Frankfurter Kranz das Lieblingsgebäck der zweitältesten Einwohnerin von Tirschenreuth

Tirschenreuth
14.11.2022 - 14:29 Uhr

Margarete Möstl feierte am vergangenen Freitag ihren 101. Geburtstag. Die bescheidene Frau blickt zufrieden auf ein langes und schönes Leben zurück. An ihrem Ehrentag gratulierten Vertreter aus Politik und Kirche.

101 Jahre alt werden ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb bleibt ein Großaufgebot an Gratulanten nicht aus, wenn die zweitälteste Einwohnerin der Stadt Tirschenreuth diesen außergewöhnlichen Geburtstag feiert. Bürgermeister Franz Stahl, Schwiegersohn und Dritter Bürgermeister Norbert Schuller, Enkel Andreas Schuller und Stadtpfarrer Georg Flierl schauten bereits am Vormittag vorbei.

Älteste Heimbewohnerin

In Doppelfunktion freute sich besonders Norbert Schuller auf das Geburtstagskind. Er nennt Margarete Möstl liebevoll "die Oma". Sie ist seine Schwiegermutter und die Großmutter von Andreas Schuller. Während Franz Stahl eine schöne Blumenschale als Geschenk mitbrachte, kommt Norbert Schuller mit einer großen Schachtel. Er hat einen Frankfurter Kranz backen lassen, erklärt er den neugierigen Gästen, die wissen wollen, was sich in dem Karton verbirgt. Der Frankfurter Kranz ist der Lieblingskuchen der Jubilarin. Am Geburtstagstisch im dritten Stock des BRK-Senorenzentrums Haus Mühlbühl steht Sekt bereit, es ist liebevoll aufgedeckt. Das hat Heimleiterin Nicole Rischer-Bäumler veranlasst. Sie feiert selbstverständlich mit, zumal in ihrem Haus Margarete Möstl die älteste Bewohnerin ist.

Erst vor fünf Jahren zog Möstl in die Einrichtung ein, zuvor versorgte sie sich allein. Margarete Möstl ist nur ein klein wenig enttäuscht, als sie von Bürgermeister Franz Stahl hört, dass es noch eine ältere Frau in Tirschenreuth gibt und sie mit 101 Jahren "nur" die zweitälteste Einwohnerin der Kreisstadt ist. Stahl muss etwas lauter sprechen, Margarete Möstl hört schlecht. Ansonsten erfreut sich die Heimbewohnerin den Umständen entsprechend bester Gesundheit, vor allem geistig ist sie fit.

Kaffee zur Feier des Tages

Zur Feier des Tages gönnt sich die Jubilarin einen Schluck Kaffee, den sie sonst wegen der Gesundheit nicht trinkt. Während der Frankfurter Kranz Stück für Stück immer kleiner wird, stößt Stadtpfarrer Georg Flierl zur Geburtstagsrunde, um ebenfalls zu gratulieren. 101 Jahre, das ist nicht selbstverständlich. Die Gespräche drehen sich selbstverständlich hauptsächlich ums Alter.

Sehr stolz auf seine Oma ist Enkel Andreas Schuller. Er betreut seine Oma seit mehreren Jahren. Der Enkel zeigt der 101-Jährigen auf seinem Handy, wie der Bau seines Hauses vorangeht. Persönlich besichtigen wird es Margarete Möstl wohl nicht mehr können. Aber sie ist mit ihrem Leben im Heim sehr zufrieden. Schwiegersohn Norbert Schuller betont, dass seine Schwiegermutter das Heim und die Pflege in höchsten Tönen lobt. Vor fünf Jahren wollte sie unbedingt ins Haus Mühlbühl, auch, weil sie hier viele Bekannte hat.

Wie das wohl ist, wenn ein Mensch aus Altersgründen sein gewohntes Umfeld, das eigene Haus verlassen muss und sein ganzes Leben in zwei Koffer gepackt werden? Der Bürgermeister sinniert darüber lange nach. Der 62-Jährige kann sich das heute für sich noch nicht vorstellen. Margarete Möstl hat diesen sicherlich nicht leichten Schritt geschafft und ist zufrieden mit ihrer Lebenssituation. Stahl verabschiedet sich mit dem Satz: "Bis zum nächsten Jahr." Er ist überzeugt, Margarete Möstl dann als 102-Jährige wieder besuchen zu können.

Rückblick zum 100. Geburtstag

Tirschenreuth12.11.2021
Hintergrund:

Zur Person

  • Geboren und aufgewachsen in Großensterz
  • Haushälterin beim ehemaligen Bürgermeister Karl Rufing
  • Im Alter von 31 Jahren Hochzeit mit Ludwig Möstl
  • Zwei Töchter
  • Ein Enkelkind
  • Lebte bis zum Alter von 95 Jahren selbstständig daheim
  • seit Dezember 2017 wohnhaft im Seniorenheim Haus Mühlbühl
 
 

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