06.03.2019 - 15:44 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Käferholz drückt die Preise

Der heiße Sommer 2018 hat sich auch auf Umbau und Verjüngung der Wälder ausgewirkt. Im Bereich der Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth sind wegen der anhaltenden Trockenheit 22.000 neue Bäumchen weniger als im Vorjahr gepflanzt worden.

FBG-Geschäftsführer Wolfgang Beer.
von Konrad RosnerProfil

Der Wunsch mancher Bürger nach unberührten Urwäldern sei oft nur die Unkenntnis über die ökologischen Leistungen einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft, erklärte der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Tirschenreuth, Wolfgang Beer, in seinem sehr umfassenden und ausführlichen Bericht bei der Mitgliederversammlung im Kettelerhaus.

„Es ist wichtig, den Menschen vor Augen zu führen, dass Holznutzung und Naturschutz keine Gegensätze sind, sondern sich hervorragend ergänzen“, meinte Beer. Die FBG praktiziere schon seit Jahrzehnten eine nachhaltige und naturnahe Waldwirtschaft, die Ökonomie und Ökologie miteinander in Einklang bringe. Der Wald mit seinen vielfältigen, unverzichtbaren Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen sei ebenso wie der nachwachsende Rohstoff Holz fest mit der bayerischen Identität, der gesamten Gesellschaft und dem Wirtschaftskreis Forst und Holz verbunden.

Der Klimawandel, die zunehmenden Schäden durch Stürme und Schädlinge sowie die demografische Entwicklung der Waldbesitzer stellten die Forstwirtschaft jedoch vor große Herausforderungen. Die Entwicklung seit 2015 zeige eine dramatische Verschärfung der Bedrohungen durch Stürme, Trockenjahre, Hitzeperioden und Borkenkäferschäden.

2018 sei das wärmste Jahr seit den Wetteraufzeichnungen von 1881 gewesen. „Zehn Monate blieb es zum Teil extrem trocken“, so Beer. Erst im Dezember hatten die lang herbeigesehnten größeren Niederschlagsmengen die große Trockenheit beendet. Zudem habe der Borkenkäfer sich stark im Vereinsgebiet bemerkbar gemacht, deshalb sei viel Kalamitätsholz geliefert worden. Dies alles habe sich auch beim Holzmarkt bemerkbar gemacht, die Preise für Fichte und Holz seien förmlich abgestürzt.

„Insgesamt wurden“, so Beer, „im vergangenen Jahr durch die FBG Tirschenreuth 48.000 Festmeter Holz vermarktet“. Beer verwies darauf, dass die FBG vor allem auch bei der Vermarktung für die kleinen Waldbesitzer da sei, vor allem auch aufgrund der Tatsache der stark unter Druck geratenen Holzpreise. Detailliert ging er auf die Preisentwicklung der verschiedenen Hölzer ein.

2018 seien 21.240 Pflanzen gesteckt worden. Den Löwenanteil daran stellten die Fichte mit 13.715 Stück, die Tanne mit 2274 Stück sowie die Douglasie mit 1755 Stück. Der Anteil von Nadel- zu Laubholz betrug laut Beer 89 zu 11 Prozent. Durch die anhaltende Trockenzeit seien im vergangenen Jahr rund 22.000 Pflanzen weniger als im Vorjahr gesetzt worden. Zum Vergleich: 2014 wurden mehr als 83.000 Stück gepflanzt. Die FBG habe aktuell 1138 Mitglieder mit 12.639 Hektar Wald.

Abschließend referierte Dr. Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen zum Thema „Landschaft im Wandel der Jahrmillionen – der Landkreis Tirschenreuth und seine Erdgeschichte“.

Dr. Andreas Peterek referierte über "Landschaft im Wandel der Jahrmillionen".
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