21.02.2021 - 20:27 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landrat Roland Grillmeier plädiert für eine Öffnungsstrategie

Auch über das Wochenende blieb der Kreis Tirschenreuth der Corona-Hotspot Nr. 1 in Deutschland. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Sonntag bei 358. Landrat Roland Grillmeier sieht trotzdem Möglichkeiten für eine Öffnungsstrategie.

Landrat Roland Grillmeier plädiert für eine Öffnungsstrategie.
von Martin Maier Kontakt Profil

Nach der Video-Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel haben sich die nordbayerischen Landräte mit einem Arbeits- und Positionspapier in Stellung gebracht. Dort stellen sie ein Konzept für eine Öffnungsstrategie für die stärker belasteten Regionen entlang der tschechischen Grenze vor. In mehreren Telefonschaltungen sei seit Freitag an diesem Katalog gearbeitet worden, teilt Landrat Roland Grillmeier am Sonntag gegenüber Oberpfalz-Medien mit.

"Die verspätete Testpflicht und die Grenzkontrollen, die schon früher hätten starten müssen, haben wir nicht zu verantworten", so Grillmeier. Mit einem Ausbau der Testkapazitäten, einer anderen Impfstrategie, intensiven Hygiene- und Schutzkonzepten unter Einbindung der verschiedenen Mitwirkenden sowie Unterstützung von Bund und Land "wollen wir unseren Bürgern auch nach und nach Freiheiten ermöglichen". Für den Einzelhandel und die Gastronomie sollte dadurch eine inzidenzunabhängige Öffnungsstrategie umgesetzt werden. Ziel sei es zudem, Kindern und Jugendlichen möglichst zügig Präsenzunterricht bzw. Kindertagesbetreuung anzubieten. Auch sollten die tschechischen Grenzpendler unabhängig von der Systemrelevanz ihre Arbeit aufnehmen können. Nach Möglichkeit sollte täglich ein Coronatest durchgeführt werden.

Der Landrat ist froh über die Zusammenarbeit der Grenzlandkreise von Hof bis hinunter nach Freyung-Grafenau. Noch einmal appelliert Grillmeier an alle Bürger: "Die hohe Zahl an Mutationsverdachtsfällen und die weiter hohe Zahl an Fällen lässt uns Öffnungen nur mittelfristig erreichen, wenn wir uns privat und in der Arbeit konsequent an Schutzmaßnahmen halten, wir müssen uns mehr anstrengen als andere."

Das fordern die Landräte im Positionspapier "Sicherheit und Perspektive für Ostbayern"

Weiden in der Oberpfalz
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Kommentare

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Tom Krone

Was für eine verantwortungslose Strategie! Ein Landrat hat, wie alle Politiker, die Pflicht nicht nur auf die Wirtschaft zu achten, sondern auch die Bevölkerung vor Gefahren zu schützen. Bei einer 7-Tage-Inzidenz von 358 nach Öffnung schreien ist extrem gefährlich und wird zusätzlich Tote fordern und unzählige Patienten mit Long-Covid Problemen zur Folge haben. Die Verantwortung dafür wird dann aber bestimmt anderen zugeschoben, nicht aber den Landräten. Die haben ja so ein tolles Konzept entwickelt.
Ganz schlimm finde ich es, dass ausgerechnet Herr Grillmeier dafür plädiert. Genau der Landrat, der im März noch im Amt des Mitterteicher Bürgermeisters das Starkbierfest im März 2020 zumindest nicht verhindert hat, dass im großem Umfang für den dramatischen ersten Corona-Ausbruch im Landkreis Tirschenreuth mitverantwortlich war. Die Ausrede von damals, dass das Ausmaß der Corona-Krise nicht vorhersehbar war gilt aber jetzt nicht mehr.

22.02.2021