26.10.2021 - 09:09 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth trotz Corona immer einsatzbereit

Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth stark beeinflusst. Kreisbrandrat Andreas Wührl nennt bei der Dienstversammlung Zahlen.

Die Feuerwehr bestückte im März 2020 das Katastrophenschutzfahrzeug mit der mobilen Warnanlage, um die Verhängung der Ausgangssperre in Mitterteich durchzusagen. Das Gerät hat sich laut Kreisbrandrat Andreas Wührl bewährt.
von Martin Maier Kontakt Profil

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie kamen die Feuerwehren des Landkreises Tirschenreuth zu einer Dienstversammlung zusammen. „Schwere Zeiten liegen für uns alle hinter uns“, blickte Kreisbrandrat Andreas Wührl im Kettelerhaus in Tirschenreuth zurück. Er erinnerte an die Ausrufung des Katastrophenfalls im März 2020. Als örtlicher Einsatzleiter fungierte damals Wührl.

In der Anfangsphase sei die Beschaffung und Verteilung von Schutzmasken und Desinfektionsmitteln die Hauptaufgabe der örtlichen Einsatzleitung gewesen. „Keine einzige Feuerwehr hat uns beim Verteilen in Stich gelassen“, lobte der Wiesauer laut Redemanuskript. E-Mails, in denen Schutzmasken zu absolut überhöhten Preisen angeboten wurden, seien täglich eingegangen. Darauf seien aber die Einkäufer (hauptsächlich Rotes Kreuz und THW) der Einsatzleitung nicht eingegangen. Anfangs war die Kreiseinsatzleitung in der Zentrale in Wiesau in einem Zwei-Schicht-System täglich von 8 bis 18 Uhr besetzt. Unter Einhaltung strenger Hygieneregeln habe es während der ganzen Zeit keinen einzigen krankheitsbedingten Ausfall zu verzeichnen gegeben. Außerdem verwies er darauf, dass bei der Verhängung der Ausgangssperre in Mitterteich erstmals die mobile Warnanlage zum Einsatz kam und sich während der stundenlangen Durchsagen bestens bewährt haben.

Brandeinsätze halbiert

Ab März 2020 wurde wegen der Pandemie der komplette Ausbildungs- und Übungsbetrieb eingestellt. In den folgenden Wochen und Monaten habe es fast täglich neue Hinweise und Verhaltensregeln von zig Institutionen gegeben. „Wir haben unsere Feuerwehren stets auf dem neuesten Stand gehalten und alle verfügbaren Informationen schnellstmöglich per Mail verteilt“, so der Kreisbrandrat in seinem Redemanuskript. Und er betonte: „Alle Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth waren stets einsatzklar.“

Corona und das damit verbundene Herunterfahren des öffentlichen Lebens macht sich bei der Einsatzstatistik für 2020 bemerkbar. Es gab 1.855 Alarmierungen (2019: 2.384), bei denen 24.578 Einsatzstunden (2019: 34.282) zusammenkamen. Darunter waren 1237 Einsätze (1427) in der technischen Hilfeleistung, und die Brandeinsätze haben sich von 600 auf 300 Alarmierungen halbiert. 2021 werden die Einsätze vermutlich auf dem Niveau zwischen den Zahlen von 2019 und 2020 liegen.

Schwer traf die Feuerwehren die Einstellung sämtlicher Übungen, Leistungsprüfungen und Lehrgänge. In diesem Zusammenhang hob der Kreisbrandrat hervor, dass neue Wege beschritten wurden. So habe der für die Ausbildung zuständige neue Mann, Kreisbrandmeister Klaus Schicker, „neuen Schwung“ hineingebracht. Mit der vorhandenen Technik in der Kreiseinsatzzentrale habe er kurzfristig neue Konzepte für Videoschulungen entwickelt. Sehr erfolgreich sei der Online-Lehrgang Sprechfunker gewesen. Schicker hat zudem mehrere kurze Schulungsvideos veröffentlicht. Solche Angebote solle es auch künftig geben.

