20.09.2019 - 22:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Hosentaschen-Guide macht Wandern spannender

Der Tourismus in der Oberpfalz boomt. Das kommt nicht von Ungefähr. Die Touristiker in der Region haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich in der Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald projekt- und werbetechnisch vernetzt.

von Norbert Grüner Kontakt Profil

Natur in der Hosentasche

Der Tourismus in der Oberpfalz boomt. Das kommt nicht von Ungefähr. Die Touristiker in der Region haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich in der Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald projekt- und werbetechnisch vernetzt.

Der Tourismus in der Oberpfalz boomt. Das kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen Jahren haben die Verantwortlichen in der Region ihre Hausaufgaben gemacht und sich in der Fremdenverkehrsgemeinschaft Oberpfälzer Wald projekt- und werbetechnisch vernetzt.

Aus allen Ecken der Region fließen seither ständig neue Informationen ein, wird die Region auf Messen gemeinsam präsentiert - weit weg vom Kirchturmdenken. In der Touristik verstehen sich die Akteure längst als Einheit. Und das trägt Früchte, beschert der Branche satte Zuwächse. Aber wer etwas erreicht hat, kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, muss sich weiterentwickeln und darf sich digitalen Möglichkeiten nicht verschließen.

Digital und real

Mit dem Projekt "Natur-Navi", das jetzt im Landratsamt Tirschenreuth vorgestellt wurde, sollen Freunde digitaler Erlebnisse für das Wandern begeistert werden. Mit dem Instrument soll der Oberpfälzer Wald zugleich digital und real entdeckt werden und so individuell wie noch nie. Im Prinzip ist das "Natur-Navi" eine digitale Landkarte, in der Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Einkehrmöglichkeiten, und vieles mehr entlang des Goldsteig-Wegenetzes gebündelt sind. Damit lassen sich auch eigene Wanderrouten zusammenstellen. Unterwegs ist das "Natur-Navi" zusammen mit einem Smartphone quasi als audiovisueller "Guide in der Hosentasche" nutzbar.

2016 hatte das Bayerische Umwelt- und Wirtschaftsministerium den Wettbewerb "Modellregion Naturtourismus" ausgelobt, an dem sich Naturparks, Landkreise und Kommunen bewerben konnten. "Im Oberpfälzer Wald gibt es drei Naturparks und viele Einzeleinrichtungen, die daran hätten teilnehmen können", sagt Stephanie Wenisch, die zusammen mit Fabian Polster das Projekt "Natur-Navi" aus dem Tirschenreuther Landratsamt koordiniert.

Man habe von vornherein ein Gemeinschaftsprojekt als einzig richtigen Weg erkannt. Es sei darum gegangen, einen Naturtourismus zu kreieren, bei dem Natur geschätzt, erhalten und geschützt werde. Auch sollte damit Verständnis dafür erweckt werden, für das was Natur ausmacht. Aber auch die Nutzung durch sanften Naturtourismus habe mit im Vordergrund gestanden und weil Digitalisierung im Tourismusbereich ganz stark im Kommen sei, galt es auch sich diesem Instrumentarium nicht zu verschließen.

Neue Zielgruppen

Digitalisierung ließe sich gut zur gezielten Besucherlenkung nutzen und eben dazu, Informationen an den Mann zu bringen. Da könnten Infotafeln entlang der Wege nicht mithalten. Außerdem seien damit ganz andere Zielgruppen erreichbar als bisher. Längst hätten mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones die Zahl an stationären PCs überflügelt. Ursprünglich sollte das Natur-Navi als App umgesetzt werden. Da der Trend ohnehin in Richtung Browser-Apps gehe, die sich geräteunabhängig einfach über einen Internetbrowser aufrufen lassen, habe diese Möglichkeit das Rennen gemacht.

Laut Wenisch sei einzig das "Natur-Navi" in der Lage digitale Karten eines Wegenetzes anzuzeigen wie in einer gedruckten Wanderkarte, inklusive Sehenswürdigkeiten, Gastgebern, Unterkünften, Veranstaltungen entlang des Weges und vieles mehr. So wäre es ein Leichtes während einer Wanderung etwa ein Zimmer für den Abend zu buchen. Unterwegs funktioniert das Navi über QR-Codes.

Eigene Touren

Man kann damit eigene Touren planen, etwa als Rundwege. Die Basis für alle Planung sind die markierten Wanderwege rund um das Goldsteig-, Nurtschweg-Wandernetz. Im Natur-Navi sind bereits Tourenvorschläge enthalten. Damit der Wanderer auf seiner Tour keine Sehenswürdigkeit übersieht, wurden 100 Stelen an 100 sogenannten Natur-Highlights der teilnehmenden Partner, den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/Waldnaab, Schwandorf und der Stadt Weiden, aufgestellt.

Diese Stelen sind aus Glasschaum, den die Firma Glapor in Mitterteich gesponsert und im eigenen Betrieb montiert hat. Die Infotafeln darauf sind mit einem speziellen Glasdruckverfahren bei einer Weidener Firma gefertigt worden. Jede Tafel enthält einen QR-Code, der über den Internetbrowser direkt auf eine entsprechende Seite im Natur-Navi führt. Dort finden sich neben Bildern, Videos und Texten auch Audiofiles, die das Gesehene vertiefen.Weitere Informationen: www.oberpfaelzerwald.de/natur-navi

https://www.onetz.de/oberpfalz/friedenfels/natur-navi-setzt-oberpfaelzer-wald-neue-massstaebe-id2792115.html

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Kommentare

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Dirk Jungermann

Tolle Idee. Aber bei der Wahl des Materials haben sie einen sauberen Griff ins Klo gemacht. Das Material ist so weich, dass die Säulen bereits nach kürzester Zeit von den ersten Chaoten beschädigt worden sind. So beobachtet an der Säule neben dem Oberpfalzturm auf der Platte. Wirklich Schade!

21.09.2019