09.01.2019 - 17:30 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Hugo sucht Lebensretter

Hugo Walbrunn ist an Blutkrebs erkrankt. Das Schicksal des fünfjährigen Tirschenreuthers berührt die Bürger. Verwandte, Freunde und Vereine helfen.

Der fünfjährige Hugo Walbrunn ist an Blutkrebs erkrankt und braucht wahrscheinlich eine Knochenmarkspende.
von Martin Maier Kontakt Profil

"Es ist Wahnsinn, wie schnell das gegangen ist", ist Vater Berthold Walbrunn noch immer ganz baff. Innerhalb von wenigen Tagen haben es seine Familie und Tirschenreuther Vereine in Zusammenarbeit mit der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) geschafft, eine Registrierungsaktion für den kleinen Hugo auf die Beine zu stellen.

Mitte Dezember hat die Familie die schreckliche Nachricht erhalten. Mama Sabrina und Papa Berthold sind seither im Dauereinsatz. "Wie es ausschaut, braucht Hugo wirklich eine Knochenmarkspende", erklärt der 29-Jährige am Mittwoch. Schon in den Tagen zuvor wurden Vorbereitungen für eine Typisierungsaktion getroffen. "Wir wollten keine Zeit vergeuden und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt. Daher haben wir die Krankheit unseres Sohnes auch auf Facebook öffentlich gemacht."

Alle 15 Minuten erhält in Deutschland laut Homepage der DKMS ein Mensch die Diagnose Blutkrebs und jeder zehnte Betroffene suche vergeblich einen passenden Spender. Oft sei eine Stammzellenspende die einzige Überlebenschance. Jeder gesunde Erwachsene zwischen 17 und 55 Jahren kann sich registrieren lassen.

Einen geeigneten Stammzellenspender für einen Patienten zu finden, könne unglaublich schwer sein. Denn entscheidend für eine erfolgreiche Übertragung von Stammzellen sei die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient. Es gebe mehrere tausend Kombinationen. Nur ein Drittel aller Blutkrebspatienten finde innerhalb der Familie einen passenden Spender.

Die Geschichte über den kleinen Hugo

Die Registrierungsaktion ist am Sonntag, 3. Februar, von 11 bis 16 Uhr im Kettelerhaus in Tirschenreuth. Die Feuerwehr, Faschingsgesellschaft Tursiana, Stiftlandgriller und der ATSV Tirschenreuth packen kräftig mit an. "Alles läuft unter der Federführung der DKMS. Es müssen aber 50 Leute für die Verpflegung gestellt werden", erklärt Walbrunn. Daher ist er froh über die Hilfe der Vereine. "Wir sind sehr dankbar. Da ist ein großer Zusammenhalt zu spüren", hebt der 29-Jährige das Engagement der Vereine hervor.

Um den Termin bekannt zu machen, werden auch Plakate gedruckt. Diese sollen zwischen Marktredwitz und Weiden ausgehängt werden. Zudem werden Flyer in Geschäften ausgelegt. "Das wird eine riesige Aktion. An dem Tag selber brauchen wir auch viele Helfer." Für die Leute, die sich registrieren lassen, wird es kostenlos Kaffee, Kuchen, Wienerle und Leberkäse geben.

Zudem ist eine Spendenbox aufgestellt. Schließlich kostet die Typisierung einer Person 35 Euro. Zwar würde die DKMS die Kosten übernehmen, "aber natürlich hoffen wir und die Organisation, dass einiges Geld in die Box kommt". Der Städtische Kindergarten biete an diesem Tag außerdem eine Kinderbetreuung an. Unter anderem soll es einen Schminktisch geben. So können sich die Eltern in aller Ruhe typisieren lassen. Die Schirmherrschaft für die Typisierungsaktion hat Bürgermeister Franz Stahl übernommen.

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