07.04.2021 - 17:28 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Finanzquelle Kreisumlage im Landkreis Tirschenreuth sprudelt kräftig

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Die Kreisumlage ist eine solidarische Angelegenheit. Finanzstarke Gemeinden zahlen mehr als schwächere Kommunen. Eine Stadt ist unangefochtener Krösus - und wird demnächst noch viel mehr zum Kreishaushalt von Tirschenreuth beisteuern.

Die Kreisumlage ist eine solidarische Angelegenheit. Finanzstarke Gemeinden zahlen mehr als schwächere Kommunen.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Weil der Landkreis selbst keine Steuern erheben kann, werden die Gemeinden je nach Finanzkraft zu einer Umlage verpflichtet. Die Unterschiede sind gewaltig, wobei die kleinsten Gemeinden nicht automatisch die ärmsten sind. Die größte Rolle spielt dabei die Gewerbesteuer. Dass sich die Kreisumlage hauptsächlich aus der Steuerkraft ergibt, die eine Gemeinde vor zwei Jahren hatte, macht die komplizierte Rechnung nicht einfacher. Als Faustregel kann gelten: Kommunen mit florierenden Betrieben, die auch vor Ort Steuern entrichten, tragen am meisten zur Umlage bei.

Eine klare Tendenz hat die Rangfolge in diesem Jahr. Die Stadt Kemnath zahlt am meisten Kreisumlage. Rund 8,4 Millionen Euro sind es in diesem Haushalt. Und es werden 2022 noch viel mehr, denn im dann maßgeblichen Jahr 2020 schlägt ein Gewerbesteuer-Rekord von fast 100 Millionen Euro voll durch. Schließlich punktet der Siemens-Standort Kemnath mit dem niedrigsten Gewerbesteuer-Hebesatz in ganz Bayern.

Kreisstadt an zweiter Stelle

An zweiter Stelle steht die Kreisstadt mit 7,7 Millionen Euro, gefolgt vom Cube-Standort Waldershof (4,6 Millionen), den Städten Waldsassen (3,8 Millionen), Mitterteich (3,3 Millionen) und Erbendorf (2,5 Millionen), den Märkten Plößberg (2,4 Millionen) und Wiesau (1,9 Millionen). Ebenfalls mehr als eine Million Euro steuern Bärnau und Kulmain zum Kreishaushalt bei.

Ebenso wertvoll sind die Anteile, die Orte mit weniger Gewerbesteueraufkommen aufbringen. 16 der 26 Kommunen zahlen Beträge zwischen 931.000 Euro (Immenreuth) und 426.000 Euro (Leonberg).

Waldershof muss fast das Doppelte überweisen

Beim Blick auf den Jahresunterschied zwischen 2020 und 2021 ragt eine Zahl heraus: Die Stadt Waldershof muss heuer fast das Doppelte der Vorjahressumme überweisen. Prozentual stark gestiegen ist die Umlage auch in Brand, Tirschenreuth, Waldsassen und Kemnath. Weniger Umlage als im Vorjahr zahlen nur drei Gemeinden: Kastl, Mähring und Konnersreuth. Fast auf den Euro gleich geblieben ist die Summe in Leonberg.

Dass sich die Städte und Gemeinden im Landkreis Tirschenreuth wirtschaftlich gut entwickeln, ist auch an der Gesamtsumme der Kreisumlage abzulesen. 6,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr kann der Kämmerer 2021 einplanen. Doch das verschafft keinen großen Spielraum, denn mit der gestiegenen Umlagekraft muss der Kreis auch 3,1 Millionen Euro mehr an den Bezirk abführen. Gleichzeitig sinken bei steigender Finanzkraft die Schlüsselzuweisungen um 2,9 Millionen Euro.

Eine Senkung der Kreisumlage kam dieses Jahr auch aus anderen Gründen nicht in Frage. Denn der Landkreis hat gewaltige Investitionen vor sich: Allein für die neue Realschule in Kemnath und die Sanierung der Dreifachhalle am Gymnasium Tirschenreuth sind in den nächsten Jahren Ausgaben im mittleren zweistelligen Millionenbereich nötig.

Der Kreistag verabschiedete einen Rekordhaushalt von 102 Millionen Euro

Tirschenreuth
Die Kreisumlage ist die größte Einnahmequelle des Landkreises. In diesem Jahr sprudeln daraus knapp 49 Millionen Euro.
Hintergrund:

Die Berechnung der Kreisumlage für 2021 orientiert sich an der Finanzkraft von 2019. Aus verschiedenen Parametern errechnet sich für jede Kommune eine Umlagegrundlage. Von dieser individuellen Summe wird der festgelegte Satz an den Kreis abgeführt, aktuell 45,5 Prozentpunkte. Maßgeblich für die Berechnung der Grundlagen sind:

  • Gewerbesteuer
  • Einkommensteuerbeteiligung
  • Umsatzsteuerbeteiligung
  • Grundsteuer A
  • Grundsteuer B
  • Schlüsselzuweisungen (80 Prozent aus dem Jahr 2020)

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