27.10.2019 - 14:49 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Fast zehn Hektar Baulücken

Über 97.000 Quadratmeter freier Baugrund stehen in der Stadt zur Verfügung. Wer auf der Suche nach einem Grundstück ist, merkt davon nichts.

Peter Schön hat für die Stadt eine Briefaktion durchgeführt, um ungenutzte Baugrundstücke zu vermitteln. Die Aktion war immerhin ein kleiner Erfolg, bescheinigte auch Bürgermeister Franz Stahl bei der Stadtratssitzung. Im Bild Peter Schön an einer Innenstadtkarte auf der auch leerstehende Wohngebäude vermerkt sind.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Für die Bauwilligen ist die Lage in der Kreisstadt nicht einfach. Es fehlt schlicht an den notwendigen Flächen. Dabei würde allein innerhalb des Ortes durchaus Grund zur Verfügung stehen, verdeutlichte Peter Schön am Donnerstag dem Stadtrat. Als Mitarbeiter des Bauamtes hatte Schön in diesem Jahr eine Briefaktion gestartet, um Besitzer von baureifen Grundstücken zum Verkauf zu bewegen. Dabei wäre die Stadt nicht nur als Interessent, sondern auch als Vermittler zwischen Inhabern und Bauwilligen aufgetreten.

34 Absagen

Insgesamt 79 Eigentümer hätte die Stadt angeschrieben, informierte Schön über die Aktion. Immerhin halten die laut den Unterlagen der Stadt über 100 Flurnummern mit einer Gesamtfläche von 97 155 Quadratmetern, was rund 9,8 Hektar entspricht. Um die Dimension dieser Fläche besser wahrnehmen zu können, stellte Schön als Vergleich das Neubaugebiet am Lindenweg gegenüber. Diese Fläche umfasse rund 2,4 Hektar. Bei der Aktion hätte das Bauamt 34 Absagen erhalten, 36 Angeschriebene gaben keine Antwort. Bei den positiven Antworten hätten zumindest neun Grundstücke vermittelt werden können.

Bei seinem Vortrag wusste Schön, dass bei den Absagen in vielen Fällen argumentiert worden sei, dass die Grundstücke für Kinder oder Enkel aufgehoben werden. Begründet worden sei auch, dass die Flächen sichere Anlagen seien. Dennoch wertete Schön die Aktion immerhin als kleinen Erfolg, weil einige Grundstücke vermittelt werden konnten. Wichtig sei aber auch, die Bürger für dieses Anliegen zu sensibilisieren. So würde die Bausituation auch ein wesentliches Element für die Zukunftsfähigkeit des Ortes darstellen. Deshalb möchte das Bauamt auch weiter als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung stehen.

Argument gegenüber Regierung

"Es ist eine Sache, die der Stadt sehr am Herzen liegt", stellte Peter Gold (CSU) die Bemühungen für die Nutzung des bereits vorhandenen Baugrunds dar. Allerdings würde die Aktion auch herausstellen, dass kaum Flächen zu bekommen seien. Und dieses Ergebnis könnte gegenüber der Regierung mit angeführt werden, sollte sich die Stadt wieder um die Ausweisung neuer Baugebiete bemühen. Gerade beim Flächenbedarf der Städte stellte Peter Gold einen deutlichen Unterschied zwischen den Ballungsräumen und der ländlichen Region heraus. "Wir werden anders behandelt als München", konstatierte der CSU-Politiker. Braucht ein großes Unternehmen, wie etwa Siemens, Flächen, würde das keine Probleme darstellen. "Und bei uns sagt man bei vier Grundstücken schon Nein", verwies Gold auf die Ablehnung des kleinen Baugebietes am Fischhof. Seine Anregung lautete, den Grad der Versiegelung in den Gemeinden prozentual festzulegen. Mit weiteren eigenen Baugebieten könnte die Stadt auch auf die Preissituation einwirken. Bürgermeister Franz Stahl verwies auf die weiteren Bemühungen der Stadt zur Nutzung leerstehender Gebäude gerade in der Innenstadt. Hier sei in jüngster Zeit aber eine große Nachfrage zu beobachten. Bei den Anregungen für einen Bauzwang verdeutlichte Stahl, dass dies nur auf eigenen Flächen der Stadt machbar sei. Beim Versuch, weitere vorhandene Flächen zu vermitteln, will die Stadt "dranbleiben", versprach der Bürgermeister.

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