17.05.2021 - 13:44 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Wir erwarten die Morgendämmerung der neuen Kirche"

Monsignore Thomas Schmid hofft in seiner Predigt bei der 409.Monatswallfahrt für die Kirche auf eine "neue Begeisterung".

Monsignore Thomas Schmid (Mitte) war der Anführer der 409. Monatswallfahrt in Tirschenreuth. In Konzelebration feierten Stadtpfarrer Georg Flierl und Kaplan Daniel Fenk mit
von Konrad RosnerProfil

Anführer der 409. Monatswallfahrt für die Kirche war am Monatsdreizehnten Monsignore Thomas Schmid aus Regensburg. Zu Beginn seiner flammenden und eindrücklichen Predigt betonte er, "wir erwarten die Morgendämmerung der neuen Kirche. Wir erwarten uns neue Begeisterung". Gesanglich wurde der Wallfahrtsgottesdienst von Horst Schultes und Ewa Pankowska sowie von Kornelia Cichon an der Orgel umrahmt.

Zu Beginn des Wallfahrtsgottesdienstes freute sich Stadtpfarrer Georg Flierl über die nun schon langjährige Treue der Wallfahrer, vor allem auch jetzt in Corona-Zeiten. Er verwies darauf, dass am 13. Mai 1917, also vor 104 Jahren, Maria zum ersten Male den Kindern in Fatima erschienen sei. Eines der Mädchen habe dann zu Hause erzählt, "die Dame hat ein helleres Licht verbreitet als die hellsten Strahlen, die durch ein wassergefülltes Kristallglas scheinen".

Wieder klaren Blick bekommen

In seinen Ausführungen bekundete der Monsignore seine ehrliche Freude, wieder einmal in Tirschenreuth sein zu dürfen. "Hier fühle ich mich zu Hause", so sein Statement. In seiner Predigt betonte er, "in einen neuen Morgen hinein zu erwachen, bedeutet durch die Nacht zu gehen. Man sollte die Nacht nutzen, um wieder einen klaren Blick zu bekommen." Die Morgendämmerung könne bedeuten, die oft quälende Finsternis einer langen Nacht hinter sich zu lassen. Durch die heranziehende Sonne in der Morgendämmerung werde der Horizont weiter. Gott habe uns einen heiligen Geist der dynamischen Kraft, der Liebe und der Besonnenheit versprochen.

Pfarrer Dr. Kasimir Pajor führte die 408 Monatswallfahrt in Tirschenreuth an.

Tirschenreuth

Oftmals, wenn uns in der Last und der Hitze des Tages der gute Wille und gute Absichten entzogen oder verleumdet wurden, brauche man Hilfe. Dieser komme mit einem erhellende Gedanken, einem innigen Trost oder einer helfenden Hand. "Ja, war das nicht der heilige Geist", fragte der Prediger. Oftmals stelle man sich auch Frage, "wie ich das alles ausgehalten habe, ist mir eine Rätsel". Nein, es sei kein Rätsel, "es ist das Wirken des heiligen Geistes", so der Prediger. Sei nicht schon oft aus Entzweiung Versöhnung, aus Kälte Liebe, aus Einsamkeit Beistand, aus Aggressivität Zuwendung aus Verschlossenheit Offenheit geworden?. "Lassen wir uns langsam dem Geist Gottes auf die Schliche kommen".

Beieinander bleiben

"Wenn wir eine neue Morgendämmerung der Kirche wollen, dann müssen wir gut beieinander sein und beieinander bleiben und nicht in alle Himmelsrichtungen auseinander laufen", appellierte der Monsignore. Jesus, so der Prediger, sei mitten unter uns, auch heute und alle Tage, "vergesst das nicht". Jesus hätte damals den Jüngern die Gewissheit gegeben, dass sie seine Freunde und nicht seine Knechte seien. Und aus Liebe zu Jesus sollte man die Nähe der Anderen suchen, nicht aus Gewohnheit. Man sollte sich nicht aufgeben und sich auch nicht heraushalten, "nein, betend empfänglich bleiben für eine neue Begeisterung". Er zeigte sich überzeugt, dass Maria der glühende Kern eines aufblühenden Glaubens war, Maria sei immer die empfängliche Einfallstelle Gottes in diese Welt gewesen.

"Suchen wir die Erneuerung der Kirche nicht in Büchern, sondern dadurch, dass wir wieder gottbereite Menschen werden." Wer Feuer dafür brauche, tue gut, sich an Maria anzulehnen. Als Christ dürfe man nie aufhören, neu anzufangen. Ein Neuanfang sei, auf das Werk des Heiligen Geistes an Pfingsten mit innigsten Herzen hinzugehen, "nutzen wir das Pfingstfest, um eine kostbare Morgenstunde für die Kirche zu erbetteln". "Bitte, geben wir nicht der Resignation nach, sondern gehen wir in eine Morgendämmerung einer erneuerten Kirche", so der Monsignore abschließend in seiner sehr einfühlsamen Predigt. Eben ein Mann der Worte, so der Stadtpfarrer am Ende des Gottesdienstes.

Anführer der 410. Wallfahrt "zur lieben Frau von Tirschenreuth" ist am 13. Juni Domkapitular Thomas Pinzer.

Gut besucht war die 409. Monatswallfahrt in Tirschenreuth.
Ewa Pankowska beeindruckte mit ihrer Stimme.

 

 

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