Stand: Digitale Alarmierung

Seit einigen Monaten laufen wieder Präsenzveranstaltungen wie Absturzsicherung, Atemschutzgeräteträger, Erste Hilfe, Maschinist für Löschfahrzeuge und Motorsägenführer. Bis Ende 2021 werde es in diesen Bereichen voraussichtlich insgesamt 30 Lehrgänge mit über 550 Teilnehmern geben. „Dadurch können wir einen Großteil der verlorenen Lehrgänge aus dem Jahr 2020 wieder ausgleichen“, freute sich der Kreisbrandrat. Er kündigte an, dass es weiterhin Online-Lehrgänge geben soll, doch die Präsenzlehrgänge würden wieder die Regel werden.

Keine Probleme gebe es beim Digitalfunk. Aufgrund der ausgefallenen Übungen sollten die Feuerwehren in Zukunft aber Funkübungen auf den Übungsplan setzen und auf die korrekte Funksprache achten. In Sachen digitaler Alarmierung hatten die Feuerwehren für mehrere Wochen Testgeräte von den Firmen Motorola und Airbus. Laut Wührls Informationen soll noch heuer die Beschaffung der Geräte durch die Kommunen ermöglicht werden. Die Gemeinden sollten zügig die entsprechenden Anträge bei der Integrierten Leitstellen stellen.

Brandschutzdienststelle gefragt

Erfreulich sei, dass der Personalbestand der aktiven Feuerwehrdienstleistenden auch bis Ende 2020 konstant blieb. Knapp über 3.900 Frauen und Männer leisten im Landkreis Tirschenreuth aktiven Feuerwehrdienst. Allerdings appellierte der Kreisbrandrat, weiterhin die Nachwuchsarbeit im Blick zu haben.

Außerdem machte Wührl in seinem Bericht auf die Arbeit der Brandschutzdienststelle aufmerksam. „Hier war von der Pandemie kaum etwas zu merken.“ Die Anzahl der Stellungnahmen zu Bauplänen, Flächennutzungs- und Bebauungsplänen sei unverändert hoch (2021: bisher 86, 2020: 95). Zusätzlich kämen noch Beratungen bei Architekten und Brandschutzplanern dazu.

Andreas Wührl weiterhin Kreisbrandrat

Tirschenreuth

Interview mir Kreisbrandrat Andreas Wührl zur Corona-Pandemie

Tirschenreuth
Bei der Dienstversammlung zeichnete der Kreisfeuerwehrverband zahlreiche Führungskräfte aus. Landrat Roland Grillmeier (Zweiter von rechts), Kreisbrandrat Andreas Wührl und Bürgermeister Franz Stahl (von links) gratulierten.
Im Kettelerhaus in Tirschenreuth kamen die Führungskräfte der Landkreisfeuerwehren zusammen.
Kreisbrandrat Andreas Wührl bei seiner Rede. Neben ihm sitzen die Ehrengäste.
Hintergrund :

Ehrungen langjähriger Feuerwehr-Führungskräfte

  • 15 Jahre: Josef Weidhas (Großkonreuth), Thomas Stilp (Helmbrechts), Thomas Zölch (Liebenstein), Norbert Scharnagl (Ottengrün), Martin Reißnecker (Poppenreuth b. Tir), Jörg Haberkorn (Redenbach), Thorsten Meiler (Wiesau), Wolfgang Gruber (Erbendorf), Thomas Höcht (Voitenthan)
  • 20 Jahre: Uwe Engelbrecht (Immenreuth), Markus Müller (Trevesen), Andreas Heining (Lochau), Albert Popp (Schurbach), Kreisbrandmeister Wolfgang Fischer, Kreisbrandrat Andreas Wührl
  • 25 Jahre: Thomas Lindner (Großensees), Richard Wegmann (Poppenreuth b. W.), Gerhard Veigl (Unterbruck)
  • 30 Jahre: Peter Denz (Kemnath), Kreisbrandmeister Peter Prechtl
  • 35 Jahre: Engelbert Träger (Altglashütte)

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.