14.09.2020 - 15:51 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kinderhaus-Gruppe in Waldershof wegen Corona in Quarantäne geschickt

Die Zahl der Infektionen an Covid-19 nimmt im Landkreis Tirschenreuth wieder zu. Nun ist auch eine Vorschuleinrichtung betroffen. Kinder und Erzieherinnen müssen in Quarantäne.

Eine Laborantin sortiert im Institut für Virologie an der Charite Berlin Mitte, in dem Untersuchungen zum Coronavirus laufen, Proben.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Das Landratsamt Tirschenreuth meldete am Montag sieben neue Covid-19-Erkrankungen. Darunter sind ein Reiserückkehrer aus Rumänien und vier bereits unter Quarantäne stehende Personen der Kategorie 1 mit direktem Kontakt zu einem Erkrankten. Ein positiver Fall wurde auch aus dem städtischen Kinderhaus St. Sebastian in Waldershof gemeldet.

Der Krankheitsfall im Kinderhaus betrifft die Vorschulkinder aus der "Hummelgruppe". Die Gruppe wurde nach Angaben des Landratsamts sofort geschlossen. Bis einschließlich Mittwoch, 23. September, müssen die Kinder und Erzieherinnen in häuslicher Quarantäne bleiben. Außerdem werden alle in der Gruppe auf das Coronavirus getestet. Betroffen von diesen Maßnahmen sind 20 Kinder und vier Erzieherinnen.

Die amtliche Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten erhöht sich dadurch seit dem Ausbruch der Krankheit im Landkreis Tirschenreuth auf 1175. Am und mit dem Virus SARS-CoV-2 sind mittlerweile aus dem Landkreis 139 Personen verstorben. Die Zahl der Genesenen schätzt das Gesundheitsamt nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts derzeit auf 1023. Die 7-Tage-Inzidenz erhöhte sich am Montag auf 16,56. Sie liegt damit noch weit unter dem von der Staatsregierung ausgegebenen Warnwert von 35.

Das Gesundheitsamt bittet weiter darum, die Ansteckungsgefahr möglichst klein zu halten. Das Robert-Koch-Institut hat dazu drei Kategorien aufgestellt, die das Infektionsrisiko angeben.

Kategorie 1: Das höchste Infektionsrisiko besteht für Personen mit mindestens 15 Minuten Gesichtskontakt ("face-to-face"), zum Beispiel im Rahmen eines Gesprächs. Dazu gehören Personen aus Lebensgemeinschaften im gleichen Haushalt, Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, wie etwa bei Küssen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund-Beatmung, Anhusten, Anniesen etc. sowie medizinisches Personal ohne Schutzmaßnahmen mit Kontakt zu einem Kranken im Rahmen von Pflege oder medizinischer Untersuchung.

Kategorie 2: Geringeres Infektionsrisiko haben Personen, die sich im gleichen Raum wie ein bestätigter Corona-fall aufgehalten haben, aber insgesamt weniger als 15 Minuten Gesichtskontakt hatten, zum Beispiel im Klassenzimmer oder am Arbeitsplatz. Diese Kategorie gilt auch für Familienmitglieder, die keinen mindestens 15-minütigen Gesichts- oder Sprachkontakt hatten sowie medizinisches Personal, das sich ohne Schutzbekleidung im gleichen Raum wie ein am Virus Erkrankter aufgehalten hat, aber eine Distanz von zwei Metern dabei nie unterschritten hat.

Kategorie 3: In diese Kategorie fällt vor allem medizinisches Personal, sofern es eine adäquate Schutzbekleidung getragen hat, medizinisches Personal mit Kontakt unter zwei Metern Abstand zu einem Kranken, etwa im Rahmen von Pflege oder einer medizinischen Untersuchung sowie medizinisches Personal mit Kontakt mit mehr als zwei Metern Abstand zu Corona-Patienten.

Tirschenreuth
Hintergrund:

Hier die Tipps des Robert-Koch-Instituts für direkt gefährdete Personen:

  • Ermittlung, namentliche Registrierung und Mitteilung der Telefonnummer der Ansprechpartner des Gesundheitsamtes sowie Einholen von Informationen der Kontaktperson über Covid-19-Krankheitsbild.
  • Kontakte zu anderen Personen reduzieren und Isolation. Im Haushalt nach Möglichkeit zeitliche und räumliche Trennung der Kontaktperson von anderen Mitgliedern des Haushalts. Kein gemeinsames Essen, regelmäßiges Händewaschen sowie Einhaltung der Hustenetikette.
  • Außerdem werden Kontaktpersonen bis zum 14. Tag nach dem letzten Kontakt mit dem Corona-Infizierten überwacht. Dazu müssen Kontaktpersonen zwei Mal täglich Fieber messen, ein Tagebuch führen über Symptome, Körpertemperatur, allgemeine Aktivitäten und Kontakte zu anderen Personen, zur häuslichen Quarantäne sowie über den Gesundheitszustand und die Angaben dem Gesundheitsamt übermitteln.

Zeigt die Kontaktperson innerhalb der 14 Tage Anzeichen einer Corona-Infektion, gilt dies als krankheitsverdächtig und die Person muss sich unbedingt untersuchen lassen.

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