22.05.2019 - 17:11 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Konferenz auf der grünen Insel

Einmal im Jahr dreht sich in Europa alles um den Fisch. Die Vertreter der Fischwirtschaftsgebiete tauschen bei ihrer Konferenz Erfahrungen, Ideen und Möglichkeiten aus. Fabian Polster aus Tirschenreuth war deshalb nach Irland gereist.

Die deutsche Delegation der Farnet-Konferenz, sitzend von links: Marco Witthohn, Wirtschaftsförderer des Landkreises Cuxhaven, Fabian Polster und Dorothea Jordan vom Karpfenland Aischgrund. Stehend Pedro Brosei, Koordinator des Farnet-Netzwerks in Brüssel.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Fabian Polster war Teilnehmer der dreitägigen "Farnet"-Konferenz in Bantry im Süden Irlands. Vor zwei Jahren hat Polster das jährliche Treffen der Vertreter der Projektmanager der Fischereiwirtschaftsgebiete in Weiden organisiert. "Farnet" verstehe sich als ein Netzwerk für die Durchführung der von örtlichen Gemeinschaften betriebenen Maßnahmen für lokale Entwicklungen im Rahmen des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Lokale Aktionsgruppen auf dem Fischereisektor werden als "Flags" bezeichnet.

Fischwirtschaftsgebiet

Als anerkanntes Fischwirtschaftsgebiet sei der Landkreis Tirschenreuth in der Lage, für verschiedene Projekte EU-Förderungen aus dem EMFF zu beantragen. Bereits abgeschlossene Projekte sind etwa die Himmelsleiter in der Waldnaabaue oder das "Haus am Teich" mit seinen Großaquarien in der Kreisstadt. Auch die jährlichen Lehrfahrten der Arge Fisch werden in diesem Rahmen gefördert. Fischwirtschaftsgebiete gibt es in ganz Europa und jedes hat mindestens einen Koordinator.

Im Landkreis ist das Fabian Polster. Diese Projektmanager treffen sich jährlich zu einer Fachkonferenz, bei der immer ein anderes Thema im Vordergrund stehe. Diesmal: "Smarte Ideen in diversen Fischereiregionen". War Fabian Polster bisher nur als Delegierter dabei, wurde er diesmal schon im Vorfeld gebeten, das Fischwirtschaftsgebiet Tirschenreuth mit all seinen Facetten vorzustellen.

Einige Delegierte waren bereits bei der Konferenz in Weiden dabei und waren damals so begeistert, dass sie wollten, dass auch die restlichen europäischen Fachleute darüber informiert werden. Tenor dabei: "Was bewirkt der Landkreis für die heimische Fischerei und touristisch für die Region?" Die Einladung kam direkt aus Brüssel, wo im kommenden Jahr die Konferenz stattfindet. 20 Minuten dauerte Polsters Vortrag über das "Flag Tirschenreuth", die anschließende Diskussion noch einmal 40 Minuten. Der mobile Dorfladen, der im Steinwald unterwegs ist, habe die Teilnehmer besonders interessiert Vor der Konferenz hatte sich Polster diesbezüglich bei Martin Schmid von der Steinwald-Allianz schlau gemacht. Nahversorgung im ländlichen Raum sei offensichtlich ein europäisches Thema, so der Eindruck von Polster.

Mehr Geld an der Küste

Im Vergleich mit den anderen sei der größte Unterschied zu unserem Fischwirtschaftsgebiet, dass dort fast alle Delegierten von der Küste kommen. Vor zwei Jahren sei es Novum gewesen, dass die Konferenz in einem Binnenfischerei-Gebiet stattgefunden habe, zumal mit der Meeres-Fischerei viel mehr Geld als mit der Teichwirtschaft verdient werde und die Einzelbetriebe viel größer seien.

Wohl auch aus dem Grund seien die Teilnehmer erstaunt gewesen, was so eine verhältnismäßig kleine Region alles auf die Beine stellt. "Kleine Teiche mit relativ vielen Teichwirten gibt es außer hier eigentlich kaum. Wir sind europäisch gesehen schon die Ausnahme, und was der Landkreis daraus gemacht hat ist sehr außergewöhnlich." Die Fischerei sei auch ein Beitrag dafür, dass es bei uns aufwärts gehe, dass Leute mit guter Ausbildung zurückkommen und hier Fuß fassen und der Tourismus stetig steige, so Polsters Einschätzung. Jedes Jahr begrüßt Tirschenreuth mindestens drei Besucher-Gruppen aus den Flag-Gebieten. Im vergangenen Jahr informierten sich hier Fischzüchter aus Polen, Tschechien Frankreich und Rumänien.

Chance für Kurzurlaub

"Wenn ich schon in Irland bin, hänge ich doch gleich noch ein paar Tage Urlaub an, mit Radeln und Wandern und Bed an Breakfast", dachte sich Fabian Polster, bevor er sich Dublin anschaute und von dort zurück nach Deutschland flog. Fasziniert war er vom Nationalpark Killarney. Allein dort blieb er zwei Tage lang.

Er fuhr die Küste entlang und übernachtete in Ortschaften wie Glenngarrif oder Cork. Beeindruckt war er auch von der Freundlichkeit der Menschen und der Pub-Kultur. Er ließ sich mitreißen beim gemeinsamen Fußballschauen, wobei sich herausstellte, dass viele Iren begeisterte FC-Liverpool-Fans sind.

Fabian Polster nutzte die Gelegenheit und verbrachte noch ein paar Urlaubstage auf der Insel. Begeistert war er vom Nationalpark Killarny.
Ross Castle im Killarney Nationalpark am am Ostufer des Lough Leane.

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