05.07.2020 - 09:44 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Maschinenring aktiv in der Familienhilfe

Früher oder später wird sich der Maschinen- und Betriebshilfering über eine Änderung oder Erweiterung des Firmennamens Gedanken machen müssen. Denn wer vermutet hinter einem Maschinenring eine vielfältige Familienhilfe?

Tobias Sperrer, hier mit seinen Söhnen Elias und David, ist froh über die Familienhilfe des Maschinenrings. Mit im Bild MR-Familienhelferin Daniela Franke und Karola Pinzer von der Einsatzleitung der MR-Familienhilfe (von links).
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Dabei hat der Maschinenring (MR) das Angebot einer Haushaltshilfe schon seit zwei Jahrzehnten im Portfolio. Die Familienhilfe ist eines von vielen Feldern, die der MR bestellt, aber nichts mit Technik oder klassischer Landwirtschaft zu tun haben. Karola Pinzer von der Einsatzleitung der Familienhilfe erklärt die drei Dienstleistungsbereiche, die der MR in diesem Bereich anbietet. So greife die klassische Haushaltshilfe in der Hauptsache dann, wenn eine Mutter erkrankt ist und sich nicht um die Kinder und den Haushalt kümmern kann. Selbstverständlich könnten dieses Angebot auch alleinerziehende Väter nutzen. Eine Haushaltshilfe werde von den Krankenkassen beispielsweise auch für Alleinstehende nach einem Krankenhausaufenthalt genehmigt.

Mehr Unterstützung vom Freistaat für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

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Die Entlastungspflege steht jedem zu, der mindestens den Pflegegrad 1 hat. Da ist dann die Pflegekasse mit 125 Euro im Monat mit im Boot. Dann gibt es schließlich noch die Verhinderungspflege, die dafür geschaffen wurde, um den Betreuer zu ersetzen, wenn der einmal ausfällt oder mal eine Woche Urlaub braucht. Voraussetzung ist hier der Pflegegrad 2. Die Entlastungspflege steht jedem zu, der mindestens den Pflegegrad 1 hat. Da ist dann die Pflegekasse mit 125 Euro im Monat mit im Boot. Dann gibt es schließlich noch die Verhinderungspflege, die dafür geschaffen wurde, um den Betreuer zu ersetzen, wenn der einmal ausfällt oder mal eine Woche Urlaub braucht. Voraussetzung ist hier der Pflegegrad 2.

Aktuell 18 Mitarbeiter

Der Maschinenring beschäftigt aktuell 18 Mitarbeiter in der Familienhilfe, die zusätzlich für die Entlastungspflege geschult worden sind. Die Zusatzausbildung mit 40 Unterrichtseinheiten umfasst thematisch die Grundsätze der Pflege und die Haushaltshilfe. Beim Zentrum für Familie und Soziales ist der Maschinenring für haushaltsnahe Dienstleistungen und Unterstützung im Alltag anerkannt. Vor allem seine hohe Flexibilität prädestiniere ihn für die genannten Aufgaben, unterstreicht Karola Pinzer. Besonders hebt sie hervor, dass jede Familie ihre feste Helferin bekomme, was die betroffenen Menschen sehr schätzten. Dadurch baue sich schnell so etwas wie eine familiäre Bindung auf.

Die Hilfeleistungen reichen von der Hausaufgabenbetreuung über Fahrten zum Arzt bis hin zu Einkäufen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor sei es auch, mit den zu Pflegenden Unterhaltungen zu führen. „Das ist oft der Höhepunkt der Woche für die Klienten“, weiß Pinzer. Ganz wichtig sei auch die Hilfe bei der Bewältigung der Antragsflut, die im Fall der Fälle auf die betroffenen Familien zukomme.

Zwei Fallbeispiele

Zwei betroffene Familien sprachen mit Oberpfalz-Medien über ihre Erfahrungen mit der Familienhilfe. Tobias Sperrer aus Falkenberg berichtet, dass seine Frau Anja im August 2016 während der Schwangerschaft an Brustkrebs erkrankte. Im Oktober kam Sohn Elias zur Welt, im Juli 2017 verstarb Anja Sperrer an den Folgen ihrer schweren Krankheit. Von der Krankenkasse hatte Tobias Sperrer nach der Diagnose erfahren, dass der Maschinenring auch eine Haushaltshilfe anbietet. Und so hat bereits ab August 2016 Daniela Franke die Familie betreut. „Ich wusste, dass die Kinder mit der MR-Helferin bestens versorgt sind, das war für mich und meine Frau das Wichtigste“, erklärt Tobias Sperrer. Auch nach dem Tod seiner Frau griff Daniela Franke dem Witwer noch unter die Arme, etwa beim Antragswesen. „Ich hatte damals keinen Kopf dafür und bin sehr dankbar, dass mir Daniela ganz unkompliziert geholfen hat“, sagt er.

Der Bedarf an Entlastungs- und Verhinderungspflege wird massiv zunehmen.

Marion Höcht, Maschinenring-Geschäftsführerin

Marion Höcht, Maschinenring-Geschäftsführerin

Die Entlastungs- und Verhinderungspflege greift bei der Familie Höfer in Falkenberg. Diese habe von einer Schwester im Krankenhaus erfahren, dass es diese Art der Hilfe gibt. Maschinenring-Familienhelferin Maria Kraus betreut vor Ort Martina Höfer, die in ihrem Alltag recht eingeschränkt ist. Letztere freue sich sehr darüber, dass sie so gut unterstützt werde.

Maschinenring-Familienhelferin Maria Kraus betreut Martina Höfer in Falkenberg.
Daniela Franke half der Familie Sperrer über die schwerste Zeit ihres Lebens hinweg.
Hintergrund:

18 Pflegekräfte in 60 Familien

In der Haushaltshilfe ist der Maschinenring schon etwa 20 Jahre tätig, erklärt Carolin Schrembs, Personaldisponentin und zuständig für den Bereich Marketing. Die Entlastungs- und die Verhinderungspflege bietet der Maschinenring seit fünf Jahren an. In 60 Familien sind derzeit 18 Pflegekräfte unterwegs. Übrigens ausschließlich Frauen. „Wir nehmen genauso gerne Männer“, sagt Schrembs. Leute brauche man immer, weil der Bedarf an Pflege kontinuierlich steige. Vor einem Jahr sei der Bedarf auf diesem Pflegesektor geradezu explodiert. „Das lag zum einen daran, dass 2017 die Entlastungspflege dazugekommen ist und zum anderen, weil die Pflegegrade neu eingeteilt worden sind und es seither kaum stationäre Pflegeplätze gibt.“ Es gehe oft einfach nicht anders, als zu Hause zu pflegen. Maschinenring-Geschäftsführerin Marion Höcht sieht einen enormen Bedarf an Pflegekräften für die Zukunft auch deshalb, weil die Menschen in ihren eigenen vier Wänden in Würde alt werden wollten. Sie ist sich sicher: „Entlastungs- und Verhinderungspflege wird massiv zunehmen.“ Sie betont: „Die Familienpflege bezieht sich nicht nur auf landwirtschaftliche Betriebe. Die machen etwa die Hälfte aus. Zu uns kann jeder kommen.“

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