30.10.2020 - 16:43 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Giga-Factory plant mit bis zu 3000 ökologischen Fertighäusern im Jahr

Die Ziegler-Group will mit der Giga-Factory nahe Tirschenreuth im ökologischen Bereich der größte Fertighausbauer in Europa werden. Bis 3000 Häuser im Jahr sollen einmal das "Holzbau-Kompetenz-Zentrum" verlassen.

Vom „Baum zum Haus“ hat die Ziegler-Group ihre Philosophie vom ökologischen Hausbau überschrieben. An zentrale Stelle nahe Tirschenreuth will das Unternehmen seine Vision des Hausbaus auf ein neues Level heben.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Strahlende Gesichter am Freitag im Kettelerhaus in Tirschenreuth: Bürgermeister Franz Stahl und auch Landrat Roland Grillmeier freuten sich über die Entscheidung des Unternehmens, nahe am Ort eine Großinvestition zu tätigen. Bei der aktuellen Nachrichtenlage um Corona sei die 220-Millionen-Investition in die Region eine erfreulich positive Meldung. Prokurist Andreas Sandner (Finanzen & Controlling) durfte die Pläne des Unternehmens präsentieren, das mit der Giga-Factory einen weiteren bedeutenden Schritt vornehmen wird.

Größtes Sägewerk Europas

Weit zurück liegen die Anfangszeiten als einfaches Sägewerk in Betzenmühle. Heute schneidet die Ziegler-Group als größtes Sägewerk Europas rund 2,2 Millionen Festmeter Holz im Jahr und beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter.

Und damit seien die Vorstellungen von Unternehmenschef Stefan Ziegler noch nicht erschöpft. Auf 35 Hektar soll vor Tirschenreuth ein Holz-Kompetenz-Zentrum entstehen, für das Sandner schon eine erste Überlegung am Freitag aufzeigen durfte.

Werke und Fertighauspark

An der Bundesstraße 15 zeigt der Plan einen Fertighauspark, zwei Werke für Schichtholz und Spanplatten, Produktionslinien für den Hausbau sowie Lagerflächen. Nach den Vorstellungen der Stadt sollte die Bauleitplanung bis Ende 2022 abgeschlossen sein, dann könnte sofort der Spatenstich folgen. Mit der Fertigstellung des kompletten Werkes rechnet Sandner dann vier Jahre später. Bei der Präsentation ging der Prokurist für die Giga-Factory von 1000 Arbeitsplätzen aus. Standorte in Thüringen und Franken, an denen man sich bereits mit dem Thema Hausbau beschäftigte, blieben erhalten. Tirschenreuth sei dann aber halt das Kompetenz-Zentrum.

Häuser für jedermann

Mit der Konzentration auf den neuen Standort verbindet die Ziegler-Group viele Absichten. Mit dem "Haus der Zukunft" wolle man, so Sandner, gerade die Thema Nachhaltigkeit und Ökologie aufgreifen. So soll es bei der Umsetzung keinerlei Abfälle mehr geben, alle Reststoffe würden verarbeitet. Zudem könne die Nähe zur Betzenmühle auch die erforderlichen Transportwege optimieren. Bis zu 180 Lastwagenfahrten durch den Ort würden wegfallen.

Und natürlich soll sich die Kapazität von bis zu 3000 Fertighäusern auch im Preis niederschlagen. "Wir wollen den Hausbau auf ein neues Level heben", so Sandner und betonte weiter: Der ökologische Hausbau soll für jedermann möglich werden! Zudem beschrieb Sandner das Vorhaben nahe Tirschenreuth auch als "Innovationszentrum im ökologischen Bereich".

"Haus der Zukunft"

Die Vision des Hausbaus habe Stefan Ziegler mit der Firmenübergabe vor 12 Jahren begonnen, berichtete der Prokurist. Zu den Erweiterungen des wachstumsorientierten Unternehmens gehören 2011 etwa das Logistikzentrum in Wiesau sowie 2018 und 2019 die Beteiligungen an Holzhausfirmen in Franken und einer Produktion von Brettsperr- und Brettschichtholz in Thüringen. Nachdem jetzt das Projekt "Haus der Zukunft" abgeschlossen sei, habe man die Entscheidung für einen zentralen Werksneubau getroffen.

