22.11.2019 - 15:32 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wieder kürzere Wege für Bioabfall

Mehr als 200 Kilometer bis nach Thüringen gekarrt wird momentan der Bioabfall aus der Region. Der Landkreis Tirschenreuth hat sich jetzt für kürzere Wege entschieden: Ab Januar landet der pflanzliche Müll zumindest wieder in Oberfranken.

Der Bio-Müll aus dem Landkreis Tirschenreuth wird ab nächstem Jahr wieder in Oberfranken verwertet.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Die Gründe dafür sind finanzieller Natur, wie Walter Brucker bestätigt. Der Pressesprecher des Landratsamtes Tirschenreuth erläutert die Vergabe des Auftrags zur Sammlung und Verwertung von Bioabfall. So hat der Kreisausschuss in der nicht-öffentlichen Oktober-Sitzung wie bisher die Firma Magnitz aus Tirschenreuth damit beauftragt, die Biotonnen im Landkreis zu leeren und zur Verwertung zu bringen. "Es war das günstigste Angebot", erläutert Brucker die Vergabe, die ab 2020 für zwölf Monate gilt.

Die Verwertung der pflanzlichen Rohstoffe wird jedoch nicht mehr der Firma Bergler überlassen, die seit Jahresbeginn 2019 die Abfälle auch aus dem Landkreis Tirschenreuth in Vergärungsanlagen nach Thüringen bringt. Dort landet nach der Zwischenlagerung in Weiden auch der Biomüll aus dem Landkreis Neustadt/WN und dem Stadtgebiet Weiden. Nun entschieden sich die Tirschenreuther, den Stoff zur Vergärung und Stromgewinnung wieder nach Rehau zu liefern. Die dort ansässige RSB Bioverwertung Hochfranken hatte schon einmal den Zuschlag bekommen: Gleich nach der Einführung der Biotonne Anfang 2017 war ein bewusst kurzfristiger Vertrag geschlossen worden, um auf Änderungen flexibel reagieren zu können.

Das gesetzlich zwingend vorgeschriebene Angebot einer Biotonne hat viele Landkreise vor neue Herausforderungen gestellt. Von einer ortsnahen Verwertung der pflanzlichen Rohstoffe, die von Beginn an angestrebt wurde, ist die Region zwar noch entfernt. Aber eine Lösung rückt näher. "Die gemeinsame Verwertung mit dem Landkreis Neustadt und der Stadt Weiden ist nicht vom Tisch", bestätigt Walter Brucker. In einer der nächsten Sitzungen solle das Thema näher erläutert werden.

Seit einigen Wochen tut sich wieder etwas in Sachen Gemeinschaftsanlage. So hat der Landkreis Neustadt Pläne für eine Biomasse-Vergärung vorgestellt, die federführend von der Mitterteicher Firma SM-Energy errichtet werden soll. Mit im Boot ist die Bürger-Energiegenossenschaft Zeno mit Sitz in Floß. Als Standort wird die ehemalige Mülldeponie Kalkhäusl bei Weiherhammer favorisiert.

Bei der Verwertung von rein pflanzlichen Abfällen geht es nicht nur um die Gewinnung von regenerativer Energie, sondern auch um die Verringerung der Restmüllmenge. Selbst im ländlich geprägten Landkreis Tirschenreuth sind schon um die 20 Prozent aller Haushalte an das Sammelsystem mit den braunen Tonnen angeschlossen, wobei Eigenkompostierung nach wie vor möglich ist. 2018 wurden bereits rund 860 Tonnen Biomüll in Vergärungsanlagen verwertet.

Weitere Informationen zur geplanten Vergärungsanlage im Landkreis Neustadt/WN.

Neustadt an der Waldnaab
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