Tirschenreuth
24.07.2025 - 16:10 Uhr
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LTO-Nachfolge: Landkreis Tirschenreuth beteiligt sich an Finanzierung

Nach dem Aus des LTO soll der Theaterbetrieb in der nördlichen Oberpfalz weiterlaufen. Der Kreistag Tirschenreuth machte nun Nägel mit Köpfen für die Bretter, die die Welt bedeuten. Nur einer hat in der Sitzung dafür kein Verständnis.

Nach der Insolvenz des Landestheaters Oberpfalz (LTO) ist dessen Vorhang seit 1. Mai endgültig zu. Doch das Aus bedeutet nicht das Aus für den Theaterbetrieb in der Nordoberpfalz. Dafür soll eine neue Kultureinrichtung gegründet werden. Zu deren Finanzierung braucht es jedoch einen Zweckverband, der erst noch gegründet werden muss. Anschließend soll eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) ins Leben gerufen werden, die sich um den Theaterbetrieb kümmert. Das Thema lag in der jüngsten Kreistagssitzung im Landratsamt Tirschenreuth auf dem Tisch. Laut Landrat Roland Grillmeier sei im Gremium bereits mehrmals und ausführlich darüber diskutiert worden.

Gründungsmitglieder des Verbands seien die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie die Städte Kemnath und Weiden, die den Finanzbedarf mit jährlichen Beiträgen decken sollen. Ab 2026 sei auch eine Förderung durch den Freistaat möglich. Die Stadt Vohenstrauß, der Landkreis Schwandorf und der Bezirk hätten ebenfalls Zuschüsse in Aussicht gestellt. Weitere Mitglieder seien willkommen. Derzeit werde in Kooperation mit der Stadtbühne Vohenstrauß sowie weiteren Fachleuten aus dem Theaterbereich die Organisationsstruktur des neuen Betriebs erarbeitet. Neben einem professionellen Ensemble stünden die Einbindung von Amateuren sowie ein umfangreiches theaterpädagogisches Angebot im Mittelpunkt. Die gGmbH soll noch heuer gegründet werden. Bis dahin erhalte die Stadtbühne Vohenstrauß entsprechende Mittel für den Spielbetrieb.

"Wir stehen zwar ein Stück am Rande, aber wir sind dabei", sagte Landrat Grillmeier. Dies sei ein Zeichen, die Arbeit vieler Ehrenamtlicher könne damit fortgeführt werden. Mitterteichs Bürgermeister Stefan Grillmeier (CSU) hatte allerdings kein Verständnis dafür, dass der Landkreis Tirschenreuth künftig 30.000 Euro im Jahr beisteuern soll. Er sah darin einen Widerspruch im vorherigen einstimmigen Beschluss, freiwillige Leistungen zurückzufahren. Seiner Meinung nach gebe es genügend andere Projekte, die wichtiger seien. Damit stand er im Gremium allerdings alleine da und erntete postwendend selbst Widerspruch. Der parteilose Markus Remold aus Plößberg erachtete eine Einrichtung wie das LTO beziehungsweise einen Theaterbetrieb als absolut notwendig für die "Bildung junger Menschen über Tiktok hinaus". Hans Klupp (Freie Wähler), ebenfalls aus Plößberg, bezeichnete Kultur als wichtigen weichen Standortfaktor.

"Die Frage ist, was Kultur wert ist", sagte Landrat Roland Grillmeier. Fakt sei, dass sich der Landkreis entschlossen habe, dem laut Beschlussvorschlag neu zu gründenden "Zweckverband zur Finanzierung einer Kultureinrichtung in der Nordoberpfalz" als Verbandsmitglied beizutreten. Mit der Gegenstimme von Stefan Grillmeier nahm der Kreistag den Beschlussvorschlag inklusive Satzung dann auch mit deutlicher Mehrheit an.

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Hintergrund:

Jährlicher Beitrag der Verbandsmitglieder

  • Landkreis Neustadt/WN: 200.000 Euro
  • Stadt Weiden: 96.000 Euro
  • Landkreis Tirschenreuth: 30.000 Euro
  • Stadt Kemnath: 10.000 Euro
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