Tirschenreuth
19.01.2025 - 08:40 Uhr
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„Hundslinger Hochzeit“: Darum kommen auch Laiendarsteller groß raus

Christina Baumers Komödie ist bis in die kleinsten Rollen authentisch besetzt, auch Männer und Frauen aus der Region spielen mit. Bei der Premiere in Tirschenreuth hatte Oberpfalz-Medien Gelegenheit, mit drei von ihnen zu sprechen.

Seit Donnerstag läuft Christina Baumers Film „Hundslinger Hochzeit“ in den Kinos. Die Heimatkomödie spielt im fiktiven, 23 Kilometer von Tirschenreuth entfernten Ort Hundsling. Nach dem Ableben von Wirtin Rosi möchte deren Tochter Magdalena die Gaststätte weiterführen, dabei steht ihr jedoch nicht nur die Konkurrenz vom Lokal „Casa Toni“ im Weg.

Hauptdarstellerin, Produzentin und Regisseurin Baumer sowie ihre Crew haben außerdem den nordoberpfälzischen Dialekt in den Mittelpunkt gestellt, um dem Streifen die notwendige Authentizität zu verleihen. Gegenüber den Profischauspielern hatten die Laiendarsteller aus der Region einen entscheidenden Vorteil: Sie mussten die Mundart nicht erst lernen. Bei der Premiere am Mittwoch im Cineplanet hatte Oberpfalz-Medien die Gelegenheit, mit einem Tirschenreuther, einer Bärnauerin und einem Vohenstraußer über deren Erfahrungen in der großen Welt des Kinos zu sprechen.

Florian Winklmüller, Tirschenreuth

Der Tirschenreuther Florian Winklmüller kommt gleich zu Beginn der Komödie als Dorfpfarrer bei der Beerdigung von Wirtin Rosi groß raus. Am Mittwoch erlebte er gleich zwei Premieren, denn er sah sich zum ersten Mal auf der Kinoleinwand. „Das ist eine völlig andere Erfahrung als im Theater, wo sich die Schauspieler ja so nicht selber sehen.“

Das Gründungs- und Ehrenmitglied des Modernen Theaters Tirschenreuth (MTT) steht seit 1994 auf der Bühne. Rollen in Geschichten mit sakralem Hintergrund scheinen ihm zu liegen, denn er verkörperte 1997 bei der Tirschenreuther Passion den ersten Jesus und später Pontius Pilatus. Winklmüller kennt Christina Baumer schon lange. Sie war im Stiftland-Gymnasium Schülerin bei ihm, dort spielten sie schon zusammen Theater. Später machten sie auch Werbefilme, erzählte er. So hatte er Blut für die Schauspielerei geleckt.

Dass er bei der "Hundslinger Hochzeit" mitspielen durfte, bezeichnete er als "sehr interessante und positive Erfahrung". Allerdings unterscheide sich die Arbeit für einen Film sehr von der fürs Theater. Auf der Bühne sei nach "sehr vielen Proben alles live", bei der Filmproduktion hingegen seien einzelne Szenen mehrmals oder auch aus unterschiedlichen Perspektiven gedreht worden. Winklmüller war von 2005 bis 2019 Vorsitzender des MTT. Während dieser Zeit übernahm er in zehn Produktionen die Leitung und spielte in zahlreichen Inszenierungen die Hauptrolle. Dank seines unermüdlichen Engagements verschaffte er dem MTT einen hervorragenden Ruf auch über die Grenzen Tirschenreuths hinaus. Außerdem setzte er sich unermüdlich dafür ein, das Luitpoldtheater wieder als Spielstätte zu etablieren. 2022 ernannten ihn die Verantwortlichen zum Ehrenmitglied.

Petra Gleißner, Bärnau

Petra Gleißner vom Kultur- und Festspielverein Bärnau spielt seit 30 Jahren Theater. In der "Hundslinger Hochzeit" ist sie in mehreren Szenen als Frau Dünnbier zu sehen. "Es war super, hier mitzuwirken, eine ganz andere Erfahrung. Mit einem Wort: geil", sagte sie. Vor der Premiere hatte sie zwar einen Trailer gesehen, am Mittwoch schaute auch sie sich das erste Mal auf der großen Leinwand zu. Außerdem unterschrieb sie im Cineplanet-Foyer ihre erste Autogrammkarte – gleichfalls "ein geiles Gefühl". Bei den Dreharbeiten fühlte sie sich übrigens gut aufgehoben. "Das war bis hin zu den Nebendarstellern eine große Familie", verriet die Bärnauerin. Neben ihrem Engagement im Kultur- und Festspielverein ist Gleißner auch Vorsitzende des Heimatvereins Schwarzenbach. 2020 kandidierte sie für die CSU bei der Kommunalwahl für den Bärnauer Stadtrat, verpasste aber den Einzug ins Gremium.

Josef Pflaum, Vohenstrauß

Für Josef Pflaum aus Vohenstrauß im Landkreis Neustadt/WN war die Mitwirkung bei der „Hundslinger Hochzeit“ ebenfalls eine „geniale Erfahrung“. Es habe ihm großen Spaß gemacht. „Das Gefühl, neben einem bekannten Schauspieler zu stehen, ist etwas Besonderes“, betonte er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Pflaum spielt Herrn Dünnbier und taucht wie Petra Gleißner mehrmals in der Komödie auf. Seiner Film-Ehefrau pflichtete er am Mittwoch in Sachen familiäres Gefühl am Set bei, denn „auch die Komparsen waren eingebunden“.

Der ehemalige Sparkassen-Vorstand hatte sich zwei Jahre vor Beginn der Produktion beworben und schließlich „die Kleindarsteller-Rolle ergattert“. Theaterluft schnupperte der Vohenstraußer früher bereits bei den Leuchtenberger Burgfestspielen als Ritter oder im „Brandner Kasper“. Filmerfahrung hat Pflaum auch schon gesammelt: Er spielte im „Beckenrand Sheriff“ von Marcus H. Rosenmüller mit und in der Netflix-Serie „The Empress“ einen russischen Attaché.

2020 ging er nach insgesamt 44 Jahren bei den Vereinigten Sparkassen Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß in den Ruhestand. Die letzten 16 Jahre seines Berufslebens war er Vorstandssprecher der Bank. In Sportlerkreisen ist Pflaum als langjähriges Präsidiumsmitglied des Bayerischen Karate-Bunds und Inhaber des 4. Dan im Shotokan eine bedeutende Figur in der Karateszene des Freistaats.

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Hintergrund:

"Hundslinger Hochzeit"

  • Hauptdarstellerin, Produzentin und Regisseurin: Christina Baumer (geboren 1986 in Tirschenreuth, aufgewachsen in Triebendorf bei Wiesau)
  • Drehtage: 24 (im Juli 2023)
  • Mitwirkende: rund 100 (unter anderem aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie der Stadt Weiden plus weitere Komparsen aus der Region, Bayern und Deutschland)
  • Drehorte: Friedenfels, Tirschenreuth, Waldsassen und Wiesau
  • Diese Kinos in der Region zeigen den Film: Tirschenreuth (Cineplanet), Mitterteich (Angerlichtspiele), Marktredwitz (Cineplanet) und Weiden (Neue Welt Kinocenter)
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