In der Oktobersitzung des Stadtrats bewilligte das Gremium bei einer Gegenstimme (Karl Berr) die Aufhebung des Bebauungsplans für das Baugebiet "An der Glashütte". In diesem Zusammenhang wollte Manfred Zandt (Freie Wähler) wissen, ob es noch aktuell sei, dass in der Pleierstraße ein Bauwilliger ein Mehrfamilienhaus bauen wolle. Stahl verwies darauf, dass es mehrere interessante Grundstücke gebe. Dieser Bauwillige habe inzwischen sein Angebot, ein Mehrfamilienhaus zu bauen, zurückgezogen. Der Bürgermeister erklärte zudem, dass alle Grundstücke der Stadt gehören - und so werde jeder einzelne Bauantrag behandelt.
"Wenn wir den Bebauungsplan aufheben, heißt das noch lange nicht, dass wild gebaut werden kann", merkte Dr. Alfred Scheidler (CSU) an. WGU-Stadtrat Karl Berr lehnte die Aufhebung des Bebauungsplanes dennoch ab: "Weil dort ein dreistöckiges Sechsfamilienhaus mit Pultdach entstehen soll, das wegen seiner Größe an diesem Platz unpassend ist." Ferner fürchte er Probleme für dem ATSV Tirschenreuth. Er sei deshalb massiv dagegen. Stahl erwiderte: "Das ist eine klare Themaverfehlung. Ich sagte doch, dieser Bauwillige ist abgesprungen. Wir heben den Bebauungsplan auf, damit dort auch Einfamilienhäuser gebaut werden können. Der ATSV bekommt keinerlei Probleme".
"Wir sind sehr zufrieden", sagte das Stadtoberhaupt zum Thema Stabilisierungshilfe. Die Stadt Tirschenreuth erhält in diesem Jahr 1,2 Millionen Euro vom Freistaat Bayern. Das Geld erhalte Tirschenreuth für seine nachhaltig gute und zugleich intelligente Haushaltsführung, so der Bürgermeister. Seit 2013 habe die Kreisstadt damit 11,35 Millionen Euro an Stabilisierungshilfen erhalten. "Eine gewaltige Summe, aber wir haben es verdient", meinte Stahl. Er dankte der Verwaltung für die Ausarbeitung des Antrags und dem Freistaat für diese finanzielle Unterstützung und sprach die Hoffnung aus, dass es diese Zuschüsse auch in den kommenden Jahren gibt. Tirschenreuth werde 2019 erneut einen Antrag stellen.
Zweiter Bürgermeister Peter Gold sah es ähnlich: "Das ist eine erfreuliche Nachricht. Mit diesem Geld werden Schulden abgebaut und investive Maßnahmen gefördert. Es tut uns gut." Auch Manfred Zandt zeigte sich erfreut über die Stabilisierungshilfe, machte aber zugleich deutlich, dass dieses Geld nur in benachteiligte Gebiete gehe, die der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber vernachlässigt habe. "Mittlerweile hat man erkannt, dass der ländliche Raum gestärkt werden muss." Dieses "Wahlkampfgeplänkel" wollte Bürgermeister Franz Stahl so nicht stehen lassen, denn gerade Edmund Stoiber habe sich für Behördenverlagerungen in den ländlichen Raum stark gemacht. "Ich schäme mich nicht dafür, dieses Geld erhalten zu haben. Es war harte Arbeit." Zudem verwies er darauf, dass Tirschenreuth in den vergangenen Jahren stolze 115 Euro für Infrastrukturmaßnahmen investiert habe.
Im weiteren Verlauf der Sitzung genehmigten die Räte einstimmig die überörtliche Prüfung und die Prüfungsfeststellungen der Jahresrechnungen 2011 bis 2014 der Stadt Tirschenreuth.














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