Tirschenreuth
22.01.2021 - 11:59 Uhr

Modernes Theater Tirschenreuth mit großen Hoffnungen und kleinen Plänen

Rück- und Ausblick mit Rückschlägen, aber nicht ohne Hoffnungsschimmer: Der Verein Modernes Theater Tirschenreuth rechnet das Vereinsjahr 2020 mit Enttäuschungen ab und wartet auf bessere Zeiten in 2021.

"Sein oder Nichtsein?", aufgeführt 2018, war die bisher letzte große Produktion des MTT. Das Stück hätte wunderbar auf die Luitpoldtheater-Bühne gepasst, wurde aber im Kettelerhaus aufgeführt. Aber nun kann das MTT zuversichtlich darauf hoffen, dass in wenigen Jahren das alte Kino wieder bespielt werden darf. Bild: ubb
"Sein oder Nichtsein?", aufgeführt 2018, war die bisher letzte große Produktion des MTT. Das Stück hätte wunderbar auf die Luitpoldtheater-Bühne gepasst, wurde aber im Kettelerhaus aufgeführt. Aber nun kann das MTT zuversichtlich darauf hoffen, dass in wenigen Jahren das alte Kino wieder bespielt werden darf.

Das Jahr 2020 begann mit der Vorfreude auf ein großes Ereignis, das europaweit seine Schatten werfen sollte: Mitglieder des Modernen Theaters Tirschenreuth bereiteten sich euphorisch gemeinsam mit der Stadt als Ausrichter und weiteren Darstellern auf die "Europassion" vor.

Dann kam Corona. Nach dem ersten Lockdown im März 2020 war's das fürs Schauspiel auf der Bühne. Nur im Juni konnten einige historische Stadtführungen unter schwierigen Bedingungen stattfinden. Schwer für MTT-Vorsitzenden Julian Mühlmeier, daraus eine einigermaßen gute Bilanz zu ziehen. Mühlmeiers größte Hoffnung liegt in diesem Jahr. Gern spricht er von Plänen für neue Theaterprojekte und die schöne Nachricht, dass es mit der Revitalisierung des Luitpoldtheaters weiter geht.

Engagierte Mitglieder

Als positiv mit einem gelungenen Einstieg bezeichnet er das Zusammenführen der neuen Vorstandschaft, die sich im September 2019 formiert hat und 2020 erfolgreich durchgestartet sei. "Ich kann mich immer auf das Team verlassen und will mich herzlich bei allen für die Unterstützung bedanken", sagt er, denn ein Vereine lebe mit seinen engagierten Mitgliedern. Wesentlich verbessert worden sei in Gemeinschaftsarbeit auch der öffentliche Vereinsauftritt im Netz. "Neben dem neuen Auftritt nach außen mit neuer Website, Social Media und Vereinsdesign wurden Themen der internen Organisation auf den heutigen Stand gebracht, wie das E-Mail-Verteilersystem und ein gemeinsamer Cloud-Ordner für einfacheres, gemeinsames Arbeiten", sagt Julian Mühlmeier.

Verlust der Herbstproduktion

Dass die "Neue Tirschenreuther Passion 2020" nun erst 2022 stattfinden wird und der "Europassion-Status" erst einmal verloren ist, weil nicht wiederholbar, ist eines der traurigen Kapitel im MTT-Jahr 2020. Mühlmeier bedauert zudem Verlust der Herbstproduktion, die mit Shakespeares Stück "Der Widerspenstigen Zähmung" unter Regie der bayerischen Regisseurin Steffi Kammermeier ein schönes Projekt werden sollte. "Der Saal im Kettelerhaus war reserviert", so Mühlmeier. Die Produktion des Stücks soll aber sobald es wieder möglich ist, nachgeholt werden. Als gelungenes Jahresprojekt stellt der Vorsitzende die kostenlosen Podcasts der Mitglieder auf dem YouTube-Kanal des MTT heraus. "Geschichten aus der Oberpfalz", gelesen im April 2020 während der Krise wurde gut angenommen von den Lesern mit teils bis zu 500 Aufrufen. Mühlmeier bedankt sich bei den Ausführenden wie bei den Gastteilnehmern, darunter Autoren aus dem Stiftland.

Trotz anhaltenden Kontaktverbots erhielt der Verein Kontakte zwischen den Vorstandschaftsmitgliedern, nun in Form von Online-Treffen.

Tirschenreuth11.11.2018

Als weiteres "Opfer" der Krise musste das MTT den geplatzten Start des Jugendtheater-Kurses im November 2020 hinnehmen. Alles war vorbereitet, zahlreiche Jugendliche haben sich angemeldet für den Kurs im wöchentlichen Rhythmus. Julian Mühlmeier hofft nun auf das Frühjahr 2021. "Aufgrund der Situation rechnen wir aber erst mit einem Start ab März." Ebenfalls in der Warteschleife befindet sich ein Theaterprojekt, dessen Schauplatz Hundsbach sein soll. Mehr, so Mühlmeier, dürfe wegen der Planungsphase bisher nicht darüber verraten werden. Wieder aufnehmen im Programm will das MTT die Pläne für das "Schaufenster-Theater" im Kunsthaus Waldsassen und einem weiteren Schaufenster. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit dem Verein "Kunstprojekt Badehaus Maiersreuth" und dem Verein "Kunsthaus Waldsassen", das Weihnachten 2020 hätte stattfinden sollen. Mühlmeier hofft auch hier auf Start im Frühjahr. Im Gespräch ist außerdem die Produktion eines kleineren Theaterprojekt mit Aufführung in der Fronveste. "Wir freuen uns, wenn wir wieder spielen dürfen", sagt Julian Mühlmeier und fügt an, "natürlich durch Corona in einer etwas anderen Art." Als mögliche Beispiele zählt er Pantomime, Improvisation, das Spielen hinterm Schaufenster sowie kleine Stücke mit wenig Publikum auf.

Beste aus der Situation machen

Last but not least gibt es Neues vom Luitpoldtheater, das auch das MTT sehr freut. Im März findet das Vergabeverfahren zur Revitalisierung statt, an dem sich fünf Architektenbüros beteiligen. Ein Termin, an dem auch das MTT ein Mitspracherecht bei der Punktevergabe haben wird. "Es gibt für Kunstschaffende wohl keine schwierigere Zeit als die jetzige", sagt Julian Mühlmeier. "Wir wollen natürlich baldmöglichst wieder aktiv werden." Aktuell müsse man noch abwarten und das Beste aus der Situation machen.

"Es gibt für Kunstschaffende wohl keine schwierige Zeit als die jetzige." 
MTT-Vorsitzender Julian Mühlmeier (im Bild mit Schauspielerin und Theaterpädagogin Sandra Zech). Bild: ubb
"Es gibt für Kunstschaffende wohl keine schwierige Zeit als die jetzige." MTT-Vorsitzender Julian Mühlmeier (im Bild mit Schauspielerin und Theaterpädagogin Sandra Zech).
 
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