig aufgebohrt", erklärt Fütterer. Unter anderem gab es schon eine Speed-Dating-Funktion. Dort konnten die Schüler Termine an den Messeständen ausmachen. Dieses Tool wurde ausgeweitet und kann nun auch bei der digitalen Messe genutzt werden. Zudem können Unternehmen Videos und ihre Firmenpräsentation hochladen, um sich den Jugendlichen vorzustellen. "Wir sind da ganz pragmatisch vorgegangen", beschreibt der Bildungsmanager.

Messe über zwei Wochen

Ein Vorteil der Online-Messe: Sie geht über fast zwei Wochen. Zwischen dem 13. und dem 24. Juli können Schüler an allen Werktagen zwischen 9 und 17 Uhr Termine mit ihren Wunschbetrieben ausmachen. Die Treffen können dann sowohl digital - beispielsweise über Skype oder Zoom - als auch persönlich über die Bühne gehen.

Bisher haben sich rund 30 Unternehmen registriert. Zum Vergleich: Bei der Ausbildungsmesse im Frühjahr in Waldsassen waren rund 70 Firmen angemeldet, und im vergangenen Herbst waren es in Kemnath etwa 90 Unternehmen. Daher hofft Fütterer auch noch auf weitere Anmeldungen für die digitale Variante. Letztendlich sei es ein Versuch.

"Großer Schritt"

Und wenn er gut angenommen wird, ist eine feste Etablierung dieses Angebots zwischen den beiden "normalen" Messen möglich. Etwas enttäuscht ist Fütterer, dass Pflegeeinrichtungen bei der Online-Variante noch unterrepräsentiert sind. "Aus dieser Richtung könnte mehr kommen."

Ein großes Lob hat Schulamtsdirektor Rudolf Kunz für den Bildungsmanager parat: "Das ist zwar alles aus der Not geboren, letztendlich ist es aber ein großer digitaler Schritt." Auf diesem Weg sei die junge Generation viel besser zu erreichen, denn sie "trifft sich auf Instagram und Youtube". In diesem Zusammenhang verweist Wirtschaftsförderer Volker Höcht darauf, dass die "Wirtschaftsregion Tirschenreuth" seit kurzer Zeit auch Facebook und Instagram bespielt. Die sozialen Netzwerke sollen künftig noch intensiver genutzt werden. Dabei ist die digitale Ausbildungsmesse nur ein Anfang.

Die 9. Waldsassener Ausbildungsmesse ging 2019 über die Bühne:

Waldsassen

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