Als regional verwurzeltes Unternehmen wollte man auch die Wertschöpfung in der Region belassen, verdeutlichte Sandner. Mit dem "Holzbau-Kompetenz-Zentrum" würde die Ziegler-Group zudem sehr hochwertige Arbeitsplätze für unterschiedliche Qualifikationen schaffen, wie Techniker oder Ingenieure.

Bürgermeister Franz Stahl freut sich auf eine der größten Betriebsansiedlungen in der Stadtgeschichte Tirschenreuths

Tirschenreuth

Vorteile für beide Seiten

"Wir wollen für Aufbruchsstimmung sorgen", versicherte Sandner. Mit der Bündelung der Fertigungskompetenzen und der Realisierung des "Holzbau-Kompetenz-Zentrums" werde ein Aushängeschild für die Stadt und das Umland sowie die Industrie geschaffen. "Tirschenreuth kann ein Zentrum für neue, ökologische und nachhaltige Technologie und Wirtschaft werden", blickte Sandner auf eine einmalige Chance für eine Erfolgsgeschichte mit Vorteilen für beide Seiten.

Ein Zukunftsbetrieb

Landrat Roland Grillmeier bezeichnete die Ziegler-Group als wichtigen Partner der Kommunen in der Region. Die Entscheidung für den Standort Tirschenreuth betrachtete Grillmeier als Ideallösung, nachdem damit eine Fertigung mit kurzem Wegen ermöglicht werde. Großes handwerkliches Know-how sowie moderne Arbeitsplätze würden die Ziegler-Group als Zukunftsbetrieb kennzeichnen. "Das ist ein Freudentag für die ganze Region", bescheinigte der Landrat und versicherte die volle Unterstützung beim Planungsprozess.

Innovations-Leuchtturm

Mit der Entscheidung für den Standort könne Tirschenreuth jetzt eine weitere weltbekannte Firma vorweisen, konstatierte Bürgermeister. Die Ziegler-Group bezeichnete Stahl in diesem Zusammenhang als Innovations-Leuchtturm in der Region. Seitens der Stadt gab Stahl das Signal, dass man bedingungslos hinter dem Vorhaben stehe. Bereits in dem frühen Stadium seien schon erste Gespräche mit den Fachstellen geführt worden. "Wir brauchen eine optimale Vernetzung", wusste Stahl um einen schwierigen Weg, das Gelände (bislang Vorrangfläche für Kaolinabbau) für die neue Nutzung vorzubereiten.

"Das ist keine g'mahde Wies'n!" Mit dem Auftrag für die Bauleitplanung durch den Stadtrat sei ein leistungsfähiges Planungsbüro beauftragt worden. Das Holzbau-Kompetenz-Zentrum selbst bewertete Stahl als "fantastisches Innovations-Paket für den ganzen Landkreis".

Tirschenreuth kann ein Zentrum für neue, ökologische und nachhaltige Technologie und Wirtschaft werden.

Andreas Sandner, Prokurist, Finanzen&Controlling, der Ziegler-Group

Andreas Sandner, Prokurist, Finanzen&Controlling, der Ziegler-Group

Der ökologische Hausbau gehört seit zwei Jahren zur Angebotspalette der Ziegler-Group. Mit der neuen Fertigung in Tirschenreuth sollen einmal bis zu 3000 Häuser im Jahr möglich sei, zu einem sehr attraktiven Preis.
Für Landrat Roland Grillmeier (rechts) ist die Bekanntgabe der Investition der Ziegler-Group ein „Freudentag für die ganze Region. Bürgermeister Franz Stahl (Mitte) hofft, dass die Bauleitplanung bis in zwei Jahren abgeschlossen ist. Die Giga-Factory stellte Prokurist Andreas Sandner vor. Die Ziegler-Group will für 220 Millionen Euro ein Holzbau-Kompetenz-Zentrum schaffen, in dem einmal bis zu 3000 Häuser pro Jahr gefertigt werden sollen.
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