Fünf Kinder, 13 Enkel und so viele Urenkel, dass er sie nicht mehr gezählt hat: Davon berichtet Laszlo Zoltziar. Seinen Lebensabend verbringt der Ungar im Seniorenheim „Haus Ziegelanger“ und feierte dort seinen 90. Geburtstag.
Am Geburtstagstisch von Laszlo Zoltziar wird viel gelacht. Einige seiner Familienmitglieder sind gekommen, und Bürgermeister Franz Stahl gratuliert mit einem Geschenkkorb herzlich. Laszlo Zoltziar hat auch im Alter von 90 Jahren seinen Humor nicht verloren. Dabei hat der gebürtige Ungar als Kind im zarten Alter von acht Jahren gleich mehrere dramatische Fluchterlebnisse hinter sich. Der Jubilar erzählt spannend von dieser Zeit, in der seine Familie zuerst aus Ungarn nach Schlesien fliehen musste und danach kurz vor einer Auswanderung nach Amerika gestoppt wurde. Auf der weiteren Flucht nach Deutschland saß er in einem Zug, der bombardiert wurde.
Laszlo Zoltziar, der mit vier Geschwistern und seiner Mutter auf der Flucht war, landete am Ende im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab. Mit seiner Frau Maria zog er fünf Kinder groß. Als Lastkraftfahrer sorgte er ein Leben lang für den Unterhalt der Familie. Auf die Frage, wie viele Enkel und Urenkel der Jubilar denn nun habe, lacht er fröhlich und meint, irgendwann habe er einfach nicht mehr mitgezählt. Im Gespräch kam dann aber zur Sprache, dass aktuell ein weiteres Urenkelchen unterwegs sei.
Der in Ungarn geborene Senior hat sich das Seniorenheim in Tirschenreuth nicht selbst ausgesucht. Er sei zuerst in Erbendorf untergebracht gewesen und dann vor gut einem Jahr auf Wunsch seiner Tochter nach Tirschenreuth gekommen, berichtet er dem Bürgermeister, der gern wissen wollte, warum ein Mann aus Mantel im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab nun hier sei. Zolziar gefällt es prima im „Haus Ziegelanger“. Die Altenpflegerinnen seien sehr nett, beteuert er mehrmals.
Bei einem Glas Sekt und ein paar Leckereien kommt zur Sprache, dass das „Haus Ziegelanger“ dem Jubilar eine neue Einrichtung zu verdanken hat: Laszlo Zoltziar hat, kaum hatte er eine feste Bleibe in Tirschenreuth, im Heim eine Schafkopfrunde mit festen Spielterminen eingeführt. Außer Schafkopf spielte der Jubilar auch leidenschaftlich Fußball in Mantel, wo er auch einige Jahre im Vorstand des ortsansässigen Fußballvereins war. Die große Familie, erklären seine Kinder, käme nicht auf einen Schlag zum Gratulieren. Das werde dem Senior zu viel. Aber alle Kinder, Enkelkinder und Urenkel hätten versprochen, den Vater, Opa und Uropa in den kommenden Tagen nach und nach zu besuchen. Außerdem holt ihn sein Sohn zum Essengehen ab: Damit der Vater einmal wieder „rauskommt“ und in die Gegend, in der er bisher gewohnt hat.



















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