05.05.2021 - 12:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kreis Tirschenreuth: Hilfe für Schwangere und junge Eltern auch in der Corona-Krise möglich

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Wegen Corona fällt vielen Müttern und Vätern die Decke auf dem Kopf. Welche Angebote finden noch im Landkreis Tirschenreuth statt? Hilfe gibt es bei der Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen“ von Marianne Fütterer und Pia Kürschner.

Pia Kürschner (von links) und Marianne Fütterer von der Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" kümmern sich im Landkreis Tirschenreuth um werdende und junge Eltern.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Die momentane Coronakrise bedeutet für viele Eltern extreme Herausforderungen im Alltag. Das wissen auch Marianne Fütterer und Pia Kürschner von der Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" (Koki) des Landkreises Tirschenreuth. Beide haben sich seit dem Frühjahr 2020 bemüht, genauso zu arbeiten wie vor der Pandemie.

"Wir sind eine zentrale Anlaufstelle", betont Marianne Fütterer beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Die Koki unterstützt Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern bis zum dritten Lebensjahr. "Jeder kann sich an uns mit allen Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und die ersten Jahre des kleinen Kindes wenden."

Das Zwischenmenschliche fehlt

Durch die aktuell geltenden gesundheitspolitischen Maßnahmen ist vielen Müttern und Vätern nicht klar, welche Stellen überhaupt noch erreichbar und zugänglich sind. "Ihnen fehlt der gegenseitige Austausch, etwa bei Geburtsvorbereitungskursen, Krabbelgruppen oder anderen Gesprächs- und Selbsthilfegruppen." Zwar werden auch virtuelle Angebote vermehrt ermöglicht, dennoch könne das nicht das Zwischenmenschliche ersetzen. "Gerade für junge Mütter ist die Situation furchtbar", erklärt Fütterer. "Es fällt alles weg. Viele sind isoliert und alleine zu Hause. Das führt vermehrt zu psychischen Problemen", weiß die Expertin.

Das bestätigt ihre Kollegin. "Die zwanglosen Treffen fehlen. Jede Familie ist belastet, durch das Eingesperrtsein." Das führe zu dem Domino-Effekt, dass es vermehrt zu Streitigkeiten unter Eltern komme. Das Problem: "Viele leiden einsam, ohne sich zu melden", sagt Kürschner. Die Koki steht auch im Austausch mit dem Allgemeinen Sozialdienst. "Lange Zeit war es ruhig und jetzt rappelt es oft richtig", so Fütterer. Dabei bezieht sie sich vor allem auf die Zunahme von Kindswohlgefährdungen.

Persönlicher Kontakt zu Eltern

dem Kopf“ – ein Satz, den die Koki-Mitarbeiterinnen immer wieder hören. Um dem Ganzen entgegen zu wirken, waren Marianne Fütterer und Pia Kürschner auch in der Pandemie stets erreichbar. „Jeder Elternteil hatte die Möglichkeit, uns persönlich zu sehen.“ So machten beide auch Hausbesuche mit entsprechenden Hygienemaßnahmen.

Zudem wurden auch Familienkrankenschwestern weiter eingesetzt. "Das sind Fachkräfte. Sie setzen oft die Arbeit der Hebammen fort", erklärt Fütterer. Bei den ehrenamtlichen Helfern wiederum musste zum Teil zurückgefahren werden. "Diese waren oft selbst gefährdet. Andere gingen in die Familien."

Oft ist es für Eltern eine Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen. Fütterer und Kürschner appellieren: "Man muss nicht alles alleine machen und braucht auch nicht perfekt zu sein. Ganz viele Mütter und Väter haben Unterstützung." Über Netzwerke und Mundpropaganda finden viele zur Koki. Und die Behörde selbst kann ebenfalls an viele Stellen vermitteln. "Wir haben den Überblick." Schon in der Schwangerschaft können die beiden Frauen den Kontakt zu Hebammen oder Kinderkrankenschwestern herstellen. "Auch die Schwangerenberatung ist ein wichtiger Kontakt für uns." In manchen Fällen können Haushaltshilfen vermittelt werden, um Überforderung oder Stress zu vermeiden. Zudem arbeitet die Koki eng mit Familienbeauftragten in den Gemeinden zusammen. Wer mit der Koki Tirschenreuth Kontakt aufnehmen möchte, erreicht Marianne Fütterer unter 09631/88279 und Pia Kürschner unter 09631/88365. Beide sind auch per E-Mail koki[at]tirschenreuth[dot]de erreichbar.

