02.08.2018 - 10:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Flair der Ringstraße erhalten

Baustellen schaffen Zukunft. Aber auch Behinderung, weiß Bürgermeister Franz Stahl. Seit Anfang Oktober vergangenen Jahres wird die nördliche Ringstraße ausgebaut. Demnächst wird sie den Anwohnern offiziell wieder übergeben.

Stadtbaumeister Andreas Ockl, Bürgermeister Franz Stahl, Straßenbaumeister Michael Dörfler und stellvertretender Kämmerer Harald Eckstein (von links) begutachten das Ergebnis des altstadtgerechten und barrierefreien Ausbaus der Ringstraße. Die Gruppe steht an der engsten Stelle der Straße, die vor der Sanierung noch enger war. Durch den Abriss eines baufälligen Hauses konnten etwa 60 Zentimeter für die Altstadtgasse gewonnen werden. Jetzt passen auch Rettungs- oder Müllfahrzeuge durch das Nadelöhr. Auf dem Grundstück dahinter entstehen begrünte Parkplätze.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Grob und ungenau über die Pflastersteine geteert, von Barrierefreiheit keine Spur. Dieser Zustand der nördlichen Ringstraße, dem Teil zwischen Bahnhofstraße und Wenninggasse, ist nun Geschichte. Die Straße wurde frostsicher aufgebaut und erhielt einen Granitpflasterbelag von 20 Zentimeter Dicke mit sandgestrahlter Oberfläche. Als Abgrenzung zu den Gebäuden wurde ein Graniteinzeiler bzw. eine zweizeilige Entwässerungsrinne eingebaut.

Die Stadt achtete besonders auf einen barrierefreien und altstadtgerechten Ausbau. "Einen Gehsteig hat es vorher nicht gegeben, auch jetzt verzichteten wir auf einen", erklärt Bürgermeister Franz Stahl. Der Ausbau der nördlichen Ringstraße mit einer Gesamtlänge von 370 Metern ist fast fertig, die Straße wieder befahrbar. Bis Mitte August finden noch letzte Restarbeiten statt.

Entstelle beseitigt

Stahl macht es sichtlich Freude, über die hellen Granitpflastersteine, vorbei an den neuen LED-Laternen, durch die Altstadt zu flanieren. Die Ringstraße hat stark unterschiedliche Straßenbreiten - von 2,5 Meter bis zu 6 Meter. "Das war oft kritisch", bemerkt Stahl. Rettungsfahrzeuge, Müllabfuhr, Feuerwehr, Baufirmen-Lkw, alle hatten Probleme, die Engstelle zu passieren. "Das haben wir gut in den Griff gebracht." Vor einigen Jahren kaufte die Stadt das sehr baufällige Anliegerhaus direkt am "Nadelöhr" nahe der Franz-Böhm-Gasse und ließ es im Zuge des Straßenausbaus abreißen. Dabei sprangen etwa 60 Zentimeter mehr für die Straße heraus. Dort, wo die Ruine stand, entstehen nun Parkplätze, umgeben von viel Grün.

Die Straße an sich soll bleiben, wie sie ist. "Es soll nichts verändert werden. Den Anliegern bleibt das Altstadt-Flair erhalten", erklärt Stadtbaumeister Andreas Ockl. Die Ringstraße ist in ihrer Gesamtheit als Spielstraße gewidmet, der Teil von der Bahnhofstraße bis zur Franz-Böhm-Gasse als Einbahnstraße.

Kompliment an Anlieger

Besonders den Anliegern spricht das Stadtoberhaupt ein Kompliment aus. Sie hätten ein dreiviertel Jahr - mit dreimonatiger Winterpause - die Baustelle ertragen und Behinderungen in Kauf genommen. Bei der offiziellen Übergabe im Frühherbst werden die betroffenen Anlieger deshalb zu einer kleinen Feier und einer Brotzeit eingeladen. Auch die Firma AS-Bau aus Hof habe viel Rücksicht auf die Anwohner genommen.

Durch die neue Regelung der bayerischen Staatsregierung, der Aufhebung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs), sparen die Anwohner Kosten zwischen 2000 und 3000 Euro. Die Stadt investiert in den Ausbau etwa 1,1 Millionen Euro. Mit dem Förderprogramm "Zukunft Stadtgrün" wird in einem nächsten Bauabschnitt, voraussichtlich 2019, auch die Franz-Böhm-Gasse mit ihrem Brückenbauwerk ausgebaut.

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