23.02.2021 - 16:26 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Höhenluft über Klosterlandschaft bei Waldsassen

Ungeahnte Blicke über die Klosterlandschaft könnten schon nächstes Jahr möglich sein. Die Stadt Waldsassen plant einen mindestens 25 Meter hohen Turm beim Kuglerweiher. An der Finanzierung beteiligt sich auch der Landkreis.

Mit der Feuerwehr-Drehleiter simulierte die Stadt Waldsassen im Herbst schon mal die Höhe des neuen Aussichtsturms. In der Nähe der Sitzbank beim Kuglerweiher, unweit der Lourdes-Grotte, soll die Attraktion entstehen.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Wie er einmal aussehen soll, ist noch völlig ungewiss. Aber der Standort ist schon festgelegt: Am Rad- und Spazierweg vom Mitterhof nach Waldsassen soll ein neuer Aussichtsturm entstehen, um auf die von der Teichwirtschaft geprägte Klosterlandschaft aufmerksam zu machen. Das ganze Projekt ist auf 1,11 Millionen Euro veranschlagt. Der Landkreis stuft das Bauwerk als überörtlich bedeutsam ein und steuert 100.000 Euro bei.

Über diese einstimmige Entscheidung des Kreisausschusses freute sich besonders Bürgermeister Bernd Sommer. Anstelle des Fraktionsvorsitzenden formulierte Toni Dutz in diesem Punkt die Zustimmung der CSU: "Es ist eine freiwillige Leistung, aber auch in dieser Hohe absolut okay", sagte er mit Verweis auf die Unterstützung des Landkreises für andere Leuchtturm-Projekte wie Burg Falkenberg, das Langlaufzentrum Silberhütte, den Aussichtspunkt Himmelsleiter oder den Geschichtspark Bärnau.

Die Darstellung der historischen Zusammenhänge war Hans Klupp wichtig. Der Turm müsse aber auch ausstrahlen, dass die Teichwirtschaft Zukunft habe, sagte der Fraktionschef der Freien Wähler. "Das wird ein Knaller", zeigte sich Uli Roth (SPD) zuversichtlich. Man müsse schließlich Besuchsanlässe im Landkreis schaffen, war er mit der beabsichtigten Einbindung von "virtual Reality" am Aussichtspunkt sehr einverstanden.

Der innovative Ansatz bei der Nutzung digitaler Möglichkeiten gefiel auch Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne). "Das wird ein weiterer Turbo für den Tourismus im Landkreis, den wir nach Corona dringend brauchen", äußerte Matthias Grundler Zustimmung von der Liste Zukunft.

Mindestens 25, maximal 35 Meter hoch

Nach so viel Vorschusslorbeeren bedankte sich Bernd Sommer und hoffte, dass es bald eine Baugenehmigung gibt. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erläuterte er, dass eine Voranfrage mit Einbindung der Fachstellen wie Unterer Naturschutzbehörde bereits beim Landratsamt liege. Der Standort direkt bei der "Fischbank" am Kuglerweiher sei schon fix und per Feuerwehr-Drehleiter im vergangenen Herbst ausgelotet worden: "25 Meter hoch muss der Turm mindestens sein, maximal 30 oder 35 Meter." Dann gewinne man hervorragende Einblicke in die klösterliche Kulturlandschaft.

Nächster Schritt soll ein Ideenwettbewerb mit Architekten sein, denen bewusst keine Vorgaben gemacht würden, weder zum Material noch zur Gestaltung des Turms. Sommer hofft auf kreative Beiträge und stellt als "sportlichen, aber machbaren Zeitplan" das Jahr 2022 für die Fertigstellung in Aussicht.

Fix ist allerdings der Kostenrahmen von 1.112.650 Euro. Zugesagt sind bereits Zuschüsse aus dem Europäischen Fischereifonds (480.000 Euro) und der Leader-Förderung (200.000 Euro). Nach Abzug der 100.000 Euro vom Landkreis bliebe immer noch ein stattlicher Eigenanteil von 332.650 Euro bei der Stadt Waldsassen, die als Bauherr auch für die Verkehrssicherung und den Unterhalt aufkommen würde.

Im Dezember wurden die Turmpläne erstmals vorgestellt

Waldsassen
Hintergrund:

Virtuelles Erlebnis auf realem Turm

In einer vorläufigen Projektskizze notiert die "Fischereiliche Lokale Aktionsgruppe für das Fischwirtschaftsgebiet Tirschenreuth" (FLAG) zum Turm:

  • Hintergrund ist die Teichwirtschaft im Stiftland, die vom Zisterzienserstift Waldsassen im 14. und 15. Jahrhundert zur vollen Blüte geführt wurde.
  • Der Aussichtsturm soll auf einem exponierten Punkt mit Blick und Bezug auf die Klosterlandschaft stehen und die historischen Zusammenhänge erlebbar machen.
  • Im Vergleich der Teichwirtschaft früher und heute wird dargestellt, dass viele Arbeiten in den Grundzügen fast wie vor 500 Jahren verrichtet werden.
  • Neben Informationstafeln soll auch "Virtual Reality", etwa mittels Brille oder per Handy-App, zum Einsatz kommen.
  • Der Turm wird ins touristische Großprojekt „Oberpfälzer Radl-Welt“ eingebunden, mit Attraktionen wie Fischereimuseum, Fischhofpark und Himmelsleiter.

Im Mai 2013 wurde die Himmelsleiter bei Tirschenreuth eingeweiht

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