Tirschenreuth
07.01.2019 - 18:35 Uhr

Die Herzensbrecher aus Wien

1001 Nacht wird nie altmodisch: Mit Musik über den Zauber des Orients erobert die Donau Philharmonie Wien am Sonntag im Kettelerhaus die Gunst ihres großen Publikums. Der gelungene Konzertabend wird mit Standing Ovation belohnt.

Der Star des Abends ist Ivan Naumovski. Mit der Leichtigkeit und Eleganz der Profiklasse singt er sich in die Herzen des Publikums. Bild: ubb
Der Star des Abends ist Ivan Naumovski. Mit der Leichtigkeit und Eleganz der Profiklasse singt er sich in die Herzen des Publikums.

Das Neujahrskonzert am Sonntag im Kettelerhaus war ein Erlebnis. Verantwortlich dafür waren "gute Bekannten", wie Bürgermeister Franz Stahl angesichts früherer Auftritte der Donauphilharmonie Wien schmunzelnd anmerkte.

Chefdirigent Manfred Müssauer hatte diesmal auch Ivan Naumovski, einen Bassbariton aus Mazedonien, mitgebracht, der als unverschämt gut aussehender Herzensbrecher mit einer großartigen Stimme das Liebesleid aus dem Orient dermaßen gut interpretierte, als wäre es sein eigenes Leid. Die Frauen im Publikum schmolzen sichtlich dahin.

Meisterwerke ausgewählt

Dirigent Müssauer versprach zu Beginn einen kurzweiligen Konzertabend mit Meisterwerken aus dem 18. Jahrhundert, teils bekannt, teils zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Und er hielt Wort. In dieser Zeitepoche, so Müssauer, hätten sich die Komponisten in Europa gerade überschlagen mit Kompositionen über die faszinierende Welt der Scheichs, Schahs, Königinnen und Kalifen.

Das Publikum lauschte Ouvertüren, Märschen, Walzern und Opernliedern von großen Komponisten, darunter Mozart, Händel, Boieldieu, Saint-Saëns, Verdi und Rossini. Nicht fehlen durfte natürlich Johann Strauß.

Mit der Ouvertüre aus "Die Entführung aus dem Serail" stiegen die Donauphilharmoniker bereits hochkarätig ein ins Programm. Es folgt Händels "Salomon" mit der "Ankunft der Königin von Saba". Die großartigste Interpretation des Abends war wohl Paul Linckes Ouvertüre aus "Im Reich des Indra". Konzertmeisterin Veronika Pospisilová erhöhte noch einmal die Herzfrequenzen der Zuhörer mit ihrem Violinsolo. Aus der Oper "Thais" wurde die "Meditation für Violine und Orchester" von Komponist Jules Massenet durch ihre begnadete Spielweise zum Meisterwerk auf der Bühne.

Chefdirigent sichtlich stolz

Chefdirigent Müssauer war sichtlich stolz auf sein Ensemble. Er hatte auch viele interessante Erklärungen zu den Stücken und Komponisten dabei, was das Gehörte von historischer Seite aufschlüsselt. Das im Jahr 2000 mit Ziel, den Originalklang der Jahrhundertwende darzubieten, gegründete Orchester ließ beim Gastspiel im Stiftland keine Wünsche offen. Im Gegenteil: Mit Werken von Rossini, Strauss und Lincke steigern sich die Philharmoniker nach der Pause in musikalische Höhenflüge. Die Zuschauer im vollen Kettelerhaussaal sprangen nach der Zugabe regelrecht von den Stühlen. Mit Ovationen dankten sie der Donauphilarmonie für diesen wunderbaren musikalischen Einstieg ins neue Jahr.

Konzertmeisterin Veronika Pospilsilova brilliert beim Solo mit der Violine. Bild: ubb
Konzertmeisterin Veronika Pospilsilova brilliert beim Solo mit der Violine.
Der Schlussapplaus will nicht abebnen. Am Ende springen die Zuhörer sogar von den Stühlen. Bild: ubb
Der Schlussapplaus will nicht abebnen. Am Ende springen die Zuhörer sogar von den Stühlen.
Auf der Bühne wird großartige Musik zur Jahreswende von Solisten wie Instrumentalisten geboten. Bild: ubb
Auf der Bühne wird großartige Musik zur Jahreswende von Solisten wie Instrumentalisten geboten.
Die Donau Philharmonie Wien zieht alle Register ihres Könnens für das Neujahrskonzert in Tirschenreuth. Bild: ubb
Die Donau Philharmonie Wien zieht alle Register ihres Könnens für das Neujahrskonzert in Tirschenreuth.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.