Eine Familie, eine Leidenschaft: In der Kulisse des stilvoll renovierten Sitzungssaals am Landratsamt bewiesen sich am Samstagabend Vater Jakob Schröder, Sohn Jakob Johannes und Schwiegertochter Kinga beim Sonatenabend als drei große Musiker mit intellektuellem Klangverstand. Tritt der ehemaligen Kreismusikschulleiter und Klaviervirtuose Jakob Schröder (63) solo oder mit Kollegen auf, ist ein voller Konzertsaal garantiert.
Sein Sohn, der 33-jährige Jakob Johannes Schröder, hat sich in Klassikmusikkreisen einen Namen gemacht. Sein Metier ist die Viola. Aktuell ist er häufig als Dirigent des Symphonieorchesters im Stiftland zu erleben. Gemeinsame Auftritte von Vater und Sohn gibt es seit vielen Jahren. Neu war beim Familienkonzert die Dritte im Bunde: Kinga Schröder, Ehefrau von Jakob Johannes. Sie hat ihre Karriere im Vorschulalter am Cello begonnen. Die gebürtige Ungarin kann mit zahlreichen Musikpreisen aufwarten. Ein Sonderpreis beim Musikwettbewerb in Goriza in Italien gehört ebenso dazu, wie der zweite Preis beim Kammermusikwettbewerb des Mozartvereins Nürnberg in der Kategorie Klavierquartett.
Alle drei strebten den gleichen Beruf an. Kinga und Jakob Johannes Schröder arbeiten wie vor seiner Pensionierung der Vater als Musiklehrer in Tirschenreuth, Selb, Neustadt/Waldnaab und Marktredwitz. Tobias Böhm, jetziger Kreismusikschulleiter, freute es besonders, seine Kollegen und seinen Vorgänger anzukündigen. Gleichermaßen begrüßte Böhm ein erstaunlich großes Publikum. Die Zuhörer erlebten eine harmonierende Musikerfamilie, als stünde das Trio seit Jahren gemeinsam auf der Bühne. Tatsächlich hat es ein solches Familienkonzert bisher nur ein einziges Mal bisher im Jahr 2018 in Selb gegeben.
Die Virtuosen entschieden sich für Werke von Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Rebecca Clarke und David Popper. Dieses Programm ließ zu, Schröders Klavier im jeweiligen Wechsel mit der Bratsche des Sohnes oder dem Violoncello der Schwiegertochter zum Einsatz zu bringen. Die Sonate in F-Dur von Beethoven wurde zur Herausforderung für Kinga Schröder, um dem Schwiegervater am Klavier Harmonie mit ihrem Instrument zu gewähren. Mit "Märchenbilder" von Robert Schumann zeigten sich Vater und Sohn in langsamen Spielweisen mit melancholischen Ausdruck als hochkonzentrierte Perfektionisten.
Im zweiten Teil forderte die aufregende Sonate von Rebecca Clarke Senior und Junior zum äußerst intensiven Zusammenspiel heraus. Der Glanzpunkt am Konzertschluss, die "Ungarische Rhapsodie op. 68" war ganz nach dem Geschmack der gebürtigen Ungarin Kinga Schröder. Mit einer Zugabe, einem Stück eines italienischen Komponisten, die der Senior extra herausgesucht hatte, wurden die Zuhörer entlassen. Tobias Böhm dankte den Musikern für diese Darbietung.

















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