Wie arbeitet die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Tirschenreuth während der Corona-Pandemie?

Tirschenreuth

Weitere Informationen zur Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" Tirschenreuth gibt es hier

Service:

Netzwerk-Stellen der Koki im Landkreis Tirschenreuth

  • Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt Tirschenreuth: Hier können sich werdende und junge Eltern mit allen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt melden. Persönliche und telefonische Beratung sowie Videokonferenzen sind möglich. Bei Bedarf können auch Hausbesuche durchgeführt werden. Schwangerschaftskonfliktberatungen nach §219 StGB mit Ausstellung des Beratungsnachweises erfolgen grundsätzlich persönlich. Bei Interesse kann man sich an die Sozialpädagoginnen Claudia Massenbichler, Jutta Sehm und Gisela Wolf unter 09631/707650 oder schwangerenberatung[at]tirschenreuth[dot]de wenden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Landratsamts
  • Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Donum Vitae in Bayern: Zunächst erfolgt ein telefonisches Anmeldegespräch unter 0961/4016940, um das Anliegen abzuklären. Es gibt immer die Möglichkeit zur persönlichen Beratung im Schwangerschaftskonflikt, bei Pränataldiagnostik, Trauerbegleitung, in finanziellen Notlagen oder auch bei sonstigen schwierigen Themen. Es wird Telefon- und Videoberatung angeboten. Termine für die Außensprechstunden in Kemnath und Tirschenreuth können per Telefon oder E-Mail (weiden[at]donum-vitae-bayern[dot]de) vereinbart werden.
  • Beratungsstelle für seelische Gesundheit: Eine Beratung wird nach vorheriger Terminvereinbarung unter Telefon 09631/79895-0 oder per E-Mail (info@spdi-tirschenreuth) angeboten. Die Caritas-Beratungsstelle befindet sich in Tirschenreuth in der Ringstraße 55. Es besteht die Möglichkeit der "geschützten" Online-Beratung
  • Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern Tirschenreuth: Unterstützt werden Familien mit Kindern vom Säuglingsalter bis ins junge Erwachsenenalter bei Fragen und Problemen. Bei Babys und Kleinkindern werden Eltern zum Beispiel bei Fragen zu Ein- und Durchschlafproblemen sowie zu Trotzanfällen und Verhaltensauffälligkeiten oder zur Bewältigung von Krisen beraten. Auch Kinder und Jugendliche sind eingeladen, über ihre Sicht und Gefühle zu sprechen. Bei Beratungsbedarf können sich Familien telefonisch im Sekretariat unter 09631/3363 oder per E-Mail (info[at]beratungsstelle-tirschenreuth[dot]de) anmelden. Telefonisch ist die Beratungsstelle von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 16.30 Uhr sowie am Freitag von 8.30 bis 14 Uhr erreichbar. Es werden auch Beratungen über Telefon oder Videokonferenzen angeboten.
  • Familienzentrum Mittendrin Kemnath: Vom Geburtsvorbereitungskurs über die Rückbildungsgymnastik bis hin zu vielen verschiedenen Vorträgen finden hier Eltern alles, was sie brauchen - in Corona-Zeiten online. Weitere Informationen und Anmeldung per E-Mail (team[at]mittendrin-kemnath[dot]de) oder unter Telefon 09642/7033800.
  • Katholische Ehe, Familien- und Lebensberatung Tirschenreuth: Die Beratungsstell kann sowohl persönliche als auch telefonische Gespräche anbieten. Termine können zu den üblichen Bürozeiten unter den Nummern 09631/798920 und 09232/2288 oder unter ehebartung-tirschenreuth[at]bistum-regensburg[dot]de vereinbart werden.

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