07.04.2021 - 17:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Leck mich am Arsch" kostet viel Geld

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Die Kassiererin in einer Tankstelle bei Mitterteich forderte einen 54-Jährigen auf, einen Mundschutz zu tragen. Das sah dieser nicht ein und beleidigte sie. Die Quittung dafür bekam er am Amtsgericht Tirschenreuth.

Wegen Beleidigung stand ein 54-Jährige vor Gericht.
von Armin Eger Kontakt Profil

Den geforderten Mundschutz hatte er nicht auf, als er am 1. September vorigen Jahres eine Aral-Tankstelle bei Mitterteich betrat. Der 54-Jährige holte sich noch eine Getränkedose und Zigaretten und wollte bezahlen. Als ihn die Mitarbeiterin aufforderte, einen Mundschutz zu tragen, soll der Mann zur ihr gesagt haben: "Leck mich am Arsch."

Davon wollte der 54-Jährige bei der Verhandlung am Amtsgericht Tirschenreuth nichts mehr wissen. "Wollen Sie mich verarschen? Sie können mich kreuzweis", habe er gesagt. Das sei etwas völlig anderes, erklärte er. Er habe danach alles liegengelassen und sei gegangen.

"Ich habe 500 Kilometer bis hierher."

Der Angeklagter auf den Vorschlag die Hauptverhandlung erst nächste Woche fortzuführen

Aber die Tankstellenangestellte zeigte den Mann wegen Beleidigung an. Der Schwabe erhielt einen Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro. Dagegen legte er Einspruch ein und so kam es zur Verhandlung.

Nachdem der Mann die Aussage der Kassiererin anzweifelte, wollte Richter Thomas Weiß die Hauptverhandlung erst nächste Woche fortführen, um zwei Zeuginnen zu laden. "Ich habe 500 Kilometer bis hierher", sagte der Mann aus Baden-Württemberg. Da sei es für ihn schwierig, wieder nach Tirschenreuth zu kommen. Außerdem tue ihm das alles sehr leid. Nach einer kurzen Rücksprache war der Angeklagte einverstanden, lediglich gegen die Höhe des Strafbefehls Einspruch zu erheben. Da der arbeitslose Baggerfahrer ab Mai Sozialleistungen bezieht, wurde der Strafbefehl abgeändert. 90 Tagessätze zu je 15 Euro muss der Mann nun an die Staatskasse bezahlen.

Damit war auch Staatsanwältin Dr. Franziska Enghofer einverstanden, die in ihrem Plädoyer jedoch darauf hinwies, dass der 54-Jährige elf Mal vorbestraft sei, davon zweimal wegen Beleidigung. Sie hielt ihm jedoch zugute, dass er die Tat weitgehend einräumte.

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Weiden in der Oberpfalz

 

 

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