24.10.2019 - 15:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Karlsbader Hütte im Fokus

Ist die Karlsbader Hütte der schönste Platz Österreichs? Darüber entscheidet im Nachbarland am Nationalfeiertag am Samstag zur besten Sendezeit ein Millionenpublikum. Die Sendung verfolgen auch drei Stiftländer live.

Die Karlsbader Hütte liegt auf 2260 Meter Höhe und rückt am Samstag mit in den Mittelpunkt der Sendung "9 Plätze, 9 Schätze".
von Autor HÄProfil

Die Show "9 Plätze, 9 Schätze" ist am Samstag, 26. Oktober, um 20.15 Uhr auf ORF 2 zu sehen. Jedes Bundesland schickt einen Ort ins Rennen. Die Tiroler treten mit der Karlsbader Hütte am Laserzsee an, schönster Platz Österreichs zu werden. Noch regiert der Schiederweiher in Oberösterreich (Hintergrund).

Die Karlsbader Hütte gehört der Sektion Karlsbad des Deutschen Alpenvereins (DAV) mit Sitz in Tirschenreuth. Aus der Kreisstadt reisen daher auch drei Vertreter zu der Sendung nach Wien. Dabei sind Vorsitzender Gottfried Haas, Herbert Schertler zuständig für die Mitgliederverwaltung und Geschäftsstelle sowie Schriftführer Werner Schmidt. "Wir sind vom Tourismusverband Osttirol eingeladen worden", erläutert Haas.

Großer Werbeeffekt

Der Tourismusverband selber reise mit einem Bus an. "Da ist viel Prominenz aus Osttirol dabei", weiß der Vorsitzende. Dies zeige die Wertigkeit der Sendung. "Denn das ist Werbung pur. Damit haben wir nicht gerechnet." Allerdings bedauert Haas, dass Ehrenvorsitzender Horst Wagner aus gesundheitlichen Gründen nicht mit nach Wien fahren kann. "Ihn hätten wir liebend gerne dabei gehabt."

Schon alleine die Nominierung als Tiroler Vertreter an der Show teilnehmen zu dürfen, sei eine große Ehre. "Die Hütte läuft bombastisch. Das liegt natürlich auch an unserem Pächterpaar Edith und Rupert Tembler", lobt Haas. Die beiden werden am Samstag auch vor Ort in der österreichischen Hauptstadt mitfiebern. Die Karlsbader Hütte hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Vor mehr als 110 Jahren wollten Karlsbader Sektionsmitglieder und Bergsteiger in den Lienzer Dolomiten einen Stützpunkte für spätere Generationen schaffen.

Als Glücksfall erwies sich 1906 der Erweb der unbewirtschafteten "Leitmeritzer Hütte" im Laserz. Mit Enthusiasmus und Zielstrebigkeit wurde von den Vereinsmitgliedern im Laufe eines Jahrhunderts die ehemals karge Hütte zu einem gefragten Treffpunkt umgebaut.

Hütte auf 2260 Meter Höhe

Unzählige Baumaßnahmen waren notwendig, der Wegebau war auch ein Thema, denn oftmals waren Unmengen von Schnee bis in den Sommer hinein ein großes Hindernis, die Karlsbader Hütte liegt schließlich auf 2260 Meter Höhe. In der wechselvollen Geschichte der Hütte ist nachzulesen, dass sie im Ersten Weltkrieg österreichischen Truppenteilen sogar als Unterkunft diente.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Schutzhütten in Österreich, also auch die Karlsbader Hütte, von den Alliierten beschlagnahmt und dem österreichischen Alpenverein zur treuhänderischen Verwaltung übergeben. 1957 erfolgte die Rückübereignung an den Deutschen Alpenverein Karlsbad mit Sitz in München. 2003 wurde der Sektionssitz von München nach Tirschenreuth verlegt.

"Juwel in Osttirol"

In der Zwischenzeit gab es an der Karlsbader Hütte viele Veränderungen: 1965 wurden sie aufgestockt, 1968 folgte der Bau eines Versorgungswesens von der Dolomitenhütte zur Karlsbader Hütte. Der Forst baute, die Sektion zahlte. Von 1970 bis 1974 wurde erneut umgebaut und saniert und 1985 erfüllten sich die Mitglieder den langersehnten Wunsch nach einer Terrasse. Ein Jahr später begann mit der Dachhebung der vierte Hüttenumbau.

1991 wurde eine Solaranlage installiert, der Gastraums erweitert und die Wasserversorgung verbessert. 1996 kam es zum fünften Umbau. Aus umweltfreundlichen Gründen musste der Alpenverein im Jahr 2001 eine biologische Kläranlage mit drei Rundbehältern errichten lassen. Die Verantwortlichen bezeichnen die Hütte mittlerweile als einen "Juwel in Osttirols Bergwelt". Am Samstag wird dieser noch ein Stück mehr glänzen, egal welchen Platz die Karlsbader Hütte belegen wird.

Hintergrund:

Hansi Hinterseer als Pate

Die Tiroler haben sich in der Vorausscheidung für die Karlsbader Hütte in Osttirol entschieden. Pate ist kein geringerer als Hansi Hinterseer, ihm zur Seite steht Journalisten Katharina Kramer. Um den Titel kämpfen zudem die Lange Lacke (Burgenland), der Kärntner Faaker See mit dem Schilf-Mäander, die Waldviertler Natur-Stauseen in Niederösterreich, das oberösterreichische Pesenbachtal sowie der Tappenkarsee in Salzburg. Die Steiermark schickt die Weingärten Hochgrail ins Rennen, Vorarlberg hat den Lünersee aufgestellt und für Wien "kandidiert" die ikonische Otto-Wagner-Kirche am Steinhof.

Jeder Ort hat einen prominenten Paten, moderiert wird die Live-Sendung von Armin Assinger und Barbara Karlich. Als musikalischer Gast stellt sich Nik P. ein, das teilte der ORF in einer Aussendung mit. Die Gesamtwertung setzt sich aus den Stimmen der Jury und dem Telefonvoting zusammen. (hä)

Pater Paul zelebrierte die Bergmesse zum 100-jährigen Bestehen der Karlsbader Hütte.
Auch die Böllerschützen aus Ottengrün waren zum 100-jährigen Bestehen der Hütte angereist.
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