Landrat Roland Grillmeier schätzt die momentane Corona-Situation im Landkreis als ernst ein, auch mit Blick auf die Feiertage: Die hohen Fallzahlen und Betroffenheit mehrerer Einrichtungen seien "besorgniserregend", nimmt er in einer Pressemitteilung Stellung. Wegen der bisherigen Erfahrungen und der immer wieder zahlreichen neuen Fällen könne er die Menschen nur bitten, Kontakte soweit wie möglich einzuschränken. Denn man wolle die Situation im Landkreis weiter beherrschen.
In der Sitzung der Koordinierungsgruppe Corona am Montag habe Grillmeier das Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen Monaten herausgestrichen. Mit Blick auf den Start der Impfungen appelliert der Landrat zudem an die Bürger, diese Möglichkeit zu nutzen: „Wir wollen alle wieder Normalität und dazu wird das Impfen beitragen.“
26 Covid-19-Neuinfizierte
Das Landratsamt meldete am Mittwoch (Stand: 12 Uhr) 26 Covid-19-Neuinfizierte. Davon standen sechs unter Quarantäne. Zudem gab es einen Todesfall zu verzeichnen. Es handelt sich um eine 80-jährige Person mit Vorerkrankungen.
Die 7-Tage-Inzidenz – die gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für den Landkreis bei 262,3. Seit Beginn der Pandemie wurde bei 2332 Landkreisbürgern Covid-19 nachgewiesen. Nach Schätzungen sind 2158 genesen. Die Zahl der Corona-Toten liegt bei 175.
Das Landratsamt veröffentlichte am Mittwoch zudem die aufsummierten Zahlen der Covid-19-Infektionen in den 26 Gemeinden. Innerhalb der vergangenen sechs Tage wurden 156 Landkreisbürger positiv auf das Virus getestet: Die meisten Fälle gab es in Tirschenreuth (33) und Waldsassen (30). Dort gab es in zwei Alten- und Pflegeheimen Ausbrüche (wir berichteten). Auch bei den aufsummierten Zahlen seit dem Ausbruch der Pandemie zeigt sich, dass besonders viele Fälle in Orten mit solchen Einrichtungen verzeichnet wurden.
Erhöhtes Testaufkommen
In sechs Kommunen wurde in den vergangenen sechs Tagen kein positiver Coronatest verzeichnet: Ebnath, Konnersreuth, Krummennaab, Leonberg, Pechbrunn und Pullenreuth. Bei der Bewertung der Zahlen ist zu beachten, dass die Statistik nur die beim Gesundheitsamt eingegangenen positiven Testergebnisse berücksichtigt. Die Zahl Null bietet keine Sicherheit vor Ansteckung.
Auch im Landkreis Tirschenreuth ist ein erhöhtes Testaufkommen festzustellen. Die beiden Corona-Teststationen in Tirschenreuth und Waldsassen verzeichneten seit einigen Wochen eine immer höhere Nachfrage:
- Anfang Dezember (Kalenderwoche 49): 2750 Tests.
- Kalenderwoche 50: 3397 Tests, davon 86 Schnelltests.
- Kalenderwoche 51: 4059 Tests, davon 335 Schnelltests.
- Kalenderwoche 52 (Montag und Dienstag): 2244 Tests, davon 106 Schnelltests.
Laut Auskunft des Bayerischen Roten Kreuzes, dem Betreiber der zwei Teststationen, bestehen aber weiterhin noch Kapazitäten.
Brief an Studienteilnehmer
Neuigkeiten gibt es von der Corona-Antikörper-Studie für den Landkreis. Die Mediziner und Wissenschaftler an den Unikliniken in Regensburg und Erlangen sind aktuell noch am Auswerten und Abstimmen. Sie untersuchen momentan die Blutseren. „Die Teilnehmer erhalten alle einen Testergebnis, ob Antikörper in ihrem Blut gefunden wurden oder noch erhalten sind. Wir hoffen, dass die Post an Weihnachten oder kurz darauf bei den Leuten ankommt“, sagt einer der beiden Studienleiter, Professor Ralf Wagner vom Uniklinikum Regensburg. Dies sei auch ein Wunsch der Probanden gewesen. Dabei handle es sich aber nicht um einen Standardbefund.
Einige Teilnehmer haben die Testergebnisse schon erhalten. Dabei sei es in Einzelfällen zu einem Fehler gekommen. Betroffene bekamen die Mitteilung, sie hätten sich inzwischen erneut infiziert. „Wir haben das gemerkt und gleich zeitnah reagiert“, erklärt Wagner. „Wir haben das bei diesen Fällen nochmal sehr genau analysiert und konnten den Verdacht zweifelsfrei ausräumen. Es muss sich keiner Sorgen machen oder Angst haben.“
Der Professor rechnet damit, dass Ende Januar fundierte Ergebnisse zur Studie mitgeteilt werden können. Er ist noch immer begeistert über die tolle Beteiligung der Probanden. „85 Prozent der Teilnehmer von der ersten Runde haben auch beim zweiten Teil der Studie mitgemacht. Und bestimmt werden wir auch Erkenntnisse zu neuen Infektionen im Landkreis und auch zur Stabilität der Antikörperantwort erhalten.“ Insgesamt hatten sich an der zweiten Runde 3549 Bürger beteiligt.















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