11.06.2019 - 13:52 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Einige Fallstricke"

Das Problemkind heißt „Faire-Kassenwahl-Gesetz“. Die AOK in Tirschenreuth findet dies aber nicht fair. Sie sieht viele Nachteile.

Die Beiratsvorsitzenden Franz Häring und Peter Hofmann sprechen sich gegen das „Faire-Kassenwahl-Gesetz“ aus.
von Externer BeitragProfil

Wer an der Nordseeküste wohnt, soll sich künftig auch bei der AOK Bayern versichern können. Umgekehrt gilt: Wer in Tirschenreuth wohnt, könnte sich bei der AOK in Niedersachsen versichern. Dies sehen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor, der die regionalen Kassen bundesweit öffnen will. "Das klingt zunächst gut, birgt jedoch einige Fallstricke", werden die Beiratsvorsitzenden Franz Häring und Peter Hofmann in einer Pressemitteilung der AOK Tirschenreuth zitiert.

Denn die regionalen Kassen würden in einen unsinnigen Preiswettbewerb gezwungen. Vor allem junge und gesunde Versicherte würden unterschiedliche Beitragssätze nutzen, um zu wechseln.

Die Folge: "Der Krankenkasse fehlt in ihrem Kerngebiet das Geld für die Gestaltung einer guten und passgenauen Versorgung", so die AOK-Beiräte. Die Kranken hätten das Nachsehen. Und auch der wirtschaftliche Druck hin zu Fusionen würde sich erhöhen. Am Ende würde es weniger Kassen und weniger Wettbewerb geben. Statt eines unsolidarischen Preiswettbewerbs sei aber ein Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung gefragt.

Wenn es um negative Auswirkungen der Pläne des Gesundheitsministers geht, verweist Häring auf bundesweit tätige Krankenkassen. Gerade in den ländlichen Regionen Bayerns hätten diese in den letzten Jahren immer mehr Geschäftsstellen geschlossen. Aber gerade die Regionalität sei eine Stärke der AOK Bayern.

"Die Nähe zu den Menschen ist unser Erfolgsmodell und das soll auch so bleiben", sagt Franz Häring. Nur so könne eine wohnortnahe Betreuung und Beratung sichergestellt werden. Die Pläne Spahns würden das gefährden.

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