Im Landkreis sind derzeit 1273 Männer und Frauen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote klettert auf 3,1 Prozent. Die gute Auftragslage vieler Unternehmen und 841 gemeldete Arbeitsstellen verheißen dennoch einen guten Start ins neue Jahr.
Neuer Höchststand
Zugleich wird mit 25 811 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein neuer Höchststand erreicht. Thomas Franz, Leiter der Geschäftsstelle Tirschenreuth, blickt auf eine sehr gute Entwicklung in den vergangenen Monaten zurück: „Der Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth zeigt sich sehr robust. In den letzten vier Wochen führten insbesondere saisonal bedingte Personalfreistellungen bei Arbeitskräften aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Forst-, Garten- und Landschaftsbaubetrieben zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Der gegenüber dem Vormonat um 48,1 Prozent gesteigerte Zugang aus Erwerbstätigkeit in der Arbeitslosenversicherung spiegelt dies deutlich wider.
Der Arbeitsmarkt zeigte sich auch im Berichtsmonat Dezember sehr dynamisch. 406 Personen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, im gleichen Zeitraum konnten 271 Arbeitnehmer ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die gute Konjunktur im vergangenen Jahr bewirkte einen Abbau der Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen. So sank binnen eines Jahres die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Ansprüchen an die Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozent auf 621 Männer und Frauen. Das Jobcenter Tirschenreuth vermeldete ebenfalls einen Rückgang bei den hilfebedürftigen Arbeitslosen. Es ist für 652 Arbeitslose erster Ansprechpartner; gegenüber Dezember 2017 ein deutlicher Rückgang um 8,8 Prozent.
Laut Geschäftsstellenleiter Franz werden sich in den nächsten Wochen weiterhin Arbeitnehmer aus witterungsabhängigen Branchen arbeitslos melden, die oftmals bereits eine Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr besitzen. Aufgrund der optimistischen Wirtschaftsprognosen und dem hohen Personalbedarf der Betriebe rechnet Franz mit einem stabilen Arbeitsmarkt. Die Arbeitsagentur wird weiterhin die Themen Qualifizierung und Integration auf dem Arbeitsmarkt in den Fokus stellen. Mit intensiven Vermittlungs- und Beratungsaktivitäten soll an den guten Ergebnissen des Jahres 2018 angeknüpft werden.
Weniger Frauen arbeitslos
Eine positive Bilanz können verschiedene Personengruppen vorweisen. So ist im Vergleich zum Vorjahresmonat die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen um 9 Prozent gesunken auf 697. Bei den erwerbslosen Jugendlichen unter 25 Jahren ist ein Rückgang um 13,8 Prozent auf 112 Personen zu verzeichnen. Um 9,7 Prozent ist die Zahl der arbeitslosen Menschen ausländischer Herkunft rückläufig. 167 Ausländer waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet, davon 65 Personen im Kontext von Fluchtmigration.
Ein Indiz für den hohen Personalbedarf sind die 25 811 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Tirschenreuth. Die Daten zur Beschäftigten mit Stichtag 30. Juni 2018 zeigen eine Zunahme um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wobei die Beschäftigtenzahlen im Bereich Verkehr und Lagerei (317 Personen oder 37,1Prozent) am deutlichsten gewachsen sind. Der Anstieg der Beschäftigung bewirkt einen wachsenden Bedarf an Fachkräften. Dies bestätigt auch der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Tirschenreuth. Insgesamt 841 Stellenangebote meldeten die Unternehmen in der Region.
Weiterbildung das Ziel
Hohen Personalbedarf meldeten die Branchen Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung mit 371 Arbeitsangeboten und Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit 159 Stellen. Über 123 Jobangebote verfügt die Arbeitsagentur in den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen. Die zeitnahe Besetzung der Arbeitsstellen hat oberste Priorität beim Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur. „Um den hohen Fachkräftebedarf zu erfüllen, setzen wir auch auf die Weiterbildung erwerbsloser Personen bzw. den Erwerb von Zusatzqualifikationen. Arbeitslosen Menschen, die ihre Qualifikationen verbessern, bieten sich gute Beschäftigungsmöglichkeiten an“, ergänzt Franz.
„Zugleich informieren wir Arbeitgeber über Fördermöglichkeiten, wie z.B. zur Weiterbildung geringqualifizierter Arbeitnehmer in den Betrieben oder auch über die Qualifizierungsmöglichkeiten während des Bezugs von Saison-Kurzarbeitergeld. Letzteres Förderinstrument richtet sich speziell an Betriebe im Bau- und Baunebengewerbe und kann bei Schlechtwetterphasen genutzt werden, um Kündigungen zu vermeiden. Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit informiert interessierte Arbeitgeber unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0 800 4 5555 20.













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