20.04.2020 - 18:07 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Großer Run auf Baumärkte bleibt aus

Es sind viele Kunden, die am Tag Eins der Wiedereröffnung nach der Zwangspause in Baumärkten und Gärtnereien des Landkreises einkaufen. Der große Ansturm bleibt allerdings aus. Der steht, nach Ansicht der Ladeninhaber, noch bevor.

von Norbert Grüner Kontakt Profil

"Den Laden für vier Wochen dicht machen", das sei schon dramatisch, sagt Rita Krapf, Filialleiterin bei der Stabilo Bauprofi GmbH in Tirschenreuth. Dafür sei es am ersten Tag der Wiedereröffnung in Tirschenreuth sehr gesittet zugegangen, erklärt die Filialleiterin. Maximal 50 Leute durften am Montag auf einmal in den Baumarkt in der Mitterteicher Straße, genau so viele wie auch Wagen zur Verfügung stehen. Der Baumarkt hat Schaumstoffgriffe bereitgestellt, die über die Wagengriffe gestülpt werden können.

Waschmöglichkeit für Kunden

Die darf der Kunde mit nach Hause nehmen und beim nächsten Einkauf wiederverwenden. Außerdem haben die Verantwortlichen im Außenbereich ein Waschbecken aufgestellt. Hier können sich Kunden die Hände mit Seife waschen und mit Papierhandtüchern abtrocknen. Was am ersten Tag am besten ging, waren Farben und Gartenprodukte. Die Leute wollen endlich ihre Zäune streichen und Blumen und Gemüse im eigenen Garten pflanzen. Obwohl einige Firmen bestellte Waren zurückgehalten haben, bezeichnet Krapf die finanziellen Einbrüche in den vergangenen Wochen als "erheblich".

"Am Vormittag war der Andrang schon heftig", sagt Peter Wunsch, Leiter des Hagebaumarkts in Kemnath. Trotzdem sei alles sehr geordnet zugegangen, was auch den beiden "Door-Men", die genau darauf achteten, zu verdanken sei. Sie überwachten unter anderem die Einhaltung der Abstandregelung, auch auf den Parkplätzen.

Jeder Kunde bekam einen desinfizierten Einkaufswagen, von denen 50 zur Verfügung standen. Auch der Weg im Markt war reguliert. "Manches wurde, wenn es notwendig war, situationsbedingt geregelt", so Wunsch. Im Schnitt hielten sich ungefähr 30 Kunden gleichzeitig im Baumarkt auf.

Schwerpunkt Garten

Absoluter Schwerpunkt des ersten "normalen" Einkaufstages sei das Gartensortiment gewesen. "Erde, Pflanzen, Saatgut - das macht etwa 80 Prozent der Nachfrage aus", so der Marktleiter. Erfreut ist Wunsch über die Disziplin der Kunden. "Die Abstandsgebote wurden eingehalten und die meisten trugen Gesichtsmasken." Auch das Personal sei mit Masken ausgestattet, es gebe Desinfektionsmittel-Spender. Kassen sowie Infobereich seien mit "Spuckschutz" aus Plexiglas ausgestattet.

Hans-Joachim Schinner beschäftigt rund 30 Mitarbeiter in seinen Gartenbaubetrieben in Güttern, Erbendorf, Grafenwöhr, Mitterteich und Waldsassen. Auch hier war der Run auf die Läden am ersten Tag nach der Zwangsschließung nicht übermäßig. "Bei uns sind alle Mitarbeiter mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet. An allen Kassenbereichen sind Spuckschutz-Vorrichtungen installiert", sagt der Chef. In den Läden werde streng darauf geachtet, dass der Mindestabstand eingehalten werde. "Was uns einigermaßen mit einem blauen Körper - das Auge reicht da nicht mehr - davonkommen ließ, war unser Online-Handel, den wir seit vier Jahren betreiben und unser gutes Team", erklärt Schinner.

Erhebliche Umsatzeinbußen

Auch in der Gärtnerei Fröhlich in Schönhaid sei es eher verhalten zugegangen am ersten Tag nach der Zwangspause, erklärt Firmenchef Gottfried Fröhlich. Auch er hat, wie fast alle seine Kollegen, während des Shutdowns einen Lieferservice betrieben. Trotzdem fehlten aktuell knapp zwei Drittel Umsatz im Vergleich zum Vorjahr.

Bernhard Helgert, Chef der gleichnamigen Gärtnerei in Tirschenreuth, hat seinen Betrieb direkt gegenüber des Friedhofs. Ein Glück für ihn, denn dort durfte er auch während der Zwangsschließung arbeiten. Dunkelblau bezeichnet er das Auge, mit dem sein Betrieb davongekommen sei. Jetzt müsse das Beet- und Balkonpflanzengeschäft das Ruder einigermaßen herumreißen. "Noch so eine Schließung wäre der Supergau."

Plexiglas und Mundschutz

Nach der Schließung ist der Raiffeisen-Markt in der Bahnhofstraße in Erbendorf ebenfalls wieder geöffnet, mit einigen Auflagen zum Schutz der Mitarbeiter und der Kunden. So ist etwa das Betreten des Marktes nur mit einem Einkaufswagen möglich. Wenn vor der Tür kein Wagen mehr steht, heißt das warten. Die Mitarbeiter sind an der Kasse von den Kunden durch Plexiglas-Scheiben getrennt. Zudem tragen alle Mitarbeiter Mundschutz.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.