13.01.2022 - 16:40 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Förderprogramm "Gemeinsam Brücken bauen" soll Lernlücken schließen

Wie ist bisher der Unterricht in den Schulklassen im Landkreis Tirschenreuth gelaufen? Welchen Einfluss hat Corona? Wie sehen die Vorbereitungen für den Übertritt in den vierten Klassen aus? Schulamtsdirektorin Martina Puff gibt Antworten.

Diese Woche konnte der Unterricht in den Schulen im Landkreis Tirschenreuth wieder in Präsenz stattfinden. Zudem gibt es am 21. Januar für die vierten Klassen die Zwischeninformation zum Übertritt.
von Lucia Brunner Kontakt Profil

Bundesweit und auch im Landkreis Tirschenreuth geht die Inzidenz-Kurve nach oben. Seit dieser Woche ist ein starker Anstieg an Corona-Neuinfektionen sichtbar. Am Montag kamen auch die Schüler nach den Ferien zurück in den Präsenzunterricht. Wie der Start lief, erklärt die neue Schulamtsdirektorin Martina Puff. "Aus unserer Sicht war der Start ganz gut", sagt sie. "Wir sind sehr froh darüber, dass wir mit Präsenzunterricht beginnen konnten." So stand noch vor und in den Weihnachtsferien politisch im Raum, dass aufgrund der Omikron-Welle Homeschooling oder Hybridunterricht eine Option gewesen wäre.

Einzelne Schüler in Quarantäne

Doch zum Schulbeginn waren die Kinder und Jugendlichen verpflichtet, einen negativen Coronatest vorzuweisen. "Die Eltern waren hier sehr verantwortungsbewusst. Sie haben ihre Kinder testen lassen oder, falls sie Symptome hatten, nicht in die Schule geschickt", erklärt Puff. Für die Schulamtsdirektorin war es klar, dass es nach den Ferien auch eine erhöhte Anzahl an Infektionen geben wird. Trotzdem halte es sich im Rahmen. "Es sind einzelne Kinder in Quarantäne, aber keine Schulklassen", weiß sie.

Auch in den Schulen werden weiter Testkonzepte angewandt. In den Grundschulen wird auf Lolli-Test als Pooltest-Verfahren und in Mittelschulen auf Stäbchen-Selbsttests gesetzt. "Die Ergebnisse der Pooltests kommen auch termingerecht, und es klappt gut." Allerdings ist ihr auch bewusst, dass dieses Bild den aktuellen Ist-Zustand abbildet. Nun gelte es, weiter zu beobachten, wie es mit der Pandemie weitergeht.

Die vierten Klassen sind in der Vorbereitung für den Übertritt. "Bereits am 21. Januar erhalten die Kinder die Zwischeninformation über ihren aktuellen Notenstand", berichtet Puff. Das sei bereits sehr früh im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Hier könnten Eltern und Lehrer auch abschätzen, wo Wissenslücken bestehen und weiterer Lernbedarf besteht. Obwohl die Kinder in den vergangenen Jahren große Herausforderungen zu bewältigen hatten, sieht das Kultusministerium in Sachen Übertritt keine Erleichterungen der gängigen Regelungen vor.

Martina Puff versucht trotzdem, Sorgen vor Hürden zu nehmen: "Unsere Lehrer tun alles, um die Kinder gut durch die Corona-Zeit zu bringen." Das bayerische Kultusministerium weitete das Förderprogramm "Gemeinsam Brücken bauen" aus dem Schuljahr 2020/2021 für das Schuljahr 2021/2022 aus. "Jede Schule hat Kontingent zur Verfügung bekommen, Schüler über mehr Personal zu begleiten", sagt Puff. Um Lernlücken füllen zu können, konnten mehr Lehrer eingestellt werden. "Wenn die Schule es empfiehlt, können Schüler freiwillig an Fördermaßnahmen teilnehmen." So gebe es zusätzlichen Einzel- oder Gruppenunterricht in bestimmten Fächern. Das Angebot gebe es für alle Klassenstufen, es komme aber auch Schülern in der Übertrittsvorbereitung zugute.

Faire Prüfungen

Puff versichert einen fairen Ablauf der Prüfungen. Proben würden, wie bereits vor Corona, auch eine Woche vor dem Schreiben angekündigt. Auf diese Weise soll den Schülern der Leistungsdruck etwas genommen werden. Eltern stehe zudem ein Beratungsgespräch mit weiterführenden Schulen zu.

An den Schulen gab es zum Übertritt auch schon Elternabende zu Informationszwecken. Das Übertrittszeugnis wird heuer am 2. Mai ausgestellt. Passt dann der jeweilige Schnitt nicht, können Schüler am Probeunterricht der weiterführenden Schulen teilnehmen.

Im Schuljahr 2021/2022 müssen aufgrund der Pandemie mehr Schüler im Landkreis Tirschenreuth eine Klasse wiederholen

Tirschenreuth

„Jede Schule hat Kontingent zur Verfügung bekommen, Schüler über mehr Personal zu begleiten.“

Schulamtsdirektorin Martina Puff

Schulamtsdirektorin Martina Puff

 

 

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