In verschiedenen Debatten wurden auch gemeinsame kommunale Modelle ins Spiel gebracht. In einer Stellungnahme betont Landrat Roland Grillmeier die Zuständigkeit des Regionalverbands, Vorranggebiete nach den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung zu steuern. "Dies ist meiner Meinung nach auch sinnvoll, um Windkraft regional und nicht auf kommunaler Ebene zu steuern. Nur so können Regionen, die besser geeignet sind bzw. Windkraft wollen, stärker bedacht werden, um im Gegenzug sensiblere Gebiete zu schonen", heißt es in einer Pressemitteilung.
Gesetzliche Änderungen hätten die Planungsverbände und Kommunen unter massiven Zugzwang gebracht. Wesentlich mehr Flächen im Landkreis seien nun für Windkraft geeignet und nach Vorgaben des Baugesetzbuches auch privilegiert. "Seit einigen Wochen sind wir darum bemüht, mit den Kommunen die Planung von Konzentrationsflächen für Windkraft abzustimmen. Alle Kommunen wurden angeschrieben, uns geeignete Windflächen zu melden. Dies wird jetzt im November abgeschlossen."
Auch die Regierung und der Regionale Planungsverband seien nicht untätig, verweist Grillmeier auf eine Potenzialflächenanalyse für die nördliche Oberpfalz. "Es wird Zeit brauchen, die rund 100 Kommunen im Planungsverband unter einen Hut zu bringen, so dass die Privilegierungen für Windkraft greifen." Bei einem Gespräch vor drei Wochen seien die Bürgermeister des Landkreises auf den aktuellen Stand gebracht worden. "Klar und deutlich ist hier zu sagen, der Landkreis ist nicht die richtige Ebene für Windkraft-Steuerung! Städte und Gemeinden können aber dennoch einen gewissen Einfluss nehmen." Geeignete Bereiche könnten auch vom Planungsverband übernommen werden. "Sinnvoll ist es, sich mit angrenzenden Kommunen zeitnah abzustimmen, um gesetzliche Fristen in den Jahren 2023 und 2024 zu nutzen."
Keiner wolle eine "Verspargelung" des Stiftlandes, der Höhenzüge des Steinwaldes oder des Kemnather Raums. Jeder müsse an seiner Stelle tätig werden, um die gesetzlichen Steuerungsmöglichkeiten zu nutzen. An die Bevölkerung appelliert der Landrat: "Ihnen muss bewusst sein, dass in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Windrädern auch in Ihrem Umfeld gebaut wird. Ich hoffe auf eine gewisse Akzeptanz und nehme bereits einen gewissen Stimmungswandel hin zur Windkraft wahr." Grillmeier ist überzeugt, dass der Energie-Eigenversorgungsgrad des Landkreises in den nächsten Jahren 100 Prozent und mehr erreichen wird.













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