Nachdem das Werk Hirschentanz bei Konnersreuth zum Jahresende 2021 den Betrieb eingestellt hatte, kündigten die Hartsteinwerke Bayern-Mitteldeutschland bekanntlich nun auch an, den Verwaltungsstandort in Steinmühle zu schließen. „Der Vorstand der Basalt AG, Frank Schlig, hat mich bereits letzte Woche über das Aus der Verwaltung in Steinmühle informiert", teilt dazu Landrat Roland Grillmeier mit. "Der Basalt-Abbau hat zur industriellen Entwicklung der Region erheblich beigetragen. Ganze Orte wie Steinmühle, Pleußen oder Pechbrunn verdanken diesem Wirtschaftszweig ihre Entwicklung", so Grillmeier weiter in der Pressemitteilung. Umso mehr bedauere er die Schließungen. Dennoch richte er einen Dank an die Beteiligten für den offenen Umgang in den vergangenen Jahren. Frank Schlig habe Anfang der 2000er seinen Wohnsitz in Steinmühle gehabt und zur Verlagerung der Verwaltung und zu Investitionen in Gebäude und Anlagen beigetragen.
Wie Grillmeier betont, habe er mehrfach darauf hingewiesen, dass das Aus der beiden Steinbrüche auch zur Verlagerung der Büro-Arbeitsplätze führen würde - dies sei nun leider geschehen. „Damit gehen der Region Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze, Tradition und auch wichtiger Baustoff verloren. Viele, gerade auch überörtliche Verbände, haben diese Entwicklung ja als unbedeutend bezeichnet“, ärgert sich der Landrat laut Pressemitteilung. Er habe sich sowohl als Mitterteicher Bürgermeister als auch als Landrat immer für den Erhalt dieser wichtigen Abbauflächen eingesetzt. „Zumindest beim Hirschentanz hätte uns das gelingen können. Leider haben einige beteiligte Stellen hier ein stärkeres Engagement vermissen lassen. Der Antrag zum weiteren Abbau im Hirschentanz wurde bereits vor 2017 gestellt, die Verschärfung und weitere Auflagen durch das Bundesnaturschutzgesetz haben diese vorgesehene Erweiterung leider fast unmöglich gemacht. Inwieweit man 2017 in Gesprächen Lösungen hätte finden können, lässt sich heute nicht mehr beurteilen“, resümiert Grillmeier. Es seien auf seine Initiative hin zwar noch weitere Gespräche geführt worden, jedoch seien die vielen Vorgaben nicht mehr umsetzbar gewesen.
„Aus meiner Sicht muss man sich in Deutschland schon die Frage stellen, wie man Umweltauflagen und notwendige Gewinnung von Rohstoffen vereinen kann. Dass die momentanen Auflagen zu derartigen Entwicklungen führen, ist ärgerlich. Beim Hirschentanz wäre ein weiterer Abbau durchaus möglich gewesen", so der Landrat weiter. Er habe aber dennoch einen kleinen Hoffnungsschimmer erhalten: Mittelfristig seien von der Basalt AG ein möglicher Aufbau einer mobilen Brechanlage und ein Wiederbeginn in Aussicht gestellt worden. „Wir werden diesen Prozess begleiten und ich hoffe, dass wir damit teilweise diesen wichtigen Rohstoff in der Region wieder abbauen können. Leider wurden hier die Hürden und Auflagen in den letzten Jahren immer höher", so Grillmeier. Jetzt gehe es erst einmal darum, den notwendig gewordenen Rückbau zu begleiten.















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