Die Jahreshauptversammlung im Bistro des Möbelhauses Interliving Gleißner hob sich deutlich von der vieler anderer Vereine ab. Es gab weder Klagen über Mitgliederschwund noch finanzielle Schwierigkeiten. Die Mitgliederzahl ist sogar im vergangenen Jahr von 500 auf 518 angestiegen. An Spendengeldern wurden etwa 9300 Euro eingenommen.
Die Bilanz der Vorsitzenden Theodora Kupke fiel denn auch sehr positiv aus. Dabei gehe es "MUT" vornehmlich um die musikalische Förderung von finanzschwachen Familien, betonte Kupke. "Kein Kind im Landkreis soll auf eine Musikausbildung verzichten müssen, weil die Eltern kein Geld haben." Der Verein habe genügend Rücklagen, um die Ausbildungskosten teilweise oder ganz übernehmen zu können. Kupke appellierte an Bedürftige, das Angebot in Anspruch zu nehmen.
Im vergangenen Musikschuljahr hat der Verein 2500 Euro Zuschüsse an alleinerziehende Mütter und Väter ausbezahlt. Vieles habe das Sparkassen-Crowdfunding bewirkt mit gut 3300 Euro sowie einer Verdoppelung der ersten 500 gespendeten Euro, erklärte die Vorsitzende. Persönlich dankte sie Liselotte Kulzer vom Möbelhaus Gleißner, die 1500 Euro draufgelegt habe. Weiter seien Einzelspenden in Höhe von 1000 Euro dazugekommen.
Auch mehrere Musik-Workshops hat der Verein unterstützt, darunter ein Jazz- und Klezmer-Seminar. Besonders stellte Kupke zwei erfolgreiche Trommelworkshops für Migrantenkinder in Kemnath heraus. Mit einem Stipendium sei diesmal ein junger Mann unterstützt worden. Interessenten dafür sollten sich schriftlich melden. Stolz sei "MUT" auf das vom Verein ins Leben gerufene Symphonie-Orchester, das nach fünf Jahren auf eigenen Beinen stehe. Als Geschenk habe man dem Orchester zum Fünfjährigen 5000 Euro überreicht. Weitere Zuwendungen seien in nächster Zeit nicht mehr notwendig, zumal der Dirigent nun von der Kreismusikschule bezahlt werden könne. "Nachdem wir alle ehrenamtlich arbeiten, können wir sämtliche Einnahmen zu 100 Prozent an unsere Projekte weitergeben", freute sich die Vorsitzende abschließend.
Einziger Wermutstropfen war die Verabschiedung von Gründungsmitglied Irmgard Hegen als Kassenprüferin. Kupke dankte der 82-jährigen Wiesauerin, die kürzer treten will, für ihr langjähriges Engagement. Eva Gibhardt wurde einstimmig zur Nachfolgerin gewählt.
Tirschenreuths zweiter Bürgermeister Peter Gold gratulierte dem Verein zur erfolgreichen Arbeit und verwies darauf, dass die Musikausbildung bei Kindern laut Studien die Sozialkompetenz enorm fördert und die Intelligenz steigerte. Die Stadt werde den Verein unter anderem mit der kostenlosen Bereitstellung des Kettelerhauses für Konzerte weiter unterstützen, versprach Gold.













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