23.04.2019 - 14:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Menschen in den Mittelpunkt rücken

In Zeiten der Digitalisierung scheint der Mensch im Arbeitsalltag häufig zu kurz zu kommen. Eine Sondervorstellung im Cineplanet Tirschenreuth gab Impulse, wie Unternehmer das verhindern können.

Hilmar Wollner, Marketingleiter bei SchmidtColleg, Thomas Völkl, Recruiting Coach, Leonhard Zintl, Vorstand der Volksbank Mittweida, Thomas Ludwig, Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz, Daniela Gleue, Herzlichkeitsbeauftragte bei Upstalsboom, und Dr. Christian Rauscher, Fachbuchautor und Geschäftsführer von "Emotion Banking", (von links) diskutierten nach der Filmvorführung über Kulturwandel in der Arbeitswelt.
von Redaktion ONETZProfil

"Wenn sich früher ein Unternehmen vorstellte, dann erwähnte es zuerst, wie Angestellte dort Karriere machen können. Heute will man immer häufiger wissen, wie es sich mit dem Arbeitsklima verhält, wie es dort zugeht", eröffnete Leonhard Zintl, Vorstand der Volksbank Mittweida, die Veranstaltung. Der Verein "Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten" hatte mit der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz und der Volksbank Mittweida zu der Sondervorstellung des Films "Die stille Revolution" eingeladen. Anschließend gab es eine Diskussionsrunde zum Thema "Kulturwandel in der Arbeitswelt", an der sich Fachleute sowie Besucher beteiligten.

Der Film von Kristian Gründling berichtet über den Unternehmer Bodo Janssen, der die "Upstalsboom Hotel- und Freizeit GmbH" an der Nord- und Ostsee leitet. Eine Mitarbeiterbefragung im Jahr 2010 zeigte, dass die Angestellten sehr unzufrieden mit seinem Führungsstil waren. Dieses Ergebnis veranlasste Janssen dazu, sich Gedanken über sich und seine Rolle als Chef zu machen. Nach mehrfachen Besuchen bei Pater Anselm Grün erlebte der Betrieb viele Veränderungen und steht heute vor allem für Kulturwandel und Achtsamkeit. Der Film informiert über Janssens Weg und wie man, egal ob als Chef oder als Mitarbeiter, für ein angenehmeres Arbeitsklima und einen zufriedeneren Berufsalltag sorgen kann.

Die Möglichkeit, "miteinander über dieses Riesenthema ins Gespräch zu kommen", wie es Recruiting Coach Thomas Völkl formulierte, nutzten viele Gäste. Zintl freute sich über den guten Besuch. Er verwies darauf, dass "in einer digitalisierten Welt der Mensch das Wichtigste bleibt". Aus diesem Grund habe sich auch die Initiative "Wertvolle Unternehmenskultur" gegründet, zu deren Initiatoren Zintl gehört. Ebenfalls zu dieser Gruppe zählt der Fachbuchautor und Geschäftsführer von "Emotion Banking", Dr. Christian Rauscher, der das Publikum durch den Abend führte. Er hoffte, dass der Film den Besuchern "zukunftsbefähigende Impulse und Inspiration" mit auf den Weg gebe. Rauscher war der Meinung, dass es im 21. Jahrhundert vor allem darum gehe, "den Menschen zu verstehen und in seinem Wachstum zu begleiten", da sich nicht alles durch Maschinen und strategisches Denken lösen lasse.

Zudem war die an der Produktion des Films beteiligte Daniela Gleue, Herzlichkeitsbeauftragte bei Upstalsboom, in der Kreisstadt und berichtete von ihren persönlichen Erfahrungen als Mitarbeiterin. Sie empfand die Umstellung als sehr positiv. "Jetzt geht es nicht mehr - wie vor zehn Jahren - um Zahlen, Strategien und Fakten, sondern um einen selbst als Mensch." Sie ermutigte, bei Bewerbungsgesprächen mehr auf die Person hinter dem Lebenslauf zu achten und sich mit deren Werten auseinanderzusetzen.

Für ein angenehmes Betriebsklima sollten die Angestellten zum Betrieb passen und in ihrem Element sein, wenn sie ihre Aufgaben erledigen, fügte Zintl hinzu. Außerdem sei es wichtig, seinen Mitarbeitern als Unternehmer Selbstvertrauen für ihre Tätigkeiten zu vermitteln. "Ein Vogel darf keine Angst haben, beim Fliegen abzustürzen und ein Fisch fürchtet sich nicht vor dem Ertrinken."

Wie viel Zeit der Kulturwandel in einzelnen Firmen brauche, lasse sich allerdings nicht genau bestimmen. Es sei ein schrittweiser Prozess, für den man viel Geduld brauche und bei dem man sich auch auf Rückschläge einstellen müsse, erklärte Gleue. Wer sich darauf einlassen will, müsse vor allem präsent und achtsam sein und ständig über den bisherigen und den weiteren Weg reflektieren, fasste Rauscher zusammen. Vor allem aber müsse man sich trauen, damit anzufangen, etwas zu ändern.

Hillmar Wollner, Marketingleiter bei SchmidtColleg, Thomas Völkl vom Verein Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten, Daniela Gleue, Herzlichkeitsbeauftragte bei Upstalsboom, Leonhard Zintl, Vorstand der Volksbank Mittweida, Thomas Ludwig, Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz, und Dr. Christian Rauscher, Fachbuchautor und Geschäftsführer von "Emotion Banking", (von links) tauschten sich am Ende des Abends mit dem Publikum über erfolgreiche Unternehmensführung aus.
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