07.04.2019 - 10:27 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Eintrittspreise auf gleichem Niveau

Museen arbeiten selten kostendeckend. Jedoch erwirtschaftet das Tirschenreuther Museumsquartier durch die Eintrittsgelder nur 2,2 Prozent der benötigten Summe. Der Kulturausschuss des Stadtrats sucht nach einer Lösung.

von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Museen arbeiten selten kostendeckend. Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, sucht der Kulturausschuss des Stadtrats nach einer Lösung. "Unsere Eintrittspolitik sollte überlegt werden", betonte Ludwig Bundscherer, Leiter des Museumsquartiers (MQ) bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus, Museumsangelegenheiten und Städtepartnerschaften. Lediglich 2,2 Prozent könne das Museum über die aktuellen Preise erwirtschaften. "Wir stehen an einem Scheideweg. Entweder wir verlangen nichts mehr oder wir überlegen ein neues Konzept."

Unter Landkreisniveau

Bundscherer warf eine Grafik an die Wand: "Der durchschnittliche Eintrittspreis liegt bei anderen Museen im Landkreis deutlich über unseren 1,50 Euro." Bürgermeister Franz Stahl war dankbar für die Analyse. Um die Situation zu verbessern, machte er einen Vorschlag: "Wie wäre es, wenn im Landkreis ein gemeinsamer Museumspreis generiert werden könnte? Wenn Sie dafür sind, könnten wir darüber mit der Museumsfachkraft Barbara Habel von der Ikom Stiftland sprechen."

Zweiter Bürgermeister Peter Gold befürwortete die Idee, bemerkte aber: "Auch Vergünstigungen sollten gleich organisiert werden. Jugendliche und Senioren sollten Preise mit dem selben Niveau zahlen." Kerstin Kurzeck, Stadträtin der Wählergemeinschaft Umwelt, fand: "Wir machen tolle Sonderausstellungen. Das sollte auch honoriert werden. Ist es nicht möglich, verschiedene Preise für Dauer- und Sonderausstellungen zu verlangen?"

Ikom gefordert

Der Bürgermeister meinte, es sei schwer, beide Ausstellungsarten im Museum zu trennen. Vinzenz Rahn (CSU) war der Meinung, dass sich die Ikom Stiftland mehr beweisen sollte. "Man hat bisher noch nicht viel gesehen. Es sollte mehr gemeinsame Angebote geben, welche die Ikom vermarktet." Zwar würde sich der Zusammenschluss zwischen der touristischen Arbeitsgemeinschaft Stiftland mit der Ikom rechnen, aber es müsse mehr passieren.

Bericht aus dem Museumsquartier:

Zudem informierte Jürgen Bundscherer über die Neuausrichtung in der Museumspädagogik. "Wir haben eine neue Fachkraft für diese Aufgabe im Team. Das haben wir genutzt, um Kinder und Jugendliche mehr ins Museum zu bekommen." Interaktive Führungen, Präparieren von Forellen oder Ostereierfärben mit Naturprodukten sind nur einige Ideen. Zweiter Bürgermeister Peter Gold lobte dieses Vorgehen: "Kinder sollen auch als Erwachsene Interesse an Museen entwickeln. Das kostet Aufwand, ist mir aber lieber als ein Museum, wo keiner reingeht. Eine solche Einrichtung muss leben und sich fortentwickeln."

Vinzenz Rahn gab noch zu bedenken, dass auch Besucher von Jugendherbergen mehr einbezogen werden sollten.

Das neue Museumsprogramm wurde bereits vorgestellt. Auf dem Flyer gibt es aber einen Punkt, der noch fehlt: "Wir wollen im Januar 2020 eine Sonderausstellung über den Tirschenreuther Barockmaler Maurus Fuchs machen." Bundscherer habe bereits Förderanträge gestellt. "Dazu wollen wir auch Exkursionen anbieten. Denn auch in Tachau und in Planá gibt es seine Kunst zu bewundern. Fuchs gehört mit zu den großen Künstlern, der bei uns noch zu wenig geschätzt wird."

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