Hans Zant (87) ist ein echtes Original, das immer für eine Gaudi zu haben ist und stets einen lockeren Spruch oder einen Witz auf Lager hat. Der ehemalige Torhüter ist stets gut gelaunt. Für ihn ist klar, dass die Keeper die wichtigsten Spieler einer Fußballmannschaft sind. Machen sie einen Fehler, bedeutet das meist ein Tor für den Gegner. „Wenn du meinst, du hast'n, ist er schon im Kast'n“, spielt er augenzwinkernd auf so manche Patzer der Torwächter an.
Hans „Iste“ Zant ist das letzte noch lebende Gründungsmitglied des FC Tirschenreuth, der Verein wurde am 15. April 1950 aus der Taufe gehoben - damals noch als FC Ziegelanger. Elf Sportkameraden waren an der Geburtsstunde vor fast sieben Jahrzehnten beteiligt. Alle außer "Iste" sind mittlerweile allerdings verstorben.
Dabei hatte Zant mit 16 Jahren, im Jahr 1947, das Fußballspielen beim Lokalrivalen ATSV Tirschenreuth begonnen, damals kickte er noch als Rechtsaußen. Doch als er drei Jahre später mit seinen Kumpels den FC Ziegelanger gründete, der 1957 in FC Tirschenreuth umbenannt wurde, und keiner ins Tor wollte, stellte sich halt der "Iste" zwischen die Pfosten. Und das blieb für die kommenden Jahrzehnte auch seine angestammte Position auf dem Spielfeld. Nur manchmal kehrte er zurück zu seinen Wurzeln und lief als Rechtsaußen auf. "Das war aber schon bei den Alten Herren", erzählt.
Mehr als 600 Spiele bestritt die Torhüter-Legende für den FC, allesamt ohne Handschuhe. Heutzutage unvorstellbar. Zeitweise half er sogar in mehreren Mannschaften aus. Wo Not am Mann war, da war Zant zur Stelle. Seinen Spitznamen, unter dem man ihn im gesamten Stiftland kennt, bekam er 1952 beim Fasching. Auf die Frage, als was er zum Fasching gehe, antwortete er "Istianer" statt Indianer. "Das Iste blieb an mir haften", sagt er und schmunzelt.
"Iste" war beim FC nicht nur als Fußballer aktiv, auch als Funktionär war seine Hilfe gefragt. 20 Jahre lang - von 1970 bis 1990 - betreute er mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau Helga das FC-Sportheim. Bei Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten war er stets zur Stelle und legte mit Hand an, ja sogar als Platzwart war er aktiv.
Der bekennende FC-Bayern-Fan schaut sich auch heute noch die Spiele seines FC an. Auch beim FSV oder beim ATSV in Tirschenreuth sowie in Mitterteich, Weiden und sogar beim SSV Jahn in Regensburg ist er oft Zaungast. Er ist halt ein Fußballbesessener. Seine lockeren Sprüche, die er dabei von sich gibt, sind gefürchtet und sorgen immer für Heiterkeit.
Der "Iste" geht aber auch gerne ins Wirtshaus. Und wenn da die richtigen Spezln beisammen sind, dann gehen ihnen die Fußballthemen nie aus. Zant, der früher als Maschinenschlosser bei der Firma Hamm seine Brötchen verdiente, erinnert sich da an manches "Expertentreffen", beispielsweise mit dem Bauer-"Jogi" aus Kondrau, einem ähnlich "Fußballverrückten".
Stolz ist er auf die aktuelle Bezirksligamannschaft des FC Tirschenreuth, wenngleich ihm die Truppe aktuell doch etwas Sorgenfalten bereiten. „Wenn die sich nicht steigern können, steigen sie ab“, befürchtet der Fußball-Kenner. Als "Berufs-Optimist" hofft er allerdings, dass die Jungs in den nächsten Partien endlich den Hebel umlegen können und eifrig Punkte für den Klassenerhalt sammeln. Er drückt ihnen jedenfalls dabei fest die Daumen.
Selbst spielt er mit seinen fast 88 Jahren natürlich nicht mehr Fußball, aber beim wöchentlichen Asphaltstockschieben ist er immer noch mit dabei. Natürlich auch anschließend beim gemütlichen Beisammensein. "Das gehört einfach mit dazu, denn a Gaudi muss sein!"





















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