07.12.2020 - 12:23 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Modernes Innenleben für historisches Rathaus in Tirschenreuth

Für das neue Rathaus wird fleißig gebaut, doch braucht auch der vorhandene Verwaltungssitz eine umfassende Auffrischung. Und davon profitiert nicht nur Bürgermeister Franz Stahl.

Nur auf den ersten Blick macht der große Rathaussaal etwas her. Doch Boden, Wände, Decke, Fenster oder Heizung weisen arge Mängel auf. Die anstehende Sanierung soll den historischen Charakter erhalten, aber auch für ein zeitgemäßes Erscheinungsbild sorgen. Aktuell wird im Dachgeschoss die fehlende Wärmedämmung vorgenommen.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Der Wunsch nach einer Modernisierung und passenderen Raumaufteilung im alten Rathaus ist schon vor Jahren geäußert und jetzt eine konkrete Planung gefasst worden. Die Geräte an der Fassade des Renaissancebaus von 1582/1583 dienen aktuell einem Bauabschnitt, der das Projekt von oben her angeht.

Warten auf bessere Zeiten

Zwischen Dach und Erdgeschoss, das bereits eine Modernisierung erfahren hat, warten jetzt zwei Stockwerke auf bessere Zeiten. Billig wird die Auffrischung nicht. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien teilte Stahl mit, dass der Stadtrat in der zurückliegenden nichtöffentlichen Sitzung dafür gut 1,2 Millionen Euro freigegeben hat. Jetzt kann die Ausschreibung der Maßnahmen starten. Den Posten muss der Kämmerer im neuen Haushalt unterbringen. Für die zeitgemäße Ausführung der Obergeschosse im alten Rathaus war als erster Schritt der Anbau im hinteren Bereich notwendig. Dort findet sich nämlich der notwendige Rettungsweg in Form einer Außentreppe. Zudem beinhaltet der Anbau jetzt moderne Toiletten sowie Nebenräume und den Aufzug, der einen barrierefreien Zugang bis hinauf in den großen Saal ermöglicht. "Der Anbau ist zu 99 Prozent fertiggestellt", blickt Stahl auf den aktuellen Stand. Die Arbeiter kümmern sich derzeit um den Zustand des Dachbodens und sorgen hier unter anderem für eine Wärmedämmung. Diese Maßnahme finanziert sich noch über die Ausgaben für den Anbau.

Mit dem Beschluss des Stadtrates kann es dann im nächsten Jahr in den Etagen weitergehen. Im Fokus der Maßnahmen im ersten Stock steht der Sitzungssaal, der diese Funktion verliert. Auf dieser Fläche werden im ehemaligen Zuhörerbereich ein Büroraum, eine Teeküche und ein kleiner Vorflur entstehen. Die vordere Hälfte soll ein funktioneller Besprechungsraum werden. Wand- und Deckentäfelung werden verschwinden und einem zeitgemäßen Ambiente Platz machen. Der Boden wird dem bereits in der Etage verlegten Eichendielenbelag angepasst.

Vom Besprechungsraum, der einmal zwölf Personen Platz bietet, soll eine Tür zum Büro des Bürgermeisters führen. Und gerade diese Veränderung ist für Franz Stahl keinesfalls eine Luxusausführung. Denn bislang ist für kleinere Besprechungen kein passender Platz vorhanden. Und schließlich muss der Bürgermeister auch mit der Fertigstellung des Rathauses II in seinem alten Büro weiterarbeiten.

Gefälliges Erscheinungsbild, Funktionalität und eine zweckmäßigere Raumaufteilung verspricht auch das Konzept für das zweite Obergeschoss. Freuen wird das die künftigen Brautpaare, denn ein modernisierter, historischer Rathaussaal soll einmal auch größere Trauungen ermöglichen. Das aktuelle Trauzimmer in der Fronfeste ist hier für die größeren Gesellschaft nicht mehr geeignet. Und schließlich muss der Saal bis zur Fertigstellung des Neubaus noch für die Sitzungen Platz bieten.

Geplant sind auch hier eine Entfernung der Wandtäfelung und ein neuer Boden. Natürlich wird auch die abgehängte Decke herausgenommen. Franz Stahl hofft, dass sich darunter vielleicht Stuck-Ornamente finden. Die würden natürlich auf jeden Fall erhalten und ins neue Erscheinungsbild integriert, immerhin handelt es sich um ein historisches Bauwerk.

Fertigstellung im August

Bei der Akustik, der Funktionalität der Fenster oder der Heizung wird allerdings auf den modernsten Stand eingeschwenkt. Die neuen Fenster zur Marktplatzseite werden natürlich von der Optik her den bereits erneuerten Fenstern im ersten Stock entsprechen. Durch den Aufzug, der auch das zweite Stockwerk erreicht, besteht ein besserer Zugang zum Saal. Denn die vorhandene Treppe kann zwar saniert, aber nicht neu und weniger steil angelegt werden. Anbau und Außentreppe gewährleisten auch hier den notwendigen Rettungsweg. Verschwinden werden im zweiten Stock ebenfalls die alten Toilettenräume. Auf dieser Fläche soll ein Stuhllager entstehen.

Beim Gang durch die Räume fällt es Franz Stahl nicht schwer, auf die verschiedenen Schwachstellen, etwa den unebenen Boden, aufmerksam zu machen. Nicht schwer ist es für ihn auch, die Vision eines umfassend sanierten Rathauses entstehen lassen. Schon im August kommenden Jahres soll die Maßnahme beendet sein.

Mehrere Millionen Euro will die Stadt im kommenden Jahr wieder verbauen

Tirschenreuth

Grundlegende Sanierung

Verständlich ist, dass der Bürgermeister diese Maßnahme jetzt nicht länger aufschieben will. Immerhin ist das Gebäude seit seinem Dienstantritt vor 18 Jahren eine fortwährende Baustelle, an der immer wieder Ausbesserungen notwendig waren. Jetzt soll die grundlegende Sanierung für die nächsten Jahre Ruhe schaffen. Wie lange Franz Stahl dieses Ambiente als amtierender Bürgermeister nutzen will, lässt er schmunzelnd offen.

Den kleinen Sitzungssaal wird es in einem Jahr, so der Plan, nicht mehr geben. Der Großteil des Raumes soll ein dringend notwendiges Besprechungszimmer werden. Von seinem Büro aus kann dann Bürgermeister Franz Stahl durch eine Türe direkt in das Zimmer gelangen
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