Nach zwölf Tagen kletterte der 7-Tage-Inzidenzwert im Landkreis am Dienstag erstmals wieder über die 200er-Marke. Nach einem weiteren leichten Anstieg wird der Wert nun wieder unter diese Schwelle fallen. Der Grund ist, dass das Gesundheitsamt am Donnerstag 14 Neuinfektionen meldete, am Donnerstag in der Vorwoche waren es 25.
Übermittelt hat das Landratsamt auch wieder die Gesamtzahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Gemeinden. 137 neue Fälle wurden in der Zeit registriert, sie verteilen sich auf 21 von 26 Gemeinden. Auffällig ist, dass diesmal auch der östliche Landkreis wieder stärker betroffen war. Die meisten Neuinfektionen gab es in Tirschenreuth (19), Wiesau (16) und Kemnath und Erbendorf (jeweils 14 Fälle).
Landrat Roland Grillmeier plädiert weiter für inzidenzunabhängige Öffnungsperspektiven für den Einzelhandel in den Grenzregionen. In einem offenen Brief an den Oberpfälzer Regierungspräsidenten Axel Bartelt bittet er eindringlich um Unterstützung für ein „Click & Meet“-Konzept, das den Einsatz von Tests vorsieht.
Bedrohliche Lage
„Die Lage bei den von den Schließungen im Einzelhandel, Gastronomie und Kultur betroffenen Unternehmen ist nicht nur im Landkreis Tirschenreuth äußerst bedrohlich. Viele Geschäftsleute bangen um ihre Existenz“, schreibt Grillmeier. Weil sich Bund und Freistaat strikt am Inzidenzwert orientierten, gebe es in den Grenzregionen derzeit kaum Perspektiven. Grillmeier verweist auf ein 5-Punkte-Programm der Landräte der Grenzlandkreise, das unter anderem den Einsatz von Schnelltests vorsieht. Die Stadt und der Landkreis Rosenheim etwa hätten bereits bei der Regierung von Oberbayern entsprechende Ausnahmegenehmigungen beantragt.
„Die Lage bei den von den Schließungen im Einzelhandel, Gastronomie und Kultur betroffenen Unternehmen ist nicht nur im Landkreis Tirschenreuth äußerst bedrohlich. Viele Geschäftsleute bangen um ihre Existenz.“
Der Landrat betont, dass dem Gesundheitsamt Tirschenreuth keine Indizien für eine Häufung von Corona-Infektionen im Zusammenhang mit dem Einzelhandel vorlägen. Dies decke sich auch mit der Einschätzung des Robert-Koch-Instituts. Als weiteres Argument führt er an, dass das hiesige Mobilitätsverhalten anders sei als in Ballungsräumen, etwa im Hinblick auf den öffentlichen Personennahverkehr. „Kundenströme sind besser regulierbar und Hygiene- und Testkonzepte wirksamer umsetzbar als es beispielsweise in der Kaufingerstraße in München der Fall wäre.“
Drei zentrale Bausteine
Die Wirtschaftsförderung im Landkreis habe im Auftrag des Landrats zusammen mit den Kommunen ein Konzept mit drei zentralen Bausteinen ausgearbeitet:
- Kunden können sich feste Zeitfenster geben lassen, in denen sie sich in Geschäften beraten lassen und einkaufen dürfen.
- Wirksame und bereits etablierte Schutz- und Hygienekonzepte in den Geschäften, ergänzt durch ein Testkonzept für das Personal.
- Zugang zu Geschäften nur mit negativem Test. Nachweise sind in den Testzentren des Landkreises erhältlich; die Kommunen könnten mit dem örtlichen BRK oder Helfern auch Schnelltest-Stationen einrichten. Zur Umsetzung vor Ort sind die Bürgermeister bereits eng mit eingebunden.
Zu den am Donnerstag gemeldeten 14 Neuinfektionen teilte das Landratsamt noch mit, dass sich fünf Personen bereits in Quarantäne befanden. Die Behörde informierte auch über einen weiteren Todesfall: Es handelt sich um eine Person (Alter Anfang 70) mit Vorerkrankungen, die an Sars-CoV-2 verstorben ist. Insgesamt haben sich 4693 Landkreis-Bürger nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, die Zahl der an und mit Sars-CoV-2 Verstorbenen liegt bei 242.
Aktuelle Inzidenzzahlen
- 7-Tage-Inzidenz Kreis Tirschenreuth 206, Landkreis Wunsiedel 210, Landkreis Neustadt/WN 140, Stadt Weiden 161, Landkreis Bayreuth 124 (Quelle: Robert-Koch-Institut, Stand:18. März).
- 7-Tage-Inzidenz Kreis Eger/Cheb 219, Kreis Falkenau/Sokolov 315, Kreis Karlsbad/Karlovy Vary 372, Kreis Tachau/Tachov 708 (Quelle: Tschechisches Gesundheitsministerium, Stand: 18. März).
















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