Der Landkreis hat einen Integrationslotsen. Er heißt David Runschke und soll helfen, wenn die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht weiterwissen oder Unterstützung brauchen. Er ist in Potsdam geboren, hat in Augsburg studiert, hat in Zentralasien zehn Jahr lang gearbeitet und ist wegen der Liebe nach Wildenreuth (Stadt Erbendorf) gezogen. "Wir wollten, dass unsere beiden Töchter in Deutschland aufwachsen und hier zur Schule gehen", nennt er den Grund, warum er Zentralasien mit dem Heimatort seiner Frau getauscht hat.
Von Wildenreuth aus hat Runschke zuerst an einem Forschungsprojekt über Binnenmigration in Kasachstan gearbeitet. Dann habe er die Stellenausschreibung gelesen für den Posten des Integrationslotsen am Landratsamt Tirschenreuth, ein vom Staat Bayern befristetes Förderprojekt. Seit September vergangenen Jahres arbeitet der 41-jährige Potsdamer nun daran, ehrenamtliche Integrationshelfer bei ungeklärten Fragen professionell zu unterstützen.
Netzwerk geschaffen
David Runschke teilt sich im Landratsamt ein Büro mit Sonja Schmid aus Hofteich, der Koordinatorin für Bildungsangebote der Neuzuwanderer im Landkreis. Er hat mittlerweile jede Menge Amtsinhaber und Kollegen an Ämtern besucht, die ebenfalls mit dem Thema beschäftigt sind, darunter Mitarbeiter der Ausländerbehörde und der Job-Börse. Zwischenzeitlich hat Runschke aber auch viele Kontakte zu ehrenamtlichen Mitarbeitern geknüpft. Mit den bisherigen Ergebnissen seiner Arbeit ist er zufrieden. "Ich denke, ich konnte bereits ein brauchbares Netzwerk aufbauen", sagt er.
Die Stelle sei vom Gesetzgeber geschaffen worden, weil man die Wichtigkeit des Ehrenamts in der Migrationsarbeit erkannt habe, sagt er. Im Landkreis Tirschenreuth seien hochmotivierte Leute engagiert. Allerdings sei die große Welle der ehrenamtlichen Migrationshilfe schon wieder abgeebbt. Und jene, die sich vehement weiter einsetzen, seien oftmals überarbeitet. "Anstatt eine Pause einzulegen, hören sie dann manchmal einfach ganz auf." Das sei schade, findet Runschke, der diesen Personen eine Auszeit ans Herz legen möchte.
Runschkes Hauptaugenmerk liegt derzeit auf dem Vermitteln von Strukturen. Oft seien Helfer bei der Problemlösung einfach nicht genug informiert über die Gesetzeslage. Hier greife der Integrationsbeauftragte ein: Sozusagen als Vermittler zwischen Ehrenamt und Hauptamt nimmt er sich die Zeit, im Dschungel der Bürokratie strukturiert über eine Problemlösung nachzudenken und die entsprechenden Amtsstellen dafür aufzuspüren. Das könne auch aufgestaute Emotionen entschärfen, die nicht selten mit den Vorgaben des Gesetzgebers zusammenprallen würden.
Menschlichkeit wichtig
Wichtig ist ihm dabei der menschliche Umgang miteinander. Der sei bei der Arbeit für Menschen in Notlagen wichtig, so Runschke. Der 41-Jährige Wahl-Wildenreuther freut sich über die bisherigen Resonanzen aus den Kreisen der Ehrenamtlichen. "Man kann das wirklich nicht hoch genug einschätzen, was da geleistet wird", sagt er. Nun strebt er in den Kommunen Arbeitstreffen mit den Migrationshelfern an, um ihnen seine Arbeit vorzustellen und ihnen mit fachbezogenen Themen Hilfestellung zu geben.
Einziger Wermutstropfen seines hauptamtlichen Engagements für das Ehrenamt: Die Stelle des Integrationslotsen ist vorerst auf nur zwei Jahre befristet. Und die gehen rasch vorüber.













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