13.07.2020 - 19:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Keine Weihnachstmärkte in Tirschenreuth und Wildenreuth

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Der Lions-Club Tirschenreuth hat seinen Weihnachtsmarkt im Fischhofpark wegen der Coronakrise abgesagt. Auch der Weihnachtsmarkt in Wildenreuth fällt aus. Doch das hat andere Gründe.

Die Enttäuschung ist auch im Lions-Club selbst groß, die sich wieder auf ihren beliebten Lichterzauber gefreut haben.
von Ulla Britta BaumerProfil

Aus mit Budenzauber und Lichterglanz: Am Sonntagabend haben die Hauptverantwortlichen des Lions-Clubs Tirschenreuth den "Kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt am Fischhofpark" abgeblasen. Grund ist die Coronakrise. Der Markt wurde zu den schönsten Bayerns gezählt und lockte an zwei Wochenenden bis zu 30 000 Gäste an.

Der District Governor Bayern Ost, Franz Göhl aus Tirschenreuth, bedauert diese Entscheidung. Sie sei aber leider notwendig. Göhl hat die beliebte Großveranstaltung vor nicht ganz zehn Jahren ins Leben gerufen und als Hauptorganisator gemeinsam mit Clubmaster Dominik Neitz geplant. "Wir können bei dem Massenandrang, der am Fischhof immer vorherrscht, die Hygienevorschriften einfach nicht einhalten", so Göhl.

Entscheidung bedauert

Der Lions-Club habe sich die Entscheidung nicht leicht gemach. Aber da nicht damit zu rechnen sei, dass gegen Covid-19 vor dem Sommer nächsten Jahres ein Impfstoff gefunden werde, habe man nicht anders handeln können.

"Es gibt auch in unseren Kreisen Mutige, Übermutige und Vorsichtige", so Göhl. Letztendlich sei die Vorsicht ausschlaggebend gewesen. "Wir können nicht die Garantie dafür übernehmen, dass sich keiner infiziert." Auch könnten Gäste von auswärts das Virus mitbringen. Die Ansteckungsgefahr sei einfach zu hoch. Natürlich sei dies bedauerlich für die Aussteller, die mit Einnahmen gerechnet hätten, und alle, die auf Zuwendungen aus dem Erlös gehofft hätten.

Áuch eigene Mitglieder im Blick

Göhl hat dabei auch die Verantwortung den eigenen Mitgliedern gegenüber im Blick. "Auch wenn sich der Club nun verjüngt hat, es ist zu gefährlich." Aufgabe sei es nun, allen Ausstellern, den Vereinen und den Busunternehmen schriftlich abzusagen. "Es geht in diesen Tagen ein Schreiben raus." 2019 hätten immerhin 36 Busunternehmen deutschlandweit den "Kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt" in Tirschenreuth angefahren.

Damit trotzdem Spendengelder fließen, hat er angeregt, einen "Krapfenschmaus" am 11. November als kleinen Ersatz durchzuführen. Befreundete Lions-Clubs würden diese Aktion bereits mit viel Erfolg seit einigen Jahren praktizieren. Dabei werden zum Faschingsauftakt an Firmen, Ämter, Handwerksbetriebe und Großunternehmen Krapfen verteilt. Morgens um 7 Uhr werde man ausschwärmen. "Ein Teil des Erlöses wird dann gespendet." Damit könne man zwar nicht die Summen aus dem Weihnachtsmarkt erreichen, aber es sei eine Alternative. "Und wir können die Hygienevorschriften einhalten." Göhl betont, dass 2021 der Markt wie gewohnt stattfinden werde, sollte eine solche Veranstaltung bis dahin wieder möglich sei.

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Keine Märchenwelt mehr

Auch im Schloss Wildenreuth bleiben in der Adventszeit die Tore diesmal für Besucher und Aussteller geschlossen. Das hat aber nichts mit der Coronakrise zu tun. Schon Anfang Januar hat die Familie nach Auskunft von Eva Freifrau von Podewils beschlossen, keinen Weihnachtsmarkt mehr zu organisieren. Der Grund liegt in der vielen Arbeit, die in der Veranstaltung steckt. Organisiert wurde sie von den beiden Töchtern, Freiin Alexandra und Freiin Katharina von Podewils. Die beiden seien beruflich mittlerweile so sehr eingespannt, dass sie das nicht mehr schultern könnten. Den Wildenreuther Weihnachtsmarkt mit seinem ungewöhnlichen Schlossambiente gab es seit zehn Jahren. Er hatte zuletzt etwa 15 000 Besucher an zwei Wochenenden angelockt. Das Besondere am Markt waren die Darstellungen von Szenen aus der Märchenwelt. Eva Freifrau von Podewils erklärt, dass das Aus wohl endgültig sein werde. Man denke daran, die angeschafften Buden wieder zu verkaufen.

Dichtes Gedränge gehört zum Weihnachtsmarkt, der im Dezember 2019 immerhin mit 30 000 Besuchern eine Rekordzahl seit Bestehen angelockt hat. Dieser gern geduldete Andrang wird der beliebten Veranstaltung wegen der Abstandsregelungen nun zum Verhängnis.
Die Schlossbesitzer in Wildenreuth wollen ihr Areal gar nicht mehr für Weihnachtsmärkte öffnen. Die vor dem Schloss gelagerten Buden sollen verkauft werden.
"Wir können nicht für die Sicherheit der Menschenmassen garantieren." Franz Göhl, Governor des Districts Bayern Ost, Gründer und Hauptorganisator des "Kunsthandwerklichen Weihnaqchtsmarktes. (Im Bild mit den Sammler-Glühweinbechern 2019).

Hier erfahren Sie mehr über den letztjährigen Markt in Tirschenreuth

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