20.08.2018 - 16:21 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Maria als großes Vorbild

"Der Mächtige hat Großes an mir getan." Mit diesem bekannten Satz aus dem Magnifikat, dem Lobgesang Mariens, beginnt Domkapitular Msgr. Thomas Pinzer seine Predigt. Er ist der Anführer der 376. Wallfahrt für die Kirche.

Den Gottesdienst anlässlich der 376. Wallfahrt für die Kirche zelebrierten (von links) Stadtpfarrer Georg Flierl, Pater Klaus Kniffki, Pfarrer Michael Alkhofer, Kaplan Paul Gebendorfer, Domkapitular Msgr. Thomas Pinzer, Pfarrer Samson Gabriel, Pfarrer Norbert Götz und Pfarrer Martin Schöpf.
von Externer BeitragProfil

(exb) Anschließend stellte er die Frage: "Hat der Mächtige tatsächlich Großes an Maria getan?" Er resümierte, dass wenn wir auf das Leben Mariens blicken, die Bilanz dabei doch etwas nüchtern ausfalle. Es beginnt bereits in Nazareth, wo der Engel Gabriel Maria ankündigt, dass sie schwanger ist und einen Sohn gebären wird. "Man kann sich nur allzu gut vorstellen, wie es einem jungen Mädchen ergeht, das ungewollt schwanger wird", sagte der Geistliche.

"Sie bringt ihren Sohn in einer ungeeigneten Behausung, fern ihrer Heimat zur Welt, nachdem sie mehrfach von Herbergswirten abgelehnt worden ist. Anschließend muss sie flüchten, um das Leben ihres Kindes zu retten." Wiederholt stellt der Geistliche die Frage, ob der Herr Großes an Maria getan habe. In der Zeit als Jesus öffentlich auftritt, Wunder wirkt und predigt, wird Maria im Evangelium nur zweimal erwähnt.

"Und zweimal stand sie blöd da", so zitierte der Prediger einen seiner ehemaligen Theologieprofessoren. Zum einen berichte das Markusevangelium von einer Abfuhr Jesu an seine Mutter Maria, als dieser sagte: "Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Schwester und Bruder und Mutter." Weiter betrachtete Domkapitular Pinzer die Hochzeit zu Kana, wo Jesus seine Mutter mit den Worten "Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen" anraunte.

"Und schließlich das Schlimmste, was einer Mutter, ja Eltern geschehen kann - Maria steht unter ihrem toten Sohn am Kreuz. Hat der Herr Großes an Maria getan? Maria meint ganz klar ja, der Herr hat Großes an mir getan." Denn Maria schaue mit ihrem Lobpreis keineswegs nur auf sich selbst. Sie habe Gott im Blick und singe ein Loblied auf ihren Gott, der für sein Volk da ist. "So wird dieses Loblied Mariens zu einem Hoffnungslied für alle, die eben nichts Großartiges in ihrem Leben erfahren haben", erklärte der Geistliche.

Das Große, das an Maria geschehen ist, sei die Menschwerdung Gottes. "In Jesus von Nazareth sei Gott in unsere Welt als Mensch getreten und habe unser Leben gelebt, mit allen Höhen und Tiefen, die es in jedem Leben gibt." Seither würden wir wissen, dass uns das Leiden nicht erspart bleibe, so wie es Jesus auch nicht erspart geblieben sei.

Maria sei uns so sympathisch, weil sie eben kein einfaches, unbeschwertes Leben hatte, sondern vieles erleiden und erdulden musste, aber trotzdem nicht verzweifelt sei. "Maria ist uns ein Vorbild, welches wir immer wieder anrufen. Deswegen holen wir uns an diesen Marien-Orten immer wieder Kraft und Hoffnung, Stärkung und Wegzehrung für unseren Lebensweg."

Zum Ende der Predigt ermutigte der Anführer der Wallfahrt die Gläubigen wie Maria Gottvertrauen aufzubringen, als sie trotz allem sprach: "Mir geschehe nach deinem Wort." Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Willibald Wirth an der Violine und Wilhelm Heidtmann an der Orgel.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.