07.06.2021 - 10:16 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Finanzspritze für "Gesundheitsregion plus" im Landkreis Tirschenreuth gesichert

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Gesundheit kostet Geld. Das bekommt auch das Netzwerk in der Nordoberpfalz zu spüren. Die an der "Gesundheitsregion plus" beteiligten Gebietskörperschaften müssen tiefer in die Tasche greifen.

Medizinische Fachkräfte sind gefragt. Ihre Förderung ist ein wichtiges Anliegen in der "Gesundheitsregion plus".
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt sowie die Stadt Weiden bilden die Gesundheitsregion und leisten einen wesentlichen Anteil zur Finanzierung der Geschäftsstelle. Um den Betrieb von 2022 bis 2026 zu sichern, wird ein Förderantrag beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gestellt. In den nächsten fünf Jahren hat jede Gebietskörperschaft rund 64.500 Euro aufzubringen. Das sind für den Landkreis Tirschenreuth jährliche Summen zwischen 12.000 und 13.500 Euro.

"Das ist fast eine Verdoppelung", verdeutlichte Landrat Roland Grillmeier im Kreisausschuss. Die Erhöhung begründete er mit gestiegenen Personalkosten, einer geringeren Förderquote und der Notwendigkeit, das geschaffene Netzwerk zu stärken. Das Gremium war mit einer Fortführung der Gesundheitsregion grundsätzlich einverstanden. Der 2020 bewilligte Anteil für die Gebietskörperschaften lag bei 8000 Euro, wobei 6000 Euro abgerufen wurden.

Stärkung der Gesundheitsförderung

Daniela Peintinger, Leiterin der in Neustadt angesiedelten Geschäftsstelle, umriss die bisherigen Tätigkeitsfelder der Kooperation. "Seit 2015 unterstützt der Freistaat Bayern über 50 Gesundheitsregionen", sagte sie und verwies auf den 2017 gegründeten Zusammenschluss in der Nordoberpfalz. Oberstes Ziel sei die Stärkung von Gesundheitsförderung und Prävention, Gesundheitsversorgung und Pflege in der gesamten Region.

Als Beispiele nannte Peintinger das Projekt mit ehrenamtlichen "G'sundheitsbotschaftern", Aktionen zur Suchtprävention, die Unterstützung bei der Niederlassung von Ärzten auch im Landkreis Tirschenreuth, Infoveranstaltungen zu Themen wie elektronische Patientenakte und eine Ausstellung zum Thema Demenz. "Zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen in der Pflege haben wir das Projekt Vera gestartet."

Erste Erfolge für Gesundheitsregion

"Die Themen für die nächsten fünf Jahre werden noch festgelegt", sagte die Geschäftsstellenleiterin und bat um entsprechende Weiterförderung der Gesundheitsregion. Diesem Anliegen verschloss sich trotz einer deutlichen Erhöhung der Kosten niemand im Kreisausschuss. "Das Thema Fachkräftemangel bewegt uns besonders im Landkreis", verwies Landrat Grillmeier auf die Werbung um Pflegekräfte und Bemühungen um Hausärzte.

"Wir sind mittlerweile attraktiv für junge Ärzte", beschrieb CSU-Fraktionssprecher Bernd Sommer die Entwicklung. Die Erwartungen an die Gesundheitsregion seien hoch gewesen, mittlerweile seien erste Erfolge da: "Wir müssen weitermachen." Konkret bestätigte der Bürgermeister von Waldsassen in der Sitzung, im Gespräch mit einem ansiedelungswilligen Arzt zu sein.

Trotz höhere Kosten einverstanden

Mit den höheren Kosten war auch Freie-Wähler-Sprecher Hans Klupp einverstanden. Er vermisste im Konzept allerdings die Einbindung des Bezirks Oberpfalz. Schließlich sei das Sibyllenbad ein wichtiger Anbieter von Gesundheitsleistungen im Landkreis. Die Verdoppelung der Ausgaben wollte auch Brigitte Scharf (SPD) mittragen. Matthias Grundler (Liste Zukunft Landkreis Tirschenreuth) erinnerte an die Kampagne des Landkreises für Rückkehrer sowie die "Hausarztschmiede". Das sei keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung in der Gesundheitsregion. Grünen-Sprecherin Heidrun Schelzke-Deubzer wünschte sich einen Schwerpunkt auf gesunder Ernährung, besonders bei der zunehmenden Ganztagsbetreuung an Schulen: "Da sind wir noch hinten dran." Landrat Grillmeier hoffte, dass bald wieder mehr Treffen der Aktionsgruppen möglich sind. Themen gebe es genug, nannte er den Ausbau der Pflege und alternative Wohnformen für Betroffene.

Die Gesundheitsregion bemüht sich um eine Neuauflage der Aktion "Need NO Speed"

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Gesundheitsregion plus Nordoberpfalz

Seit 2017 gibt es die Gesundheitsregion plus Nordoberpfalz. Träger sind die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden.

  • Die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus Nordoberpfalz bildet die zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für alle Akteure.
  • Räumlich ist die Geschäftsstelle am Landratsamt in Neustadt/WN angesiedelt.
  • Geschäftsstellenleiterin ist Daniela Peitinger; Geschäftsstellenleiter Steffen Hamm, Professor für Gesundheitswirtschaft an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.
  • Arbeitsgruppen mit Experten und Akteuren vor Ort sind aktuell in den Bereichen Prävention, Gesundheitsversorgung, Fachkräftemangel und Pflege tätig.

"Wir sind mittlerweile attraktiv für junge Ärzte."

CSU-Sprecher Bernd Sommer

 

 

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